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Steirische Holzstraße

In der waldreichen steirischen Region Murau hat Holz eine lange Tradition: als Bau- und Werkstoff, als Energielieferant, als Musikinstrument oder als Objekt der bildenden Kunst. Holz ist hier Wirtschaftsfaktor und Kulturträger zugleich. Die Holzstraße verbindet die zahlreichen historischen und modernen Holzobjekte der Region.

Holzeuropabrücke zwischen St. Georgen und St. Lorenzen  © Holzwelt Murau

Holz ist den Murauern eine Herzensangelegenheit. So sehr, dass sie auch ihre eigene Sprache zu gewissen Dingen entwickelt haben. Ein Türöffner aus Holz heißt hier etwa „Föflaz“, ein Holzgefäß nennt sich „Frentn“, und ein Nudelholz wird schlicht als „Hoizdrum“ bezeichnet. Dennoch ist man als Besucher auf der Holzstraße nicht immer auf dem Holzweg: In der landschaftlich reizvollen Region um Murau wird auf rund 150 Kilometern anhand von mehr als 70 Objekten die vielfältige Einsatzweise des Werkstoffs Holz anschaulich dargestellt: Ein überdimensionaler Fuchsschwanz, als Symbol der Holzverarbeitung, weist in St. Ruprecht ob Murau den Weg zu einem Museum der besonderen Art: dem Holzmuseum. Ursprünglich ein Rinderstall, wird in dem seit 20 Jahren bestehenden Museum heute in oft ungewöhnlicher Art über den Rohstoff Holz und seine Verwendung in Vergangenheit und Gegenwart informiert. In weiteren Gebäuden, etwa dem „Forstturm“, dessen Architektur eine reizvolle Verbindung zwischen Holz und Glas eingegangen ist, erfahren Besucher alles über die Flora und Fauna des steirischen Waldes. Ein Erlebnis für die ganze Familie sind weitere Angebote des Holzmuseums wie Bastelworkshops, Holzspielplatz, Arboretum (ein Baumgarten mit über 70 Holzgewächsen) oder Sonderausstellungen wie etwa die aktuelle Schau, die sich ausschließlich der Lärche widmet.

Apropos Lärche: Die größte freitragende Holzbrücke Europas steht im Bezirk Murau und besteht ausschließlich aus Lärchenholz. Auf einer Höhe von 25 Metern über der Mur verbindet sie auf 85 Metern Länge die Ortschaften St. Georgen und St. Lorenzen. Nicht weniger als 550 Kubikmeter des Kiefernholzes wurden für diese Brücke verarbeitet. Mit ihrer Tragfähigkeit von 60 Tonnen ist sie auch für den Schwerlastverkehr zugelassen und gilt als Meisterleistung des steirischen Holzbaues.

Auf eine andere Holzart sind die Murauer besonders stolz: die Zirbe. Diese kleinwachsende Kiefernart kommt vor allem auf Höhen zwischen 1.500 und 2.000 Metern Seehöhe vor. Auf ausgedehnten Wanderwegen in der noch ursprünglichen Bergwelt rund um Murau kann man diese seltene Baumart noch entdecken. Schließlich erstreckt sich zwischen Frauenalpe und der Turracher Höhe der größte geschlossene Zirbenwaldgürtel in Europa. Bei Möbeltischlern ist das wertvolle, weiche Zirbenholz  vor allem wegen seiner lebhaften Zeichnung begehrt. Außerdem ist das rötlich-braune Holz ausgesprochen gesund. Laut einer Studie des Joanneum Research in Graz schläft man in einem Bett aus Zirbenholz besser und tiefer, da sich die Herzfrequenz um 3500 Schläge pro Nacht reduziert, das entspricht etwa einer Stunde „Herzarbeit“. Offensichtlich wussten die Steirer schon immer von dieser wohltuenden Wirkung, denn viele Gaststuben in der Region sind seit jeher mit Zirbenholz verkleidet – nur einer von vielen Beweisen, dass die Murauer in Sachen Holz anderen um Jahresringe voraus sind.
www.holzstrasse.at