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Steirisch-burgenländische Schlösserstraße

Ritter, Hexen, Zauberer, Legenden, Sagen und längst erloschene Vulkane – das sind die Zutaten der 18 Burgen und Schlösser auf der steirisch-burgenländischen Schlösserstraße.

Riegersburg © Österreich Werbung/Herzberger
Riegersburg in der Oststeiermark © Österreich Werbung, Herzberger

Der Südosten Österreichs gehört zu den burgen- und schlösserreichsten Regionen der Erde. Am Rande des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gelegen, entstand hier im Mittelalter eine dichte Reihe von Burgen, die als Schutzwall gegen wilde Reitervölker aus dem Osten und das sich ausbreitende Osmanische Reich dienten.

Die meisten Festungen hier können sich damit rühmen, nie in Feindeshand gefallen zu sein. Darunter die 850 Jahre alte Riegersburg. Auf einem 482 Meter hohen Vulkankegel inmitten der Oststeiermark gelegen, müsste man diese Burg schon erfinden, würde sie nicht in realita existieren. Erscheint sie doch angesichts ihrer Lage hoch über den oft nebelverhangenen Feldern wie ein Traumgebilde aus dem „Herr der Ringe“. Lange Zeit galt sie als „stärkste Festung der Christenheit“. Heute lässt sich die einst uneinnehmbare Riegersburg über einen Schrägaufzug leicht „erobern“. Und weil sie immer noch Mystik umweht, gibt es zur Walpurgisnacht und an lauschigen, sommerlichen Vollmondnächten Darbietungen, in deren Mittelpunkt das Werk von Hexen und Zauberern steht.

Reist man durch das steirische Thermenland weiter nach Norden, „stolpert“ man über weitere historische Bauwerke, etwa die Schlösser Herberstein, Schieleiten oder Hartberg. Unversehens ist man in jenem Bundesland gelandet, dessen Name bereits sein Motto ist: das Burgenland. Inmitten des Naturparks Geschriebenstein, einer der abgeschiedensten Gegenden Mitteleuropas, liegt die 1000 Jahre alte Burg Bernstein. Hier wurden Teile des Films „Der englische Patient“ gedreht. Schließlich hatte der Held des Films, Ladislaus Almásy, hier gelebt. Seine Familie übernahm 1892 das auf einem Felsblock über der pannonischen Tiefebene liegende Schloss von den ungarischen Grafen Batthyány, die hier jahrhundertelang residiert hatten. Wer im Schlosshotel übernachtet, kann nicht nur die authentische Burgatmosphäre genießen, sondern auch mehr über die arabischen Schriftzeichen erfahren, die der reisefreudige „englische Patient“ hier im Gemäuer hinterlassen hat. 

Nicht weit davon entfernt befindet sich die letzte echte Ritterburg Österreichs – Burg Lockenhaus. Sehenswert ist der Rittersaal, eine zweischiffige Halle mit Kreuzrippengewölbe und die Burgkapelle mit mittelalterlichen Fresken. Wie es sich für eine Ritterburg gehört, kann auch Lockenhaus mit einer Reihe schauriger Geschichten aufwarten. Die grausamste ist wohl jene der Burgherrin Elisabeth Báthory (1560–1614), die die unangenehme Eigenheit gehabt haben soll, junge Mädchen angelockt und danach sadistisch gefoltert und umgebracht zu haben. Da sie sich aus dem Blut von Jungfrauen ewige Schönheit versprach, bekam sie den Beinamen „Blutgräfin“.

Heute geht es in Lockenhaus friedlicher zu. Im Sommer sind beim Kammermusikfest hochrangige Musiker aus aller Welt zu Gast, um unter der Ägide des weltbekannten Geigers Gidon Kremer Klassisches und Modernes zum Besten zu geben. Was tatsächlich gespielt wird, ist ein wohl gehütetes Geheimnis, denn das Programm der Konzerte wird jeweils erst am Vortag bekanntgegeben. Nur eine der vielen Überraschungen, die die Schlösserstraße zu bieten hat.
www.schloesserstrasse.com

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