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Steirisches Thermenland

Das „Thermenland Steiermark“ ist eine Erfolgsstory: Eine Prise Kunst, eigenständige Spa-Rezepte, ein Schuss Kurort-Historie und vielfältige Warmwasser-Freuden lassen in den steirischen Thermen keine Wellness-Wünsche offen.

Rogner Bad Blumau, Steiermark/ Architekt: F. Hundertwasser  © Österreich Werbung/ Rogner Bad Blumau
Die bis zu 111 Grad heißen Thermal-Quellen, die aus einer Tiefe von bis zu 3.000 Metern nach oben drängen, verleihen der fruchtbaren Gegend eine besondere Identität: „Thermenland Steiermark“ nennt man die Region. Längst verbinden sich mit diesem Begriff mehr als nur wohltuend warme Bäder und Apfel-Masken, markiert das „Thermenland Steiermark“ doch eine bemerkenswerte Erfolgsstory. Nach rund 175 Jahren Thermen-Tradition hat sich hier binnen zweier Jahrzehnte eine weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Konzentration an Wellness-Einrichtungen etabliert. Sechs Thermen sorgen dabei für perfekte Erholung: Bad Radkersburg, Bad Gleichenberg, Loipersdorf, Bad Blumau, Bad Waltersdorf und Sebersdorf.
 
Wörtlich ist in der oststeirischen Therme Bad Waltersdorf der Begriff „Spa-Menü“ zu nehmen. Denn die Steireräpfel-Massage ist bloß ein Wellness-Happen neben anderen. In eigens entwickelten Achterbewegungen wird Kürbisöl einmassiert, um so, neben Aspekten der Hautpflege, etwaigem Burnout vorzubeugen. Kombiniert mit Getreide werden Kürbiskern-Packungen für Gesichtsbehandlungen herangezogen. Und noch mit weiteren „Kraftstoffen“ der steirischen Urnatur können sich die Thermengäste verwöhnen lassen: Neben Kürbisöl kommt auch hausgemachtes Honig-Kräuteröl, Johanniskrautöl oder Efeu-Zinnkrautöl zum Einsatz. Vertraute Wellness-Ingredienzien wie Heublumen oder frische Hochmoor-Erde runden das Erleben à la „Styrian Spa“ ab.
 
 
Vom Curort zur Avantgarde-Architektur
Schon seit der Römerzeit werden die alkalischen, von kohlesaurem Natron und Chlornatrium geprägten Bad Gleichenberger Heilquellen genutzt. Darauf verweisen nicht zuletzt auch Funde im lokalen Römerbrunnen. Schlendert man an den Fassaden und Cafés der kleinstädtisch geprägten Straßenzüge vorbei, stellen sich aber vor allem Reminiszenzen an den Kur- und Badetourismus der k. u. k. Monarchie ein. Begeistert vom milden pannonischen Klima und dem reizvollen Landschaftsbild der „gleichen Berge" legte Reichsgraf von Wickenburg, der damalige Gouverneur der Steiermark, im Biedermeier den Grundstein zum „Curort Gleichenberg“, dem 1926 schließlich das Beiwort „Bad“ im Namen verliehen wurde. Damit blickt Bad Gleichenberg heute auf 175 Jahre Wellnesstourismus zurück, wovon auch der 20 Hektar große Kurpark und Herrschaftsvillen aus der Biedermeierzeit erzählen.

Aber auch die Gegenwart präsentiert sich mit Stil: Das 2008 eröffnete Heilbad mit Kurhaus und das 4-Sterne-Hotel des „Life Medicine Resort“ versprechen auch in architektonischer Hinsicht Labsal – und durften sich dabei über Lob der Architekturkritik freuen. Wasser, Licht, Stein, Holz – so puristisch und elementar, wie es sich für das Prinzip Therme ziemt, fallen diese Bauten aus. Zeitlos scheinen auch die therapeutischen Schwerpunkte zu sein: Nach wie vor steht die Behandlung von Erkrankungen der Luft- und Atemwege sowie der Haut (Neurodermitis und Schuppenflechte) im Mittelpunkt. Ein Novum stellt die Kältekammer zur Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates und der Migräne dar: Drei Minuten bei minus 110 Grad – so sieht die damit verbundene Therapie aus. Nicht ganz so extrem fällt die übrige Ausstattung aus: Außen- und Innenpools, Luftliegen, Massagewände und Schwallduschen, Wärmebänke, finnische Sauna, Soledampfbad, Infrarotkabine, Kneipp-Becken, Eisgrotte und Ruheräume mit offenem Kamin zählen dazu.
 

