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Der etwas andere „Sound of Music“

Auch abseits der Hochkultur tut sich auf dem Musiksektor in Österreich eine Menge: In der U-Musik gibt seit mehr als einem Jahrzehnt Electronic den Ton an.

Donaufestival © Florian Wieser
Mitte der 1990er Jahre entwickelten DJ’s wie Peter Kruder und Richard Dorfmeister die Wiener Schule des Dub, eine Melange aus Electro, Downbeat, Drum’n’Bass und TripHop. Zugleich entstand in Österreich eine kleine, aber bedeutende Electronic Avantgarde. Ausgangspunkt war eine gesamteuropäische Bewegung von London über Berlin bis nach Wien, wo sich eigenständige Musikstile entwickelten.

Heimat der coolen Groove-Szene war der regelmäßig stattfindende Club Soul Seduction im Wiener Volksgarten, bei dem heimische Größen, aber auch internationale Gäste an den Plattentellern drehten.

Bald darauf brach eine Welle von Labelgründungen herein und aus dem legendären Club Soul Seduction entstanden der Plattenladen Black Market und der Vertrieb Soul Seduction. Einen regelrechten Medienhype löste dann ein Artikel in der renommierten englischen Musikzeitschrift „Wire“ über die „Vienna Elektronika“ aus, der den musikalischen Geschehnissen in Österreich einen Namen gab. Plötzlich verkauften sich Platten und Compilations mit elektronischer Musik aus Wien wie warme Semmeln. Die musikalische Bandbreite reichte von elektroakustischer Kunstmusik, Noise und Electronic Jazz über Techno/House, Hip Hop und Dub bis hin zu Electronic Pop.

Internationale Erfolge

Heute kennt man die eingängigen Sounds von Kruder & Dorfmeister (fast) überall auf diesem Erdball. Internationale Lorbeeren ernteten auch Pulsinger & Tunakan, die Sofa Surfers, DJ DSL, Waldeck, Parov Stelar und Rodney Hunter. Wer sich für Experimentelleres interessiert, kommt über kurz oder lang an den frühen und heutigen Sounds von Christian Fennesz, Peter „Pita“ Rehberg und Christof Kurzmann nicht vorbei. Für Kontraste sorgen Dzihan & Kamien, die den von ihnen selbst so genannten Couch-Sound (Couch Records) mehr als multikulturelles, eklektisches Wohlfühl-Spektakel inszenieren.

Kult-Radio
Der eigentliche Horchposten und Jugendkultur-Radiokanal heißt seit mehr als zehn Jahren FM4. Der innovative öffentlich-rechtliche Radiosender – mit Kult-Reichweite bis München, Bozen und Bratislava – ist der vielleicht wichtigste mediale Lebensstrang für österreichische Musiker. Was auf FM4 nicht läuft, läuft (fast) nirgendwo. Nicht nur die HipHop-Szene, sondern auch Volksmusik-Erneuerer wie Attwenger, unzählige Electro-Pop-Acts, Balkan-Derivate und Neo-Singer/Songwriter können dies bestätigen.
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