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Slowenische Kultur in Kärnten

Ohne den Einfluss der slowenischsprachigen Minderheit wäre Kärnten um viele kulturelle Eigenheiten ärmer. Vor allem in Südkärnten wird deutlich, dass man einen Kulturraum betritt, der keine Grenzen kennt.

Reindlingherstellung © Kärnten Werbung/Steinthaler
Reindlingherstellung, Foto: Kärnten Werbung/Steinthaler

Slawische Gruppierungen ließen sich bereits Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. in dieser Region nieder. Deutsch wurde zunächst nur von sozial höher gestellten Schichten und vorwiegend in den Städten gesprochen. Am Land, in der bäuerlichen Bevölkerung, hielt sich das Slowenische als Alltagssprache. Im letzten Jahrhundert reduzierte sich der Anteil der slowenischsprachigen Bevölkerung von 25% auf nunmehr etwa 3%. Für Gäste gerät es damit zur Glückssache, Ohrenzeuge eines der vier bis heute gesprochenen Haupt-Dialekte zu werden: des Gailtaler-, Obir-, Rosentaler und Jauntaler Dialekts.

Um dieses immaterielle Kulturgut der Kärntner Slowenen auch für künftige Generationen zu bewahren, wurde ein Projekt gestartet, dessen Ziel die Erfassung mündlich überlieferter slowenischsprachiger Haus-, Hof-, Flur-, Orts- und Gebietsnamen ist. Bis heute ist eine große Anzahl an Volksliedern erhalten, die – ins Deutsche übersetzt – zum allgemeinen Liedgut zählen. Tatsächlich gleichen sich sowohl Sprachklang als auch die Harmonien der Lieder. Mitunter hört man heute abwechselnd eine Strophe in slowenischer und deutscher Sprache gesungen.

Auch kulinarisch hat in diesem Dreiländereck Niederschlag gefunden, was wir heute mit Fusionsküche bezeichnen und die „Kärntner Küche“ in jedem Fall um so manch feines Schmankerl bereichert.  Einige Speisen verraten schon sprachlich ihre Herkunft. So erfreut sich die „Sasaka“/“Verhackerts“, ein aus geräuchertem und gewürztem Speck hergestellter Brotaufstrich, größter Beliebtheit. Eine Auffälligkeit dieser Region und ein Geschmackserlebnis der besonderen Art stellt die Kombination von Fleisch mit süßem Weißbrot, dem „Reindling“/“Pogača“ (sprich „Pogatscha“) dar. Sei es nun bei der „Kärntner Osterjause“ wo man es mit Schinken und Eierkren isst oder zur „Gailtaler Kirchtagssuppe“/“Čisava župa“ (slow. dialektal) bzw. „Kisla juha“ (slow. schriftsprachlich) serviert.

Gelegenheit zur Verkostung ergibt sich beim alljährlich am Pfingstmontag stattfindenden „Gailtaler Kufenstechen“, ein Reiterbrauch, zu dem die Frauen eine farbenfrohe Festtagstracht anlegen. Der von Hand plissierte Rock sowie seine Rocklänge zeigen deutlichen Einfluss aus dem slawischen Raum. In dieser „Untergailtaler Festtagstracht“ geht es nach dem Kufenstechen zum traditionellen „Tanz unter der Linde“/“Rej pod lipo“ – übrigens ein Baum, der als symbolisches slowenisches Pendant zur deutschen Eiche gilt.

Die Kärntner Landeshymne wird übrigens sowohl auf Deutsch als auch auf Slowenisch gesungen.

LINKTIPPS:

Kulturdreieck Südkärnten
Slovenski narodopisni inštitut/Slowenisches Volkskundeinstitut
Slovenska prosvetna zveza/Slowenischer Kulturverband
Kärntner Spezialitäten

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