Beim Musikfestival Grafenegg bekommt man für eine Konzertkarte nicht nur hochkarätige Musik geboten. Das kunsthistorisch bedeutende Schloss, den reizvoll angelegten Park und Werke zeitgenössischer Architektur gibt es inklusive.
"Grafenegg ist mehr als ein schönes Schloss mit Park und Open-Air-Musikfestival. Es ist ein Gesamtkunstwerk", sagt Rudolf Buchbinder. Der böhmisch-österreichische Pianist von Weltruf leitet seit 2007 das Musik-Festival Grafenegg und gestaltet damit einen wichtigen Teil dieses Gesamtkunstwerks mit.
Der Kulturgenuss beginnt bereits bei der Anreise. Nähert man sich durch die weiten Felder des niederösterreichischen Waldviertels über eine der sympathisch schmalen Landstraßen, lässt sich zunächst das Schloss ausmachen. Mit seinen vielen Erkern, Türmchen und der verspielten Fassade im Tudor-Stil ist es ein sehenswertes Kunstwerk des Historismus.
Der Prachtbau liegt in einem reizvollen Schlosspark, der, im englischen Stil angelegt, über die Jahrhunderte hin natürlich gewachsen ist. Die Landschaftsgärtner haben im Park überraschende Blickbezüge herausgearbeitet. Neben Baumgruppen und Pavillons geben offene Wiesen plötzlich reizvolle Perspektiven frei. Man wandelt unter den Kronen alter Baumriesen, ein Konzertsaal unter freiem Himmel lässt sich zwischen den Bäumen höchstens erahnen. Und so steht man auf einmal vor den Zuschauerreihen der Open-Air-Bühne wie bei einem Amphitheater, das ungezwungen in eine natürliche Senke eingebettet ist.
Blickmagnet ist aber das Bühnendach, das sich als Skulptur Richtung Himmel schraubt und auf Höhe der Baumkronen zu schweben scheint. Die blanke Metalloberfläche spiegelt den Himmel. So wird klar, weshalb das Gebäude „Wolkenturm" genannt wird.
„Die Openair-Bühne wurde wunderbar in die Landschaft eingepasst. Der Funke der Begeisterung ist deswegen sofort auf mich übergesprungen," sagt Rudolf Buchbinder. „Wenn ich dazu beitragen kann, diese außergewöhnliche Symbiose aus Kultur, Architektur und Natur zu unterstützen, mache ich dies aus voller Überzeugung und mit großer Begeisterung."
Bei aller Kunst ist es hier auch so gemütlich, dass man gern die mitgebrachten Jausenbrote auspackt. Das Festival soll nach den Wünschen seines Leiters mit dem Schloss, dem Landschaftspark und der hochkarätigen Musik ein „sinnliches und sinniges Gesamterlebnis" bieten.
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