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Hundertwasser, Friedensreich (1928 - 2000)

Friedensreich Hundertwasser zählt heute zu den weltweit bekanntesten Künstlern Österreichs. Seine Kunst beruht auf seiner eigenen Philosophie und Weltanschauung, die auf dem harmonischen Bezug zu Natur und zum Menschen basiert.

Copyright: KunstHausWien
Copyright: KunstHausWien

Hundertwasser wird am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien geboren und verbringt sein Leben an vielen Orten der Welt. Im Wiener „Artclub“ (1952) sowie in der dortigen „Galerie nächst St. Stephan“ (1957) kann er schon früh erste Erfolge feiern. Gemeinsam mit den Malern Arnulf Rainer und Ernst Fuchs entwirft er 1959 ein neues Künstlerprogramm „Das Pintorarium“. Im Kloster Seckau in der Steiermark (1958) stellt er zum ersten Mal sein „Verschimmelungsmanifest“, in dem es um den Entwurf seiner neuartigen künstlerischen Visionen geht, vor. In seinem Manifest „Los von Loos“ (1968) fordert er das Ende der Kargheit und des Konzeptuellen in der Kunst und verlangt provokativ nach mehr Schönheit und auch nach Kitsch.

Doch auch für allgemeine Belange, wie etwa die Bewahrung der Donauauen nahe Hainburg bei Wien (1984) oder den öffentlich ausgetragenen Kampf gegen ein Atomkraftwerk, tritt Hundertwasser ein. Noch im fortgeschrittenen Alter geht er für eine nationale eigenständige Gestaltung von Nummerntafeln für Autos buchstäblich auf die Straße und verwendet sich 1993 gegen den geplanten Beitritt Österreichs zur Europäischen Union. Immer und überall vertritt dieser Künstler eine rigorose, eigenständige und eigensinnige, authentische und naturgemäße Sichtweise.

1959 unterrichtet Hundertwasser an der Hochschule der Künste in Hamburg und leitet ab 1981 eine Meisterklasse an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Neben einem prachtvollen Atelier am Graben in Wien unterhält der Künstler Arbeits- und Lebensräume in einer einsamen Mühle in Niederösterreich, in der Normandie, auf der Guidecca in Venedig, und in den letzten Lebensjahrzehnten vor allem auf seinem Land in Kanui / Bay of Islands in Neuseeland.

Dort wird er nach seinem plötzlichen Tod an Bord eines Schiffes im Pazifik im Jahr 2000, seinem letzten Willen entsprechend, unter einem Tulpenbaum im „Tal der glücklichen Toten" beigesetzt.

Das Werk
Hundertwasser zählt zu einem der bedeutendsten Malern und Baumeistern von heute. Seine unverwechselbaren bunten, schillernden und vegetativ angelegten Bilder und seine einprägsamen und drucktechnisch hochartifiziellen, teils durch Metalldruck-Elemente unterstützten Graphiken sind allgegenwärtig und erzielen zudem am Kunstmarkt regelmäßig Spitzenpreise.

Die von Hundertwasser gestalteten Objekte, wie etwa Wandkalender, eine Ausgabe der Bibel und des großen Brockhaus-Lexikons, Armbanduhren, Porzellan, Papier, Holz und andere Materialien haben den Künstler zu einem allgegenwärtigen Vertreter einer besonderen angewandten Kunst werden lassen. Hundertwasser befindet sich damit in einer Tradition der englischen „Arts-and-Crafts-Bewegung“ des 19. Jahrhunderts sowie des Jugendstils der „Wiener Werkstätten“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Seine Bauten, wie etwa der 1985 in Wien sofort als „Hundertwasser-Haus“ bekannt gewordene Gemeindebau und das KunstHaus in Wien, die Kirche in Bärnbach/Steiermark oder die Therme Blumau sind inzwischen zu architektonischen Symbolen geworden. Hundertwassers Schulprojekte in Frankfurt am Main und in Wittenberg, der Bahnhof in Uelzen, die Anlagen zur Müllverarbeitung im Wiener Bezirk Spittelau (1990) sowie eine Schlammaufbereitungsanlage in Osaka / Japan bilden weltweit Anziehungspunkte für Einheimische und Touristen.

Hundertwassers Manifeste und Ideen vertreten ökologische Positionen, lange bevor diese so benannt und allgemein anerkannt werden. Seine Projekte eines natur- und menschengerechten Lebens, Arbeitens und Wohnens sind mittlerweile zu Standards geworden und werden, mehr oder weniger modifiziert, auch angewandt.


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