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Salzburgs Galerieszene

Avantgarde mit Alpenblick! Mit Überraschungen kann Österreichs Galerieszene auch in Salzburg aufwarten, wo sich Tradition und Moderne harmonisch aneinander reihen.

Salzburg, Foundations, James, Turrell

Thaddaeus Ropac, einer der bekanntesten Galeristen Österreichs, hat sich mit Solo- und Sammelausstellungen zeitgenössischer europäischer und nordamerikanischer Malerei und Skulpturkunst einen hervorragenden Namen innerhalb der internationalen Kunstwelt gemacht. Für zusätzliche Spannung sorgt dabei aber auch jene Zweitschiene der Galerie, die unermüdlich neue Namen in die Kunstwelt einführt und mitunter neue temporäre Ausstellungsflächen erschließt: Für die Ausstellung „No ordinary Sanctity“ etwa die unterirdischen Räume einer Bank beim Mozarteum, denen Kunst plötzlich die Aura einer verborgenen Kapelle verleiht.


Totem statt Totenmesse
Dass die Festspielstadt mit ihrer Affinität zu klassischer Musik, Mozart und Maestro Karajan nicht auf die konventionellen schönen Künste zu reduzieren ist, beweisen auch der Bau des Museums am Mönchsberg und die Aktivitäten der Salzburg Foundation, die der Stadt alljährlich neue Skulpturenobjekte namhafter internationaler Künstler bescheren. Mit dem zweistündigen „Walk of modern art“, der Kulturinteressierten jeden ersten Samstag des Monats diese neuen Festspielstadt-Facetten näherbringt, entsteht hier ein Kunst- und Skulpturenparcours von höchster Qualität, der auch die sakralen Fundamente der Stadt integriert – zB durch die Installation einer  Skulptur in der romanischen Chorkrypta des ersten Salzburger Doms.


Nitsch, Christo, Warhol

Die kleine, aber feine auf zeitgenössische Kunst spezialisierte Salzburger Galerieszene nimmt solche Aktivitäten mit Freuden zur Kenntnis – und schärft währenddessen das jeweils eigene Profil. Die Galerie Nikolaus Ruzicska  in einer ehemaligen Wagenschmiede im Stadtteil Herrnau verbindet historische Bausubstanz, moderne Architektur und vor allem zeitgenössische Kunst zu einem stimmig ausgewogenen Besuchererlebnis. Manfred Erjautz, Ross Bleckner, Ruth Root, Keith Vaughn oder Giovanni Castell zählen zu den spannenden Künstlern, die seit der Eröffnung bereits zu sehen waren.

Näher am Festspielhaus, im im Palais Küenburg, befindet sich die Dependance der Rudolf Budja Galerie, die auch in Wien, Graz, New York und Miami vertreten ist. Ein Schwerpunkt der gezeigten Schauen sind kunsthistorische und aktuelle Metamorphosen des Pop-Art-Genres von Andy Warhol über Roy Lichtenstein bis zu Keith Haring.
 
Die gleichfalls renommierte Galerie Weihergut präsentiert sich gleich an drei Salzburger Standorten, wo auf rund tausend Quadratmetern vorwiegend bildende Kunst nach 1960 gezeigt wird – und zwar getreu dem Motto „Sehen ist Denken“. Lautes, Schnell- und Kurzlebiges tritt hier zugunsten einer Poesie der Stille und Reduktion in den Hintergrund. Vertreten sind so unterschiedliche Künstler wie Richard Serra, Jannis Kounellis, Arnulf Rainer, Hermann Nitsch und der Verpackungskünstler Christo.
 
Neue Tendenzen der Konzept- und Medienkunst und die Auseinandersetzung mit der politischen und sozialen Wirklichkeit stehen im Mittelpunkt der UBR Galerie im Andräviertel, einer Plattform für junge Künstler aus dem deutschsprachigen Raum. Neben Malerei, Zeichnung, Installation und Video von Künstlern wie Rob de Vry, Knut Eckstein, Hermann Wolf, Gerold Tusch oder Andreas Jauss findet dabei auch das Medium Fotografie seinen Platz.

Genau das gilt vor allem für die bereits 1981 von einer Gruppe ambitionierter Fotografen gegründete Galerie Fotohof, die sich im Laufe der Zeit zur bedeutenden Stätte für österreichische Fotografie entwickelte. Auch das hätte man von der Musikstadt auf Anhieb wohl nicht gedacht.