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Nestroy, Johann Nepomuk Eduard Ambrosius (1801 - 1862)

Das Multitalent Johann Nestroy ist als Possenschreiber und Motor des Wiener Theatergeschehens im 19. Jahrhundert in die Geschichte eingegangen. Bis heute werden seine von Wortwitz durchdrungenen Stücke oft und erfolgreich aufgeführt.

Copyright: IMAGNO/Austrian Archives
Copyright: IMAGNO/Austrian Archives

"Ein seichter Mensch find't bald was tief"; oder: "Die Nächstenliebe beginnt bei sich selbst"; oder: "Die Liebe ist ein Traum, die Ehe ein Geschäft". – Das sind nur einige der Bonmots, die sich in den 80 erhaltenen Bühnenwerken Johann Nestroys finden. Von zahlreichen Stücken kennt man heute noch den Titel und das Datum der Uraufführung. Für seine Volksstücke bediente sich der Meister der Sprachkunst französischer, deutscher und englischer Vorlagen, die ihm eine geradezu fließbandartige Produktion von bis heute aktuellen Werken voller witziger Sentenzen und Wortspiele ermöglichten. Stücke wie "Der Talisman" (1840), "Das Mädl aus der Vorstadt" (1841) und "Einen Jux will er sich machen" (1842) sind heute aus dem Repertoire deutscher Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Dabei schlägt der am 7. Dezember 1801 als Sohn eines Advokaten geborene Nestroy nach seinem Jusstudium zunächst eine Opernsänger-Karriere ein. 1822 debütiert er am Wiener Hoftheater als Sarastro in Mozarts "Zauberflöte". Im folgenden Jahr wechselt er ans Deutsche Theater in Amsterdam, wo er bereits erste komische Sprechrollen übernimmt. Dann gastiert Nestroy in Brünn und Graz, um schließlich 1831 am Theater an der Wien ein festes Engagement einzugehen. Hier ist er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Autor mit seinen ersten Stücken erfolgreich. 1833 gelingt ihm mit seinem bis heute vermutlich meistgespielten Werk "Lumpazivagabundus" der große Durchbruch. Das Publikum liebt Nestroy als Theaterautor ebenso wie als Darsteller, der sich seine Rollen auf den Leib schreibt.

Nestroy ist 22 Jahre mit seiner Frau Wilhelmine verheiratet, doch lebt er nur vier Jahre mit ihr zusammen. Nachdem sie ihn wegen einer Liebschaft mit einem Grafen verlässt, geht der Couplet- und Possenschreiber eine lebenslange Gemeinschaft mit Marie Weiler ein.

1845 wechselt Nestroy mit Theaterdirektor Carl ans Leopoldstädter Theater, das er von 1854 bis 1860 auch leitet, ehe er sich altersbedingt nach Bad Ischl und Graz zurückzieht, wo er am 25. Mai 1862 stirbt. Sein Leichnam wird zunächst am Währinger Friedhof in Wien beigesetzt und 1881 in ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof umgebettet. Ein Zeitgenosse merkt zu Nestroys Werken an: "Viele Possen und Parodien, worunter einige von bleibendem Werthe."

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