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Von der Edelrautehütte auf den Großen Bösenstein

Im Grunde genommen wirkt ein Name wie Bösenstein abschreckend. Wer steigt schon gerne einem Bösewicht auf den Kopf oder ins Genick? Zur Ehre dieses herrlichen Berges: Mit bös hat der Bösenstein nichts am Hut, man sollte ihn eigentlich Pölsenstein nennen, weil an seinem Fuß der Pöls- oder Pölsenbach entspringt. Es heißt ja auch nicht Bösental, sondern Pölsental.

© Schubert und Franzke

Wahrscheinlich geht die irreführende Bezeichnung auf das 18. Jahrhundert zurück. Bei der Erstellung des österreichischen Grundkatasters unter Joseph II. wirkten auch preußische und böhmische Landvermesser mit, die jedoch mit den alpinen Dialekten nicht gerade sehr gut zurecht kamen.

Dutzende Fans der Niederen Tauern haben sich jahrelang bemüht, eine Namensänderung zu bewirken. Mit mäßigem Erfolg allerdings, denn nur vorübergehend fand der Pölsenstein Eingang in die Karten und in die Beschreibungen. Jetzt heißt er wieder Bösenstein.

Die kostbare Edelraute
Der herrliche Berg steht in einer traumhaften Landschaft, geradezu typisch für die Niederen Tauern. Die Scheiblalm mit Großem und Kleinem Scheiblsee wird als Naturreservat streng geschützt, auch weil dort die äußerst seltene und kostbare Edelraute vorkommt, nach der die nahe Schutzhütte benannt ist. Und auch die übrige Flora - mit Bergazalee oder Almrausch - kann sich sehen lassen.
Man wandert im dunklen Urgestein, hat aber immer wieder die hellen Kalkmauern der Gesäuseberge, der Eisenerzer Alpen und des Toten Gebirges vor Augen. Vom Gipfel des Großen Bösensteins reicht die Sicht bis in das Gebiet des Dachsteins und des Hochgollings. Da man sich zwischen Großem Bösenstein und Großem Hengst meist auf einer schmalen Schneide bewegt, hat man stets ungehinderte Sicht nach beiden Seiten.
Arg strapaziös ist die Runde nicht, aber man wandert im hochalpinen Gebiet, was eine entsprechende Ausrüstung und Kondition verlangt. Vorsicht bei unsicherem Wetter, die Runde läßt sich nicht abbrechen.

Wegbeschreibung
Vom Parkplatz nahe der Edelrautehütte steigt man - vorbei am Schutzhaus - über einen steilen Hang in den Sattel westlich des Hausecks an. Die rote Markierung quert eine abschüssige Rinne und führt dann über einen verblockten Grat zum Gipfel des Großen Bösensteins.
Über eine Scharte - alles rot markiert - erreicht man den Kleinen Bösenstein und über einen langen Kamm, eine Felsspitze nach links umgehend, den Großen Hengst. Dann neigt sich der Weg auf einen steilen Rücken, den man später nach links verläßt, um zur Edelrautehütte zurückzukehren.

Die Gehzeiten:
- Edelrautehütte - Großer Bösenstein 2 1/4 Stunden,
- Großer Bösenstein - Großer Hengst 2 Stunden,
- Großer Hengst - Edelrautehütte 3/4 Stunde;
Gesamt 5 Stunden.
Höhendifferenz: 850 m. Keine Einkehrmöglichkeit

Anreise
Wahlweise von Norden über Steyr, Kirchdorf an der Krems und den Pyhrnpaß oder von Süden über Graz und den Schoberpaß.

Information
Tourismus-Büro Hohentauern
Tel. 03618 / 335 Fax 03618 / 262


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