
Sisi und der ewige Umgang
Die Frauenmauerhöhle nordöstlich von Eisenerz wurde bereits von der Kaiserin Sisi erkundet. Die steirische Höhle ist eine Durchgangshöhle, die das darüberliegende Hochschwabmassiv auf einer Strecke von 644 Metern durchquert. Das weitverzweigte Frauenmauer-Langstein-Höhlensystem ist bislang erst auf 15 Kilometern Länge erforscht.
Heimat der Höhlen
Über 11.000 Höhlen verteilen sich über die einzelnen Bundesländer – vorwiegend im heimischen Karstgestein. Doch die beeindruckende Anzahl an mehr oder weniger leicht begehbaren Höhlen ist nur ein Aspekt. Dazu kommt noch eine beachtliche Reihe an Superlativen. So hat allein das Bundesland Salzburg drei Rekordhöhlen zu bieten: Die im Trias-Dachsteinkalk angelegte Eiskogelhöhle gilt etwa als höchstgelegene Schauhöhle Europas. Mit der Eisriesenwelt kann Salzburg überdies die größte Eishöhle der Welt bieten, und mit dem Lamprechtsofen-System bei Lofer die tiefste Durchgangshöhle der Erde: Sagenhafte 1632 Meter macht ihr Höhenunterschied aus.
Die Kraushöhle in der Nothklamm bei Gamsin in der Steiermark gilt als erste elektrisch beleuchtete Schauhöhle der Welt. Wenngleich Mineralien-Freaks eher eine zweite Besonderheit der Kraushöhle anziehen dürfte: die Herkunft der markanten Gipskristalle.
Höhlen für Mystiker, Kunstsinnige und Kids
Etliche dieser unterirdischen Naturwunder sind touristisch gut erschlossen. Das gilt vor allem für die bekannten Eis- und Tropfsteinhöhlen, wo man in meist einstündigen Führungen der atemberaubenden Welt "unter Tag" mühelos näher kommen kann. In der Dachsteinregion können Interessierte ein diversifiziertes Schauhöhlen-Angebot wahrnehmen: Da wäre einmal der fantastische Spaziergang, der hoch über dem Trauntal in die Dachstein-Rieseneishöhle führt.
Beim Besuch der nicht allzu weit entfernten Mammuthöhle erhalten die Besucher einen Einblick in die Entstehungsgeschichte von Höhlen und in die Arbeitsweise der Höhlenforscher.
In der Koppenbrüllerhöhle nahe Obertraun wirft man ein Auge auf den Grotten-Nachwuchs. Über einen kurzen Kletteraufstieg und einen sehr engen Schluf erreichen Höhlenforscher die verzweigten Urwassergänge, die das Wasser vor Jahrtausenden aus dem Berg gewaschen hat.
Höhlenbären und Höhlenperlen
Wer der Allander Tropfsteinhöhle in Niederösterreich einen Besuch abstattet, kann hier über ein 10.000 Jahre altes Braunbärenskelett staunen. Die kleine Einhornhöhle bei Dreistetten an der Hohen Wand birgt Knochen von Höhlenbären. In der Hermannshöhle, Niederösterreichs größte Tropfsteinhöhle, stehen indessen lebende Tiere im Fokus der Wissenschaft - die Fledermäuse.
In der oberösterreichischen Gassel-Tropfsteinhöhle fand man neben den üblichen Höhlenbärenknochen vier Zentimeter dicke Höhlenperlen.
Das Katerloch im steirischen Schöckelkalk ist die tropfsteinreichste Höhle des Landes. Die Lurgrotte bei Peggau, Österreichs größte Tropfsteinhöhle, kann erst nach dem Absenken des Wasserspiegels besucht werden, wofür ein eigener Entwässerungsstollen in den Berg getrieben wurde.
Die künstlich entstandene Eishöhle am Hintertuxer Gletscher legt einen eindrucksvollen Blick auf die Jahresringe des Tuxer Gletschers frei.

Der Randobach in Russbach am Pass Gschütt in der Wanderregion Dachstein West gibt den Weg vor: Eine „Schatzwanderung“ zieht sich entlang des Bächleins zu den Relikten Millionen Jahre alter Erdgeschichte.
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