Ein neuer Weitwanderweg widmet sich brisantem Lesestoff aus der Glaubensgeschichte. Die Verbreitung der Lutherbibel, der ersten Heiligen Schrift in deutscher Sprache, gilt als Grundlage der protestantischen Reformation des 16. Jahrhunderts.
Der
„Weg des Buches" vom
bayerischen Passau bis ins Kärntner Arnoldstein verfolgt die Spur des „ketzerischen“ Druckwerks in katholischen österreichischen Landen.
Der heutige Pilger beschreitet in
29 Tagesetappen dieselben Pfade wie Handwerker und Kaufleute, die Luthers Schriften mit sich führten. Zunächst geht es im Fahrradsattel den alten Handelsweg von Passau ins Oberösterreichische. Von Ebensee an wähnt sich der Bibelreisende inmitten der Gegenreformation, einer Epoche, in der die Volksbibeln über versteckte Schmuggelwege in geheime protestantische Zellen wie beispielsweise jene in Ramsau am Dachstein geschleust wurden. Per pedes lässt sich die
Route der verfolgten Protestanten auf dem Soleweg vorbei an Höhlen, die als Versammlungsorte dienten, bis zum Dachstein nachvollziehen. Von dort schlingt sich der Pfad durch die Steiermark, vorbei an frühen protestantischen Bauernsiedlungen, in Kärntens Berge.
Der ausführlichen Tourenbeschreibung „Buch zum Weg", die historische Hintergründe ebenso aufzeigt wie kulturelle Meilensteine am Wegrand, liegt ein Bibellesefaden bei, der eine Anleitung zur Lektüre des Buchs der Bücher liefert. Für das gesamte Projekt zeichnet die Evangelische Kirche in Österreich verantwortlich.
Buchtipp: Michael
Bünker und Margit Leuthold (Hg.):
„Buch zum Weg“. Edition Tandem Salzburg 2008. 254 Seiten, ISBN 978-3.902606-07-5
wegdesbuches.evang.at