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Von Donnerskirchen zur Aussichtswarte Kaisereiche

Geologisch gehört das Leithagebirge zu den Zentralalpen, die bekanntlich zum Großteil aus Urgestein bestehen. Die vielen Kalksteinbrüche im Norden und Westen des Höhenzuges scheinen das Gegenteil zu beweisen. Die Wahrheit ist: Das Leithagebirge hat einen harten Kern aus Granit und einen weichen Mantel aus Kalk, der an manchen Stellen so dünn ist, daß das Silikatgestein bis zur Oberfläche durchbricht.

© Schubert und Franzke

An Merkwürdigkeiten muß man sich in dieser Gegend gewöhnen. Die Kaisereiche etwa ist bei weitem nicht der höchste Punkt, aber trotzdem ein so vorzüglicher Aussichtspunkt, daß schon sehr früh dort eine Aussichtswarte entstand, die mehrmals renoviert wurde und einen einmaligen Rundblick gewährt. Man sieht über den Neusiedlersee hinweg in die ungarische Tiefebene, zum Schneeberg und zum Hochwechsel, zum Wienerwald und zu den Voralpen.

An klaren Tagen sind auch die Kleinen Karpaten zu erspähen und ein Teil Wiens und Eisenstadts. Die Warte trägt den Namen Kaiser Franz Josephs, ob aber der alte Herr jemals dort oben war, ist nicht mit Sicherheit zu beweisen.

Eine alte Grenze
Der breite Höhenrücken trennte bis knapp nach dem Ersten Weltkrieg das Kaiserreich Österreich und das Königreich Ungarn. Es dürfte damals ein recht unsicheres Gebiet gewesen sein. Das Suchentrunk-Kreuz erinnert an den Mord an der ehrsamen Ursula Suechentrunkin im April 1682, die auf dem Weg nach Mannersdorf war. Unweit davon - nicht auf unserer Runde - steht ein Gedenkkreuz, für die im August 1896 ums Leben gekommene Anna Ackermann mit der Aufschrift:

O Wand'rer steh still und lies /
wie ich die schöne Welt verlies, /
als mich mein Vater - ach /
mit 17 Jahr erstach.

Jetzt gilt das Leithagebirge als Wanderdorado für jene, die gemütliche Wege bevorzugen. Man marschiert aber auf uralten Routen, die schon in der Vorzeit Bedeutung hatten. Westlich von Donnerskirchen sind einige Hügelgräber zu erkennen, die aus der späten Bronzezeit stammen und die frühe Besiedlung der Region bezeugen.

Wegbeschreibung
Am nördlichen Ende der Hauptstraße von Donnerskirchen zweigt nach links die rote Markierung des Steinerweges ab, der man folgt. In gemütlichem Anstieg erreicht man den burgenländischen Weitwanderweg, hält sich rechts und gelangt in einer kurzen Steigung zur Kaisereiche und zur Franz-Josephs-Warte.
Nun geht es auf der roten und gelben Markierung in nordöstlicher Richtung bergab, es folgt ein langes, fast ebenes Stück. Beim "Hotter" wechselt man nach rechts auf die blaue Markierung, die zum Suchentrunk-Kreuz und durch den Teufelsgraben zurück nach Donnerskirchen führt.

Die Gehzeiten:
- Donnerskirchen - Kaisereiche 1 1/4 Stunden,
- Kaisereiche - Hotter 1/2 Stunde,
- Hotter - Donnerskirchen 1 3/4 Stunden;
Gesamt 3 1/2 Stunden. Höhendifferenz: 300 m

Anfahrt
Donnerskirchen erreicht man am besten über die Ostautobahn A4 (Abfahrt Neusiedl am See) oder von Eisenstadt.

Information
Tourismus-Büro Gemeinde Donnerskirchen
Tel. 02683 / 85 410


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