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Gustav Mahler – Sein Werk

Gustav Mahlers Werk ist geprägt vom Gegensatz zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen irdisch-sinnlicher und geistig-übersinnlicher Welt. Mit Stilbrüchen und ironischen Anspielungen schlug er die Brücke vom 19. ins 20. Jahrhundert.

Gustav Mahler Komponierhäuschen in Maiernigg am Wörthersee © Österreich Werbung
Mahlers zehn Symphonien und Liederzyklen markieren einen Wendepunkt der Musikgeschichte. Und das, obwohl er sich nur zwei Monate im Jahr dem Komponieren widmete, in den Sommerferien. Dabei diente ihm vor allem die Natur als Inspirationsquelle. In Steinbach am Attersee zog sich Mahler während der Sommerfrische zum Komponieren zurück. Hier entstand die 2. und 3. Symphonie.

Den Großteil seiner Werke schuf Mahler allerdings in der „Villa Mahler“ in Maiernigg am Wörthersee in den Sommern 1900 - 1907. Dort schrieb er die 4., 5., 6., 7., und 8. Symphonie und die „Kindertotenlieder“. Noch heute inspirieren Mahlers emotionale Klangwelten Filmkomponisten wie etwa Ennio Morricone und John Williams.

Das Lied von der Erde
In einer Zeit schwerer persönlicher Krisen – 1907 starb Mahlers Tochter Anna, im selben Jahr wurde bei Mahler ein schwerer Herzfehler diagnostiziert – wollte Gustav Mahler das Schicksal überlisten. Sowohl Beethoven als auch Schubert, Dvořák und Bruckner hatten jeweils nur neun Symphonien geschrieben, ehe sie starben und so begann Mahler, der stets dem Mystizismus und Wunderglauben anhing, statt mit der Arbeit einer 9. Symphonie mit der Vertonung von Nachdichtungen chinesischer Naturlyrik. Was so entstand, sind Gesänge von einer verzweifelten Liebe zum Dasein, von existenzieller Einsamkeit, von Tod und Abschied nehmen, aber auch von der Gewissheit einer anderen Welt, die hinter der Sichtbaren zu ahnen ist.

Gustav Mahler verstand sich als Mittler zwischen den Sphären. Sein Selbst­verständ­nis kleidete er einmal in die Worte: „Man ist sozusagen selbst das Instrument, auf dem das Universum spielt.“ Dem entspricht sein Schwanken zwischen den Extremen des Ausdrucks, zwischen Bodenständigkeit und Transzendenz, Todesnähe und Euphorie, Tragik und Groteske. Dieses Nebeneinander der unterschiedlichsten musikalischen Idiome schließt den schlichten Volksliedton ebenso ein wie die strengste Polyphonie.