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Kokoschka, Oskar (1886-1966)

"Freiheit", sagte Oskar Kokoschka einmal, "ist ein Kaugummibegriff geworden – an jedem Schlagbaum versteht man etwas anderes darunter." Der von den Nazis aus seiner Heimat vertriebene Maler wusste, wovon er sprach. Kompromisslos hat er – auch als Dramatiker – der Kunst seiner Zeit entscheidende Impulse gegeben und dem Expressionismus zum Durchbruch verholfen.

Copyright: IMAGNO/ÖNB/Harry Weber
Copyright: IMAGNO/ÖNB/Harry Weber

Oskar Kokoschka wird am 1. März 1886 in Pöchlarn (Niederösterreich) als Sohn einer Prager Goldschmiedfamilie geboren. Er studiert an der Wiener Kunstgewerbeschule und wendet sich bald dem Expressionismus zu. Ab 1907 arbeitet er an der Wiener Werkstätte mit, erste expressive Dichtungen und Dramen entstehen. 1910 nimmt er Kontakt zu den Künstlern der "Neuen Secession" in Berlin auf, publiziert in deren Organ "Sturm" und wird so früh als Expressionist anerkannt.

Im "Sturm" veröffentlicht Kokoschka auch sein Theaterstück "Mörder, Hoffnung der Frauen", das später von Paul Hindemith vertont wird und Kokoschka zum Vorreiter des expressionistischen Dramas macht. Werke wie das Porträt von Adolf Loos (1909) und die "Windsbraut" (1914) sorgen für Aufmerksamkeit. In der Folge stellt Kokoschka mit Wassily Kandinsky und Franz Marc in Berlin aus. 1911 bis 1914 arbeitet er als Assistent an der Wiener Kunstgewerbeschule. In diese Zeit fällt auch eine kurze Liaison mit Alma Mahler.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldet sich Kokoschka zum freiwilligen Kriegsdienst in der Kavallerie, aus dem er 1916 nach einer schweren Verwundung entlassen wird. Nach einer Professur an der Dresdner Akademie (1919-23) bereist er Europa, Nordafrika und den Nahen Osten. Einzigartige Stadtansichten und Landschaften entstehen. 1931 kehrt er nach Wien zurück, emigriert jedoch drei Jahre später unter dem Eindruck rechtsradikaler Bestrebungen nach Prag, wo er seine spätere Frau kennen lernt. 1938 flüchtet er vor den Nazis, die seine expressionistische Kunst als "entartet" diffamieren, nach London und nimmt 1947 die englische Staatsbürgerschaft an.

1953 lässt sich Kokoschka in Villeneuve bei Montreux (Schweiz) nieder und gründet in Salzburg die "Schule des Sehens" als internationale Sommerakademie. 1954 wird der Künstler mit dem Großen Österreichischer Staatspreis ausgezeichnet. Oskar Kokoschka stirbt am 22. Februar 1980 in Villeneuve. Zu seinen wichtigsten Gemälden zählen u.a. sein Selbstbildnis von 1918, "Die Macht der Musik" (1918), "Pan, Trudl mit Ziege" (1931), "Prag: Karlsbrücke" (1934), die Bühnenbilder und Kostüme für "Die Zauberflöte" der Salzburger Festspiele 1955 sowie das Porträt von Konrad Adenauer (1966).


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