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Steirische Eisenstraße

Die höchste von Menschen erbaute Stufenpyramide steht im Herzen der Steiermark – ihr Inneres beherbergt wertvolles Gestein. Der Erzberg: Mit seinen 24 Stufen zu je 24 Metern Höhe ist er der weltweit bekannteste Ort des Eisenerzabbaus – und zugleich Mittelpunkt der Steirischen Eisenstraße.

Gesäuse © Steiermark Tourismus/Wiesenhofer

Reist man von der Stadt Leoben, dem Tor zur Eisenstraße, nach Eisenerz, begegnen einem laufend gegenwärtige und historische Zeugen der Eisenverarbeitung. Das beginnt schon in Donawitz, wo im Betrieb der Voest Alpine mit modernsten Verfahren Eisen zu Stahl verarbeitet und die längste Schiene der Welt hergestellt wird. Wenig später bekommt der Besucher im Radwerk IV in Vordernberg vor Augen geführt, wie in früheren Jahrhunderten Roheisen hergestellt wurde – anhand des einzigen heute noch funktionierenden Holzkohlehochofens.

Nachdem man den Präbichlpass überwunden hat, erreicht man das alles beherrschende Markenzeichen der Region – den Erzberg. Weiterfahren gilt hier nicht! Denn im Schaubergwerk lässt sich auf eindrucksvolle Weise die 1000 Jahre alte Geschichte des Erzabbaus, an dessen Beginn übrigens die Legende von einem Wassermann stand, nachvollziehen, darüber hinaus wird man hier mit dem größten Fahrzeug der Welt, dem 860 PS starken Erztransporter „Hauly“, zu den einzelnen Betriebspunkten des Erzbergs geführt. Und wer sich um Punkt 9.53 Uhr am Erzberg einfindet, kann die tägliche Sprengung auf einer der 24 Erzabbaustufen erleben. Aber bitte Abstand halten – ca. 40.000 bis 50.000 Tonnen Gestein werden pro Sprengvorgang weggesprengt.

In Eisenerz, der alten Bergbaustadt im Talgrund, wird einem bewusst, dass das Eisen langsam zur Neige geht. Seine große Bedeutung hat der Ort verloren, die Jugend wandert ab. Doch der Schichtturm, ein wunderschöner Renaissance-Bau aus dem Jahr 1584, thront als Wahrzeichen immer noch stolz über der Stadt. Hier wurde jahrhundertelang die Schicht der Knappen eingeläutet oder vor Brand und Hochwasser gewarnt.

Eine Besonderheit der Region ist es, dass trotz der frühen Industrialisierung die Natur erhalten werden konnte. Die Eisenstraße ist eines der waldreichsten Gebiete Österreichs, und sie beherbergt noch einen weiteren Schatz: reines, klares Wasser. Unberührte Bäche, mächtige Wasserfälle und glasklare Seen fügen sich pittoresk in das Kalksteingebirge von Eisenerzer Alpen und Hochschwab. Am tiefgrünen Wasser des Leopoldsteiner Sees verbrachte schon Erzherzog Johann, der der Eisenindustrie im 19. Jahrhundert zu ihrer größten Blüte verhalf, viele Stunden. Heute lässt sich rund um den See die Region auf attraktiven Wanderwegen erkunden. Je weiter man Richtung Gesäuse vordringt, umso bizarrer wird die Landschaft, umso enger die Schluchten. Das steil abfließende Wasser wird in Wildalpen über die Zweite Wiener Hochquellenwasserleitung in die Bundeshauptstadt befördert – täglich 2,2 Millionen Liter. Für Freunde des kühlen Nass ist die tosende Salza das Wildwassereldorado schlechthin. Dort, wo früher die Holzbestände über Flöße den Fluss hinunterbefördert wurden, tummeln sich heute Kajak- und Raftingsportler. Und besonders Wissenshungrige können beim Eco-Rafting mehr über die geologische Geschichte des Naturparks Eisenwurzen erfahren. Und die ist nun doch schon etwas älter als das Zeitalter des Eisenabbaus: nämlich rund 250 Millionen Jahre.
www.eisenstrasse.co.at