Goldener Wanderherbst im Tannheimer Tal
Eine einzigartige Natur, über 300 Kilometer gekennzeichnete Wege sowie die traditionellen Almabtrieb machen das Hochtal zu einem Urlaubsparadies.
Seen, Berge und eine einzigartige Flora und Fauna: Das Tannheimer Tal mit seinen über 300 Kilometern gekennzeichneten Wegen ist ein Paradies für Spaziergänger und Wanderer. Familien mit Kindern finden hier ebenso ideale Bedingungen wie Bergwanderer. Das fanden auch mehr als 3.500 Fachmedien-Leser, die das Tannheimer Tal bereits zum dritten Mal zu Österreichs beliebtestem Wanderziel kürten.
Gäste, die es in die Berge zieht, können im Tannheimer Tal aus einer großen Anzahl von Ein- und Mehr-Tages-Touren wählen. Insgesamt 31 Almen und Hütten warten auf die Wanderer. Als besondere Highlights gelten zum Beispiel die Drei-Hütten-Tour mit Abstecher zur Krinnenalm, zur Edenalm und zur Gräner Ödenalpe oder die rund dreistündige Wanderung zur Landsberger Hütte. Ausgangspunkt für letztere ist der Vilsalpsee. Von hier geht der Weg zunächst durch ein mit Birken und Erlen bewachsenes Tal hinauf zum Traualpsee und weiter entlang des Lachensees bis zur Landsberger Hütte. Hier oben können die Wanderer
sich ausruhen, das herrliche Panorama genießen und vielleicht sogar auf den Sonnenuntergang warten.
Wer absolut trittsicher und schwindelfrei ist, kann am nächsten Morgen von der Landsberger Hütte aus die umliegende Gipfelwelt erkunden. Die Steinkarspitze (2.068 Meter), die Rote Spitze (2.130 Meter), die Lachenspitze (2.126 Meter), die Lailachspitze (2.274 Meter) und die Schochenspitze. Dieses Gipfel-Hopping dauert acht bis zehn Stunden und erfordert nicht zuletzt eine ziemlich gute Kondition. Ebenfalls eine besondere Herausforderung ist die Tannheimer Gruppe mit Gimpel, Rotflüh und dem Friedberger Klettersteig.
Ein besonderes Erlebnis für Kinder ist zum Beispiel eine Wanderung zu einem der sommerlichen zünftigen Almfeste. Ebenso lohnenswert und das bei jeder Witterung ist ein Spaziergang auf dem neuen Erlebnisweg rund ums Neunerköpfle. Von der Bergstation auf 1.756 Metern geht es zu Fuß auf den etwa einen Kilometer langen „9erlebnisweg" bis auf 1.862 Meter hinauf. Insgesamt elf Stationen mit interaktiven Spielen informieren entlang dieses Weges über die Bergwelt und das Tierreich. Auf dem Neunerköpfle angekommen wartet das mit drei Metern Höhe und 2,3 Metern Breite "größte Gipfelbuch der Alpen" auf die Gäste.
Die Wandersaison im Tannheimer Tal endet in diesem Jahr Ende Oktober. Bis dahin laufen auch die Liftanlagen im "wohl schönsten Hochtal Europas" und die Almen und Hütten haben ihre Türen geöffnet.
Es ist ein uralter Tiroler Brauch, der Einheimische und Gäste im Tannheimer Tal Jahr für Jahr in seinen Bann zieht. Wenn der Bergsommer zu Ende geht, kehren die Kühe von den Almen rund um das Hochtal zurück in ihren Heimatstall. Dem Anlass entsprechend schmücken die Älpler die Kühe mit Bändern, Glocken und vor allem mit Blumen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass der Sommer gut gelaufen ist. Kein Tier wird vermisst, keines ist ernstlich verletzt.
Gäste im Tannheimer Tal haben vom 12. bis 21. September Gelegenheit, klassische Almabtriebe in den einzelnen Gemeinden zu erleben. Laut bimmelnd schlängelt sich der lange Zug der Vierbeiner durch die Straßen des Tiroler Hochtals. Traditionell geht die Leitkuh, die am prächtigsten geschmückt ist, an der Spitze. Ihr folgen Rinder, Kälber, Stiere und zuletzt die jungen Ochsen.
Ob der Almsommer friedlich und erfolgreich war, erfahren Einheimische und Gäste spätestens, wenn die Bauern am 21. September gegen 13 Uhr mit ihren Tieren von den sechs Tannheimer Almen ins Tal zurückkehren. Dann marschiert ein prächtig geschmückter Zug mit etwa 600 Kühen ins Dorf und es kann gefeiert werden: in festlichen Trachten, mit viel Musik und den traditionellen Tiroler Schmankerln.
Wer am Montag, 21. September keine Zeit hat, sollte sich den Samstag, 12. September, Samstag 19. und Sonntag 20. September merken. Denn dann findet, nicht weniger spektakulär, der Almabtrieb in Jungholz, Haldensee, Schattwald und Nesselwängle statt.