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Oststeirische Römerweinstraße

Die Oststeirische Römerweinstraße liegt in einer ganz und gar lieblichen Gegend. Sanftes Hügelland, durchbrochen von kleinen Wäldern und sanft abfallenden Weinbergen – wie geschaffen für die hedonistischen alten Römer.

Oststeirische Römerstraße © TRV Oststeiermark

Das Gebiet zwischen Gleisdorf, Hartberg und Bad Waltersdorf ist eine der ältesten Kulturlandschaften des Landes. Archäologische Spuren reichen bis zur Jungsteinzeit zurück. Hier lebten die Kelten, deren Königreich Noricum schließlich 16 v. Chr. von den Römern unterworfen wurde. Der Konflikt in der Oststeiermark verlief übrigens vollkommen unaufgeregt und gewaltlos – vielleicht erschien es den hedonistischen Römern schon bei ihrer Ankunft als unvermuteter Willkommensgruß, dass die Kelten hier bereits seit Jahrhunderten Wein anbauten. 

Die Römerstraße beginnt in Gleisdorf, das über drei Jahrhunderte eine keltoromanische Großsiedlung mit sogar eigenem Amphitheater war. Folgt man den Spuren der Römer weiter nach Nordosten, gelangt man in die kleine Stadt Hartberg, über der sich der Ringkogel, das Wahrzeichen der Gegend, erhebt. Hier wurden bereits während der Jungsteinzeit Wälle errichtet, die wohl weniger der Verteidigung als kultischen Zwecken dienten. Vieles aus dem Leben der Kelten liegt heute immer noch im historischen Dunkel. So sehr sich Archäologen auch bemühen, die legendenumwobene Hauptstadt ihres Königreichs, Noreia, wurde bis heute nicht gefunden – sie ist das letzte große, noch zu lüftende Geheimnis der Frühgeschichte Österreichs. Wie anders waren da die Römer – in der Oststeiermark finden sich heute noch zahlreiche Zeugnisse ihrer Macht: Die deutlichste römische Besiedlungsspur liegt gleich in der Nähe von Hartberg – die Villa Rustica in Löffelbach. Sie war der Sitz eines römischen Gutsherrn, der hier eine 40 Meter lange Repräsentationshalle mit Apsis, großzügige Wohnräume sowie eine komfortable Badeanlage nach dem Vorbild einer prächtigen Kaiservilla errichten ließ. Spaziert man entlang der gut erhaltenen Grundmauern, erhält man einen lebhaften Eindruck, wie beschaulich es sich auf dem Lande in einer friedlichen, römischen Provinz wie der Oststeiermark leben ließ.

Mondän dürfte auch das Leben in Bad Waltersdorf gewesen sein. Davon zeugen nicht nur die sanft in die Landschaft eingebetteten Weinhänge, sondern auch zahlreiche Denkmäler römischer Bürger. So lässt etwa das berühmte marmorne Ehrensitzrelief, das sich heute im barocken Pfarrhof befindet, darauf schließen, dass die Umgebung Siedlungsgebiet höhergestellter Persönlichkeiten gewesen sein muss. Eine Sammlung weiterer bemerkenswerter Römersteine aus dem 1. und 2. Jahrhundert – darunter viele fein ziselierte Grabsteine – lässt sich in dem modern gestalteten Freilichtmuseum neben der Pfarrkirche besichtigen.

Heute ist Bad Waltersdorf eine Wellness-Oase – ganz im Sinne der römischen Badekultur. Wer sich zum Abschluss dieser Reise im warmen Thermalwasser der Heiltherme räkelt, kann schließlich am eigenen Leib erfahren, dass hier sinnliches Genießen seit Jahrtausenden Tradition hat.
www.oststeirische-roemerweinstrasse.at