Veranstaltungen im Liszt-Jahr

Das Burgenland feiert den 200. Geburtstag von Franz Liszt 2011 mit herausragenden Konzerten, sechs Ausstellungen und mehreren Sonderprojekten, die allesamt das gigantische Oeuvre des Komponisten und Dirigenten zum Thema haben.

Liszt Geburtshaus Raiding © Manfred Horvath
Liszt Museum
Über allen Veranstaltungen im Liszt-Jahr steht der Begriff „lisztomania“. Der ist allerdings kein Werbegag der Veranstalter, sondern historisch begründet: Heinrich Heine prägte ihn angesichts der Begeisterungsstürme, die Liszt bei seinen Konzertbesucherinnen auslöste. Das Jubiläumsprogramm orientiert sich an den vier Jahreszeiten und stellt in einem breiten Spektrum das Schaffen des Komponisten vor. 

Der erste Teil von 27. – 30. Jänner 2011, in dem „Der Europäer“ Liszt gefeiert wird, wird vom Klavierduo Johannes und Eduard Kutrowatz eröffnet. Ein Klavierabend mit der weltbekannten georgischen Pianistin Elisabeth Leonskaja am 28. Januar sowie eine Matinee am darauffolgenden Tag mit Liedern, dargebracht vom Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, Ildiko Raimondi, stellen weitere Höhepunkte dar. Liszts Orchesterwerk wird am 30. Januar bei einem imposanten Orchesterkonzert unter der Leitung von Martin Haselböck gewürdigt.

Im zweiten Teil von 17. – 20. März folgen an vier Tagen ein Klavierkonzert, Liederabende und ein Orchesterkonzert aufeinander. Der Pianist Ivo Pogorelich, bekannt für seine eigenwilligen Interpretationen, tritt am 17. März auf. Die Sopranistin Ruth Ziesak singt am 18. März neben Liedern von Liszt auch solche von Haydn und Mahler.
 

Die dritte Jahreszeit der "lisztomania" erstreckt sich über insgesamt zwei Wochen und ist die inhaltlich abwechslungsreichste. Den Anfang macht ein Pfingstsonntagskonzert in der Pfarrkirche Raiding, bei dem der Wiener Kammerchor Liszts „Missa Choralis“ aufführt. Der Eintritt zu Konzert und Messe ist frei. Unter dem Titel „Grenzgänge I – IV“ finden von 16. – 19. Juni verschiedene Veranstaltungen statt, unter anderem ein Klavierkonzert des Duos Johannes und Eduard Kutrowatz mit Stücken von Liszt, Schostakovitsch und Gershwin.

Außerdem stehen im Liszt-Jahr auch außergewöhnliche Projekte und Uraufführungen auf dem Programm: Das Auftragswerk „Die Rose – ein wüstes Tohuwabohu von Gefühlen“ von Willi Spuller wird am 23. Juni uraufgeführt. Spuller verknüpft Werke von Franz Liszt mit neuen Kompositionen. Ausgangspunkt für das Stück ist das erste Jahr der Wanderschaft Liszts. Der Lyriker Gerhard Altmann nahm dafür Briefe und Reiseberichte Liszts als Inspirationsquelle für eigene Texte – lesen wird sie Wolfgang Böck.

Der Oktober 2011 bringt die vierte "lisztomania"-Jahreszeit. Beim Liederabend mit Adrian Eröd am 20. Oktober kann man neben Liedern von Franz Liszt auch solche von Richard Wagner und Eröds Vater Ivan hören. Am 21. Oktober ist die Beziehung der musikalischen Größen Liszt und Wagner Thema: In der „musikalischen und biografischen Beschreibung einer Sternenfreundschaft“ widmet sich Stefan Mickisch am Klavier und als Moderator dem außergewöhnlichen Verhältnis der beiden Komponisten. 
Ganz besonderen Hochgenuss verspricht der 200. Geburtstag Liszts am 22. Oktober: Dann spielt Pianist Daniel Barenboim ausgewählte Stücke Liszts. Nach einem weiteren Orchesterkonzert am 23. Oktober bildet dieser 200. Tauftag des Komponisten mit dem Gedenkkonzert in der Taufkirche Unterfrauenhaid den feierlichen Abschluss.

Neben den Aufführungen geben auch verschiedene Ausstellungen Einblicke in  Leben und Werk Franz Liszts. An gleich sechs Schauplätzen nähert man sich 2011 in Eisenstadt und in Raiding dem vielschichtigen Wirken des Klaviervirtuosen, Komponisten und Dirigenten. Von den Wurzeln des Genies über die Taufe bis zur Religiosität des Künstlers werden verschiedenste Aspekte beleuchtet. Besonders hervorzuheben ist der Ausstellungsschwerpunkt zu Liszts Brückenschlag zwischen den Nationen und Kulturen „Vivat Liszt!“.

Lisztomania
Lisztzentrum Raiding
Liszt-Festival
Landesmuseum Burgenland
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