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Wo Sammlerherzen höher schlagen

Jeden Samstag verwandelt sich der Abschnitt im Anschluss an den Naschmarkt, von der U-Bahn Station Kettenbrückengasse bis hin zur Pilgramgasse, in eine bunte Welt aus keineswegs fabrikneuen Dingen. Viele davon stammen aus dem 20. Jahrhundert, andere sind bedeutend älter und rare Antiquitäten.

Flohmarkt beim Wiener Naschmarkt
Flohmarkt an der Linken Wienzeile
Der einmal wöchentlich stattfindende Flohmarkt bietet eine Fülle an Entdeckungen, die alle auf das Auge ihres Liebhabers warten. Bis dahin entlocken die vielen Gegenstände den flanierenden Passanten ein erstauntes Aufleuchten der Augen - die vielleicht noch nie zuvor eine solche Kuriosität erblickt haben. Oder sie rufen unwillkürlich Erinnerungen an längst Vergessenes wach: unverhofft blitzen glückliche Momente aus der Kinder- und Teenagerzeit auf. Vor einem eröffnet sich ein spektakuläres Terrain des Handels mit Gewändern, Gebrauchsgegenständen, Dachbodenfunden, musikalischen Raritäten, Büchern, Schmuck, Gimmicks aus den letzten Dekaden, Kunstobjekten aller Kulturen, und Dingen, deren Zuordnung man erst erraten muss.

Einiges wird auf Teppichen am Boden feilgeboten, anderes auf Tischen präsentiert. Bei Sonne reflektieren die Sonnenstrahlen aus Spiegeln und poliertem Silbergeschirr, spalten sich an Kristalllampen und -vasen ins Regenbogenspektrum auf, huschen über Porzellan und CD-Hüllen, bringen das Weiß und die Neonfarben in den Kleiderkisten zum Leuchten, wischen über den warmen Asphalt. Bereits seit dem Mittelalter ist diese Form des Darbietens von Altwaren in Wien etabliert - seit 1977 findet der "Wiener Flohmarkt" hier an der linken Wienzeile statt, wobei sich unter die vielen Privatanbieter auch einige Händler mischen.

Multikulturelle Atmosphäre
Doch ist es nicht nur die Aura der Dinge, die einen in den farbenprächtigen Strudel des Flohmarkts hineinzieht. Die Menschen selbst sind es, die faszinieren. Der Blick streift über die vielen, von der Witterung gegerbten Gesichter der Händler, die Tand aus alter Zeit und vorsintflutliche Mediengeräte wie Grammophone anbieten und soviel Ruhe dabei ausstrahlen. Dagegen verraten sich erstmalige Besucher des Flohmarkts mit ihrem lauten Staunen, dem Zücken und Klicken der Kamera.

Im Getümmel, angetrieben vom erwachenden Jagdtrieb nach dem besonderen Objekt, verbergen sich mitunter bekannte Gesichter hinter dunklen Sonnenbrillen und Schirmmützen. So mancher Schauspieler, Musiker, Intellektuelle kann dem Reiz des Wiener Flohmarkts nicht widerstehen. Eingerahmt von imposanten Jugendstilbauten ist der samstägliche Wiener Flohmarkt ein Treffpunkt für alle, die multikulturelle Atmosphäre lieben. Er ist eine Mischung aus alten Dingen und jungen Leuten und macht den Besuch sowohl für Flohmarktenthusiasten als auch für Flaneure zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Der Wiener Flohmarkt
Linke Wienzeile
zwischen den U-Bahn Stationen Kettenbrückengasse und Pilgramgasse
Samstags von 6.30 - 18.00 h