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Schrödinger Erwin (1887-1961)

"Im Augenblick plagt mich eine neue Atomtheorie. Wenn ich nur mehr Mathematik könnte!" So liest sich ein Werkstatt-Bericht des österreichischen Physikers Erwin Schrödinger, kurz bevor er die "Wellenmechanik" entwickelte. Diese Entdeckung war für die moderne Physik derart bedeutend, dass ihr Erfinder 1933 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Copyright: IMAGNO/Austrian Archives
Copyright: IMAGNO/Austrian Archives

Erwin Schrödinger wird am 12. August 1887 in Wien als Sohn eines Wachstuchhändlers geboren. Er studiert theoretische Physik und wird Assistent am Physikalischen Institut der Universität Wien. 1920/21 lehrt er in Jena, Stuttgart und Breslau und wird schließlich für sechs Jahre an die Universität Zürich berufen.

In diesen Jahren widmet sich der junge Wissenschafter einer Fülle unterschiedlichster Probleme – unter anderem auch der Relativitätstheorie, mit der Albert Einstein 1905 so großes Aufsehen erregt hatte. 1926 gelingt es Schrödinger, seine Überlegungen dazu in der sogenannten "Wellenmechanik" zusammenzufassen. Das als "Schrödingers Katze" bekannt gewordene Gedankenexperiment versucht, die Grundidee des Physikers verständlich zu machen:

In einem geschlossenen Raum befinden sich eine Katze und ein Atomkern, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zerfällt. Geschieht dies, so wird Giftgas freigesetzt, das die Katze tötet. Bis zum Öffnen des Raumes befindet sich der Atomkern in einem doppelten Zustand –sowohl zerfallen, als auch ganz. Das Paradox: Auch die Katze ist demnach lebendig und tot zugleich. Erst beim Öffnen des Raumes entscheidet sich der "Zustand" der Katze.

Heute gilt die Wellenmechanik neben der Quantentheorie von Max Planck und der Relativitätstheorie von Albert Einstein als dritter Grundpfeiler der modernen Physik. 1927 wird Schrödinger nach Berlin berufen, 1933 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Noch im selben Jahr emigriert er nach Oxford, übersiedelt 1936 nach Graz. 1938 wird er von den Nazis aus dem Lehramt entlassen, kann jedoch unbehelligt ausreisen. Schrödinger geht nach Dublin ans neugegründete "Institut for Advanced Studies".

Dort widmet er sich u.a. den Grundlagen der Physik, ihrer Bedeutung für die Philosophie sowie dem Verfassen von Gedichten. Das Leben des Nobelpreisträgers ist gekennzeichnet von einem Wechsel intensiven Schaffens und schöpferischer Pausen voll frohen Lebensgenusses. 1956 kehrt er nach Österreich zurück, wo er zwei Jahre an der Universität Wien lehrt, um dann im Tiroler Alpbach seinen Lebensabend zu verbringen. Erwin Schrödinger stirbt am 4. Jänner 1961.

Schrödingers Biographie in der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik
Informationen der Nobelstiftung zu Erwin Schrödinger


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