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Lassnig, Maria (geb. 1919)

Maria Lassnig gilt als bedeutendste österreichische Malerin der Gegenwart. Im Zentrum ihrer hochsensiblen Malerei steht der eigenen Körper, dessen Empfindungen und Wahrnehmung sie in immer neuen Arbeiten aus immer neuen Blickwinkeln thematisiert.

Copyright: IMAGNO/Otto Breicha
Copyright: IMAGNO/Otto Breicha

"Ich trete gleichsam nackt vor die Leinwand, ohne Absicht, ohne Planung, ohne Modell, ohne Fotografie, und lasse entstehen. Doch habe ich einen Ausgangspunkt, der aus der Erkenntnis entstand, dass das einzig wirklich Reale meine Gefühle sind." So beschreibt die Künstlerin Maria Lassnig den Prozess des Malens. Lassnig wird 1919 in Kappel am Krappfeld (Kärnten) geboren. Nach der Ausbildung zur Volksschullehrerin studiert sie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Kurze Zeit widmet sie sich dem Surrealismus. 1951 übersiedelt sie nach Paris, wo sie sich mit den aktuellen Strömungen der modernen Kunst auseinandersetzt.

Wieder in Wien, prägt Lassnig die in Österreich aufkeimende informelle Malerei mit. Bei dieser abstrakten Kunstrichtung, die sich Mitte der 1940er-Jahre in Paris herauskristallisiert hat, dominieren neu erfundene Zeichen sowie die spontane Rhythmik von Linien und Farbflächen. Diese Elemente sollen die geistigen Impulse der Schaffenden unmittelbar festhalten. Von dieser künstlerischen Position aus ist es nur mehr ein kleiner Schritt zu den "Körpergefühlsbildern", die Lassnigs umfangreiches Werk dominieren. In diesen Bildern drückt sie ihre ureigensten Empfindungen aus und befreit sich damit im Laufe der Jahre von allen stilistischen Zwängen.

Lassnig malt Ölbilder und Aquarelle, gestaltet Filme und in den 1970er-Jahren auch Skulpturen. Neben dem zentralen Thema des Körpergefühls stellt sie auch Verschmelzungen von Körpern mit leblosen Objekten wie Automaten, Robotern, Maschinen und Tieren dar und widmet sich mythologischen sowie existenziellen Themen. 1968 übersiedelt die Malerin nach New York, von wo sie 1980 nach Wien zurückkehrt, um an der Akademie der bildenden Künste sowie an der Hochschule für angewandte Kunst Lehraufträge anzunehmen.

Lassnig ist auf zahlreichen Ausstellungen in aller Welt prominent vertreten, u.a. bei der Biennale in Venedig (1980) und bei der "documenta" in Kassel (1982). 2006 widmet ihr die Sammlung Essl in Klosterneuburg bei Wien eine große Retrospektive. Heute zählt die Kosmopolitin mit den Wohnorten Wien, Paris, New York und Feistritz an der Gail (Kärnten) zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Sie ist Ehrenmitglied der Wiener Secession und seit 2005 Trägerin des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst.

Maria Lassnig bei basis wien


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