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Alma Mahler-Werfel

Alma Mahler-Werfel gehört zu den faszinierendsten, aber auch umstrittensten Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts. Ihre Biografie liest sich wie das Who-is-who des geistigen Lebens zwischen Wiener Fin de siècle und den Jahren des Exils in den USA

Alma Mahler © Alma Mahler Production
Alma Mahler / Foto: Alma Mahler Production
1879 in Wien als Tochter des Landschaftsmalers Emil Jacob Schindler und der Sängerin und Schauspielerin Anna von Bergen geboren, wurde sie nach Schindlers Tod Stieftochter von Carl Moll, einem der Mitbegründer der Wiener Secession. Nach einem zwei Jahre dauernden schwärmerischen Verhältnis mit Gustav Klimt verliebte sie sich leidenschaftlich in Alexander von Zemlinski, bei dem sie Kompositionsunterricht nahm.

23jährig heiratete sie den knapp zwanzig Jahre älteren Gustav Mahler. Kurz vor Mahlers Tod unterhielt sie eine Affäre mit dem Architekten Walter Gropius, dem Begründer des Bauhauses, den sie nach Mahlers Tod und einem drei Jahre dauernden Liebesverhältnis mit Oskar Kokoschka heiratete. Ihren zweiten Ehemann betrog sie mit dem Schriftsteller Franz Werfel, mit dem sie zehn Jahre in wilder Ehe lebte, ehe sie ihn heiratete. Gemeinsam mit Werfel emigrierte sie 1938 in die U.S.A. Als „grande veuve“, wie Thomas Mann sie charakterisierte, widmete sie sich in den Jahren des Exils dem Nachlass Mahlers und verfasste ihre Autobiographie „Mein Leben“. 1964 starb sie 85jährig in New York. Beigesetzt wurde sie jedoch 1965 auf dem Grinzinger Friedhof in Wien.

In ihrer Villa in Wien und dem Sommerrefugium am Semmering unterhielt Alma Mahler-Werfel, deren Bedürfnis nach Geselligkeit legendär war, ebenso einen Salon wie später in Kalifornien und New York. Zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zählten Schriftsteller und Komponisten wie Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Alban Berg und Arnold Schönberg. Mit Friedrich Torberg führte sie in ihren letzten Lebensjahren eine ausführliche Korrespondenz.

Selten hat jemand solche gegensätzlichen Urteile erfahren wie Alma Mahler-Werfel. Weitgehende Einigkeit herrscht nur, was ihre Erscheinung und ihr Auftreten betreffen. Groß und gut aussehend, besaß sie eine geradezu magnetische Anziehungskraft, der sich nur wenige entziehen konnten.
Sehnte sich Alma Mahler-Werfel stets nach starken Männern, denen sie sich unterordnen konnte, geriet sie rasch in die Rolle der fürsorglichen Mutter, die ihre „Mannkinder“ pflegte und aufblühte, wenn diese auf ihre Hilfe angewiesen waren.

Im Grunde schüchtern und überdies stark schwerhörig, kaschierte sie ihre Hemmungen durch betont selbstbewusstes Auftreten. Ihre Neigung zur Depression verbarg sie hinter Geselligkeit, Zerstreuung und Alkohol. In der Beschreibung ihrer Persönlichkeit wechseln Leidenschaftlichkeit und Sinnlichkeit mit Begriffen von Kälte und Berechnung, und sie selbst hat wiederholt bekannt, ihr Inneres sei leer und nichts und niemand ginge sie wirklich etwas an.

Ausführliche Alma-Mahler-Biografie
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