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Schokobad & Kartoffelpeeling

Baden im Bier, Einweichen im Wein, kernig dank Kürbiskernöl-Massage: Das sind nur einige der hausgemachten österreichischen Wellness-Rezepte, die auf altes Wissen zurückgreifen – und der breiten Palette regionaler Lebensmittel interessante neue Aspekte abgewinnen.

Entspannendes Bad im Wellnesshotel
Schoko-Spa
Der Duft ist unverkennbar: aromatisch, betörend, süß. Klar: das ist Schokolade, die sündige Versuchung! Bloß: Wer den luxuriösen Spa-Bereich des Wiener Hotel Sacher betritt, der duftet hinterher mitunter selbst ein wenig danach. Mit der vielleicht berühmtesten Torte der Welt, der Original Sacher-Torte, hat das freilich nichts zu tun. Das heißt: nicht unmittelbar. Denn ein gewollter Verweis auf die große Konfiserie-Kompetenz verbirgt sich hinter den ungewöhnlichen Spa-Behandlungen, mit denen das „Sacher“ neuerdings aufhorchen lässt, durchaus: Es sind Anwendungen rund um die Kakaobutter. Damit nascht das Wiener Hotel bei einem ungewöhnlichem Wellness-Trend mit.
 Die geschätzten Gäste durch den Kakao ziehen? Das tut man im Sacher freilich nur, wenn es der Gesundheit dient. "Hot Chocolate Treatments" – unter dieser Bezeichnung bietet das Traditionshaus nicht nur Chocolate Bath & Shower Gel, Chocolate Body Lotion sowie Chocolate Body Scrub an, sondern auch Schokoladenbehandlung samt straffendem Peeling als Ganzkörperpflege.

Echte Beauty-Desserts für Haut und Gesicht – garantiert ohne Kalorien.
Schokolade ist – im Gegensatz zur Sachertorte – keine originär österreichische Erfindung. So greift das Hotel Sacher mit seinem Schoko-Spa denn auch lediglich einen internationalen Trend auf, der der ohnehin engen Verflechtung von Kulinarik und Schönheit neue Aspekte abzugewinnen vermag. Spa-Zusätze, die wie die Einkaufsliste zu einem Gourmet-Dinner klingen, spielen dabei die Hauptrolle – und nicht selten handelt es sich um regionale Besonderheiten, die nun aus einer neuen Perspektive entdeckt werden.

Vinotherapie
Das verrät auch ein Blick auf das Thema Wein: raffiniert und facetten­reich, harmonisch und ausgewogen, gehaltvoll mit intensiven Akzenten. Was hier zunächst wie die sachkundige Beschreibung eines edlen Weines klingt, erzählt in Wahrheit von den Finessen der Vinotherapie, die auf den traditionellen Inhaltsstoffe von Weintrauben und Traubenkernölen aufbaut und auch im niederöster­reichi­schen Loisium gepflogen wird. Das moderne Weinviertler Architektur-Juwel, das mit Korkenwänden und Weinflaschen-grünen Elementen dem Leitmotiv Wein Vielfältiges abzugewinnen versteht, hält auch da mühelos mit. Beispiel Barrique Bath & Body Wrap, eine jener Wellnessanwendungen, die sich der erstaunlich breiten Palette vinotherapeutischer Techniken bedient: Süß und entspannend wirkt das Trauben-Aroma-Bad in der Weinfass-Wanne auf die Gäste ein. Eine sanfte Körper- und Fußmassage mit reinem Traubenkernöl ergänzt die dionysische Relax-Stunde.
 Der Einstieg ins Badefass ist aber bloß eine Option unter vielen.

Baden in Bier und Buttermilch
Wer nicht im Wein schwimmen möchte – kann andernorts im Bier baden. Denn schließlich ist Österreich ja auch ein Land des Biers, das mitunter sogar körperwarm im Badebottich serviert wird. Das Seefelder Hotel Diana zählt zu den Plätzen, an denen Hopfen, Malz und Hefe – alles unvergoren – als Bad angeboten werden. Um einen Gag handelt es sich dabei nicht: Die Hefe entfaltet ihre heilende Wirkungen bei einigen Hautleiden, vor allem aber wirkt der Hopfen bei Schlafstörungen. Zwanzig Minuten kann man den würzigen Duft im schäumenden Sprudelbad und bei 35 °C genießen und darf hinterher, in Leinentücher gewickelt, eine Dreiviertelstunde im Strohbett dösen – welch eine Wonne!

Mit Bier und Wein ist die Liste der Badezusätze, die aus dem regionalen Lebensmittel-Zulieferbetrieb stammen, freilich nur angerissen. Auch die traditionell starke österreichische Milchwirtschaft hat das eine oder andere Wellness-Vollbad parat. Buttermilchbäder, wie sie etwa im Hotel Sonnhof im Salzburger Land angeboten werden, regenerieren die Haut und lassen sie samtig weich werden.
Und auch über die selten genossene Ziegenmilch sollte man keineswegs meckern – und am allerwenigsten im Spa. Ziegenmilchbäder setzen auf das ausgewogene Fettsäurespektrum der Ziegenmilch und führen der Haut wichtige Vitamine und Mineralien zu: Kalzium, Magnesium oder Kalium etwa. 

Erdäpfelpackungen
Darüber kann man auch im 1. Erdäpfel-Landhotel Ranklleiten im oberösterreichischen Almtal etwas erzählen. Dass Erdäpfel mehr drauf haben als Salat und Knödel, können Gäste hier nämlich auch in Form von Erdäpfelpackungen oder Erdäpfelbädern erfahren. Nachgesagt wird dem Erdapfel ja einiges: reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen, arm an Kochsalz soll er entschlackend wirken, sich überdies bei Rheuma, Gicht, Ischias und Zuckerkrankheit positiv auswirken. Kein Wunder, dass man hier und an anderen Orten die geballte Wellness-Wucht der Knolle auch in Form von Peelings oder Packungen entdeckt hat. 

Traditionell Steirische Medizin
In der Steiermark geht man über solche Rezepte sogar noch hinaus – indem man aus Gemüse und Obst gleich eine eigene Gesundheitsrichtung entwickeln will. So pflegt man beispielsweise in der Heiltherme Bad Waltersdorf seit einiger Zeit die Lehre der TSM, sprich: der Traditionell Steirischen Medizin. Seit Jahrhunderten kennen und nutzen die Menschen in der Steiermark die Heilkräfte von Kräutern, Moor und Kürbiskernöl. Hier werden die "kulinarischen Coverstars" der Region richtig angewendet: Eisapfel-Maske, Entschlackungsmassagen mit frisch gepresstem Apfelsaft-Leinöl-Mix oder Kürbisölmassagen finden bei den Gästen großen Zuspruch.