Thermen für jeden Wellness-Typ
Auch Bad Radkersburg, im äußersten Südosten der Steiermark gelegen, hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Am Schnittpunkt von drei weiteren Sprach- und Kulturräumen – Slowenien, Kroatien, Ungarn – ist hier nicht nur ein offenes und tolerantes Städtchen entstanden, das sich heute über die Europagoldmedaille für Denkmalpflege freuen darf. Denn als 1927 vor Ort nach Erdöl gebohrt wurde, stieß man auf einen erdalkalischen Säuerling – heute der „Alte Brunnen“ der Kurallee. Offizieller Kurort ist die Grenzstadt zu Slowenien seit 1975, sie setzt mit der Parktherme Bad Radkersburg vor allem auf Bewegung. Typisch für den aktiven Ansatz ist dabei das ganzjährig benutzbare 50-Meter-Sportbecken.
 
Auch die weiter nördlich gelegene, von zahlreichen Brunnen geprägte Stadt Fürstenfeld schlägt in eine ähnlich vitale Kerbe. Immerhin gilt das hier gelegene Freibad mit einer Wasserfläche von 23.000 Quadratmetern als größtes Europas. Ein Zehnmeter-Sprungturm und die 115 Meter lange Speed-Rutsche garantieren hier Badespaß für die ganze Familie – Ansätze, die auch die mit Wasserattraktionen wie dem wilden „Colorado River“ oder Österreichs breitester Doppelreifenrutsche ausgestattete Therme Sebersdorf verfolgt.
 
Als Familientherme versteht sich auch die nur wenige Autominuten von Fürstenfeld entfernte Therme Loipersdorf – deren „Baby-Beach“ dank echtem Sand und Muscheln aus Florida, Wellenbad, Acapulco-Becken und Multimedia-Wasserrutsche ebenfalls spielerischen Badefreuden frönt. Doch die Therme Loipersdorf konzentriert sich auch auf alternative Spa-Philosophien. Wer fernöstliche Heilmethoden, ätherische Öle, aber auch schwefelhaltigen Natur-Fango bevorzugt, ist hier am richtigen Ort. Aktiv kann man in Loipersdorf aber auch jenseits der Wasserlinie sein: Ein eigenes, vier Waldstrecken umfassendes Lauf- & Walking-Geflecht wurde im Umfeld der Therme angelegt. Etwas langsamer ist man auf dem nahen Kraftwanderweg unterwegs, am keltischen Baumkreisweg oder dem Kreuz & Quer Pilgerpfad.
 

Hundertwassers „Paradies um die Ecke“
Dass die Philosophie von Thermen auch mit Beschaulichkeit zu tun hat, darauf verweisen auch andere Beispiele des „Thermenlandes Steiermark. Das Rogner Bad Blumau setzt auf die Verbindung von Therme und Kunst. Pünktlich zum dreizehnten Geburtstag der Therme Blumau wurde die grüne Skulptur der Wassergöttin fertig gestellt – geschaffen aus drei verzinkten dreidimensionalen Stahlkonstruktionen, die Körper und Hände darstellen, und die mit vierzig Kubikmetern Humus befüllt wurden. Ein idealer Nährboden für tausende Efeupflanzen, Fette Hennen, Hornkraut, Mauerpfeffer, Knöteriche. André Heller, der Schöpfer der grünen Plastik, fügte sich dabei perfekt in das lebende Gesamtkunstwerk ein, das sein malender Kollege Friedensreich Hundertwasser hier hinterlassen hatte: Begrünte Dächer, runde Formen, bunte Fassaden und goldene Kuppeln prägen die fantastische Themenlandschaft, die auf Anhieb zur Ikone des „Steirischen Thermenlandes“ wurde. Überlässt man sich im Rogner Bad Blumau der Vulkania Heilquelle, dann versteht man auf Anhieb, was der Maestro damit gemeint haben mag. Der natürliche Solegehalt dieses Urmeers trägt und macht schwerelos. Wasser wie Seide, aufgefangen in einem See mit der wärmsten Badetemperatur unter freiem Himmel.

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