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Schladminger Loden

Es ist der Stoff, aus dem Legenden geschneidert wurden, neuerdings sogar Avantgarde-Mode. Vor allem aber bietet er Schutz gegen die Launen der umliegenden Bergwelt. Das Erfolgsprodukt „Schladminger“, ein Lodenstoff, zählt zu den Klassikern der österreichischen Trachtenmaterialien.

Schladminger Loden © Firma Lodenwalker

Verwoben mit der Landschaft, das ist der graue Perl-Loden in der Tat, der als „Schladminger“ vom Dachsteingebiet aus zuerst die Herzen der Bergler eroberte, und dann, weit über die Grenzen des Landes hinaus, die Trachtenwelt. Der Ursprung des Schladminger Lodens geht auf die Lodenwalke in Ramsau-Rössing zurück, die bereits vor 500 Jahren erstmals in Betrieb genommen wurde, was die gleichnamige FirmaLodenwalker“ nebenbei zum ältesten Gewerbebetrieb der Steiermark macht – bereits erwähnt im Admonter Urbar aus dem Jahr 1434, dem Güterverzeichnis der Mönche. Und zwar hinsichtlich von „Loden, der in der Gegend in vorzüglicher Güte erzeugt wird …“.

Dort, wo der Salzburger Enns-Pongau ins steirische Ennstal übergeht, wird in der 1888 gegründeten Lodenwalke der Familie Steiner auf der urtümlichen, alten Hammerwalke auch heute noch der robuste Perl-Loden für den „Schladminger“ erzeugt. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist dieser halblange Winterüberrock bei Männern und Frauen gleichsam beliebt. Oftmals werden "Schladminger" schon über Generationen getragen und weitervererbt - sie sind sprichwörtlich unverwüstlich und, wie eine Wildererlegende meint, sogar kugelsicher.

Wer heute die beiden traditionellen Betriebe Lodenwalker in Ramsau-Rössing und Loden-Steiner in Mandling besucht, wird durchaus modernes Gerät sehen, aber auch Gucklöcher zurück in die alte Zeit. Als ob sich die Unverwüstlichen schweigend miteinander verständigen würden, ist auch beim traditionsreichsten Hersteller von Schladminger Loden just die älteste Maschine im Einsatz, die alte Hammerwalke aus dem Jahr 1888 – und zwar nicht aus Liebe zur Nostalgie, sondern weil sich bis heute kein Gerät besser dafür eignen würde. Denn trotz des enormen technischen Fortschrittes wird in beiden Betrieben noch heute nach dem Urverfahren gewalkt.

Alt schaut der „Schladminger“ deswegen trotzdem nicht aus. Denn wenngleich der hellgraue Janker oder der entsprechende Schladminger Hut zweifellos zu den Klassikern der österreichischen Bekleidung zählt, so ist der Einsatz des am Fuße des Dachsteins erzeugten Lodens keineswegs auf traditionelle Tracht beschränkt. Der solide Stoff der Dachsteinregion ist längst mit der großen Welt des Designs auf Tuchfühlung gegangen und auf den Catwalks der internationalen Couture zu finden.

Firma Lodenwalker
Loden-Steiner - Wollwelt