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Straße der Kaiser und Könige

Was wäre damit, einmal ein Land so zu bereisen, wie es früher Kaiser und Könige taten? Aber am besten ganz inkognito. Schließlich will man sich der Landschaft und ihren Menschen ganz ungezwungen nähern.

Schloss Schönbrunn © Österreich Werbung/Wiesenhofer

Der alte Königsweg ist ein Stück europäischer Geschichte, der auf österreichischem Boden durch das Kernland der Donaumonarchie führt. Dabei durchquert er wichtige Kultur- und Herrschermetropolen mit barocken Schlössern, Klöstern und prachtvollen Residenzen, die die reiche Geschichte des Donautals geprägt haben.

Für eine Reise entlang der Donau sollte man sich Zeit lassen, dem Strom und seinem Rhythmus folgen, den Windungen und auch Hindernissen. Hinter Passau, in Vichtenstein, hatte man früher Floße hergestellt, die den schwierigen Transport auf der Donau ermöglichten. Von hier führt die Reise nach Engelhartszell, wo sich Österreichs einziges Trappistenkloster, Stift Engelszell, befindet. Wie viele Trappisten stellen die dort lebenden Mönche den Trappistenkäse, einen schmackhaften Weichkäse, her. Bekannt ist Engelszell außerdem für seinen ausgezeichneten Klosterlikör. Vorbei an der Schlögener Schlinge, in der sich die Donau um einen bewaldeten Felsrücken pittoresk um 180 Grad dreht, gelangt man über Eferding schließlich nach Linz, das den Besuchern vor allem viele kulturelle Höhepunkte bietet, allen voran das Aushängeschild für moderne bildende Kunst, das Lentos-Museum, das sich wie ein kubistischer Leuchtkörper entlang des Donauufers erstreckt.

Was die wenigsten wissen, ist, dass Linz im Mittelalter für einige Jahre Kaiserresidenz war. Es war die Zeit, in der Oberösterreich durch seine Salzvorkommen und das Eisenwesen zu Reichtum und Bedeutung gelangt war. Das reich ausgestattete Linzer Schloss, in dem Friedrich III. von 1489 bis 1493 residierte, legt noch heute Zeugnis darüber ab.

Auf ihren Reisen ins Reich nächtigten die Habsburger auch gerne im Augustiner Chorherrenstift St. Florian, wo sie sich nicht weniger als 16 Kaiserzimmer prunkvoll einrichten ließen. Nicht weniger königlich ist Enns, die älteste Stadt Österreichs, die vor allem durch ihren mittelalterlichen Stadtkern verzaubert. Schließlich erreicht die „Straße der Kaiser und Könige“ den mäandernden Strudengau und den engen Nibelungengau mit den sehenswerten Schlössern Luberegg und Artstetten. Es ist das „Land der Stifte und Wallfahrten“, zu dem auch die Wachau gehört, die ebenso wie ihr Wahrzeichen, das majestätische Benediktinerstift Melk, zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Kaum eine Landschaft in Österreich ist vielfältiger und hat derart zahlreiche bedeutende Kulturdenkmäler aufzuweisen: etwa die Burgruine Dürnstein, in der der englische König Richard Löwenherz im 12. Jahrhundert gefangen gehalten wurde. In Aggsbach, Spitz oder Weißkirchen lassen sich gemütliche Zwischenstopps einlegen – denn durch das milde pannonische Klima gedeiht hier hervorragender Wein, angelegt auf Rebterrassen, die die Landschaft über Jahrhunderte geformt haben.

All diese Wege sind übrigens auch gut per Rad erkundbar. Und wer es besonders ausdauernd liebt, kann auf dem bestens ausgebauten Donauradweg die 365 Kilometer zwischen Passau und Bratislava durchgehend auf dem Drahtesel zurücklegen.

Nach einem Zwischenstopp in der Weinstadt Krems und der Messestadt Tulln geht es schließlich weiter nach Wien, dem Zentrum des Habsburgerreichs und der ehemaligen Donaumonarchie. Imperialer Glanz ist hier bei jedem Schritt spürbar, sei es auf der prächtigen Ringstraße, in den prunkvollen Palais oder auf dem Stephansplatz mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Stephansdom. Wenn man sich schließlich in den kaiserlichen Residenzen wie Schloss Schönbrunn oder der Hofburg wie zu Hause fühlt, dann hat die „Straße der Kaiser und Könige“ ihre Wirkung nicht verfehlt.
Straße der Kaiser und Könige