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Ferlacher Büchsenmacherei

Sie sind schön wie Museumsstücke, wenn sie aus der Werkstatt kommen, und doch für die Praxis gemacht: Mit ihrer Präzision erfreuen Gewehre aus Ferlach das Herz des Sammlers und sind der Schatz des Jägers.

Ferlacher Büchsenmacher, Gewehr © Ludwig Borovnik
Gewehr aus der Ferlacher Büchsenmacherei, Foto: Ludwig Borovnik
Schon Kaiserin Maria Theresia begeisterte sich für die Ferlacher Waffenmeister. Das Handwerk der Büchsenmacherei wird in der Kärntner Stadtgemeinde Ferlach seit über 500 Jahren ausgeübt und die Büchsen aus dem Rosental sind in der ganzen Welt geschätzt. Das belegen Waffensammlungen von Adelshäusern und Museen von St. Petersburg bis Cleveland. Zu erkennen sind sie am Prüfzeichen, das auf Lauf, Schloss und Schaft aufgedrückt wird, nachdem der Beschaumeister sie für hervorragend befunden hat. Diese seit 1631 praktizierte Qualitätskontrolle legte den Grundstein zum nachhaltigen Erfolg.

Jeder Jagdstutzen aus Ferlacher Erzeugung ist ein Unikat, maßgefertigt nach den Wünschen der Auftraggeber: Sie entscheiden Laufkaliber, Schlossarten oder Laufkombinationen, bestimmen die zierenden Gravuren der Metallplatten auf dem Schaft und wählen das edle Holz dafür aus. Dann wird für die Schaftlänge Maß genommen. Faszinierend dabei ist das Zusammenspiel vieler hochspezialisierter Handwerker, die nur durch die Büchsenmacherei lebendig geblieben sind: Schäfter, Graveure, Schlossmacher, Baskuleure und Laufgarnierer arbeiten Hand in Hand und den Büchsenmachern zu. Diese Meister fügen die einzelnen Teile schließlich zusammen und stellen den Stutzen fertig. Einmal eingeschossen, wird er dem Beschussamt vorgelegt. Dort wird die Waffe mit Patronen geladen, die höheren Druck erzeugen als die üblichen. Hält sie das aus, wird sie amtlich freigegeben.

Elf Büchsenmachermeister stellen im Jahr ungefähr 200 Stutzen her. Ihre Fertigstellung dauert unterschiedlich lang, manchmal sogar Jahre, wenn Gravuren und Schmuckbesatz besonders aufwändig gearbeitet sind. Dass Ferlacher Stutzen noch immer eine königliche Jagdwaffe mit künstlerischem Wert sind, bezeugt die Kundenliste. Welchen Ruhm sie sich international erworben haben, beweisen die Schüler aus aller Welt, die in Ferlach die waffentechnische Schule besuchen und später über ihre eigenen Geschäfte stolz die Berufsbezeichnung „Ferlacher Büchsenmachermeister“ schreiben.

LINKTIPPS:

Büchsenmachermuseum
In einer eindrucksvollen Schau begibt man sich auf eine einzigartige Spurensuche und findet Wege zu den Themen Natur, Mensch, Jagd und Gesellschaft.

Führungen durch die Büchsenmacherstadt
Während einer Führung durch die Büchsenmacherstadt Ferlach treffen Sie auf Tradition und Moderne.

Ausbildung zum Büchsenmacher
Die Büchsenmacherausbildung hat an der HTBLVA Ferlach seit dem Gründungsjahr der Schule 1878 Tradition.

Büchsenmacher
Der Besuch eines traditionellen Büchsenmachers ist für alle Fans ein absolutes Muss!
Ludwig Borovnik
Fanzoj Jagdwaffen
Karl Hauptmann
Josef Just
Jakob Koschat
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