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Barocke Lebenslust

Eine der bedeutendsten Privatsammlungen der Welt ist wieder für Besucher zugänglich. Seit 1807 im Gartenpalais in der Rossau angesiedelt, zählten die Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein bis zu ihrer Schließung im Jahr 1938 zu den Hauptattraktionen Wiens.

© LIECHTENSTEIN MUSEUM. Die Fürstlichen Sammlungen, Wien
Gartenpalais Liechtenstein, Südfassade

Über viele Generationen hat das Haus Liechtenstein das barocke Ideal fürstlichen Mäzenatentums durch planvolle Sammeltätigkeit konsequent gepflegt. Im neu restaurierten Gartenpalais wird das Ergebnis dieser jahrhundertelangen Arbeit in Form einer umfassenden barocken Erlebniswelt greifbar.

Das Liechtenstein Museum im Gartenpalais Liechtenstein, das auf einer Fläche von 2.300 Quadratmetern erlesene Meisterwerke der Fürstlichen Sammlungen präsentiert, ist heute ein Ort der Sinne und der Lebensfreude, in dem alle Kunstgattungen vereint ihre Wirkung als historisches Ensemble entfalten. Die Komposition aus Malerei, Skulptur, Kunstkammerobjekten und Möbeln im glanzvollen Ambiente des Gartenpalais Liechtenstein lässt die verloren geglaubte Pracht der Fürstlichen Sammlungen in ihrem alten Zuhause wieder aufleben. In lebendiger Weise werden den Besuchern die vielschichtigen Zusammenhänge der Exponate in ursprünglicher Atmosphäre vermittelt.

Schon in der weitläufigen Sala Terrena zieht den Besucher die schönste noch erhaltene französische Prunkkutsche, der Goldene Wagen von Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein, in ihren Bann. Erstmals sind auch Räume für Besucher zugänglich, die der Öffentlichkeit bisher verschlossen blieben: die prachtvolle Bibliothek im ehemaligen Herrenappartement und die für Wechselausstellungen genutzten Räume des Damenappartements mit den farbenfrohen Fresken von Johann Michael Rottmayr.

In der Beletage führt der Rundgang den Besucher durch die wichtigsten Epochen der europäischen Kunstgeschichte. In Räumen mit feinsten Stuckdecken und originalen Parketten erlebt er Hauptwerke der europäischen Kunst von frühen italienischen religiösen Bildern über Rubens, Van Dyck und Frans Hals bis zur Malerei des Goldenen Jahrhunderts in Holland mit Rembrandt als Höhepunkt.

Ein weiteres Highlight im Museumsrundgang ist der Herkulessaal, mit 600 Quadratmetern der größte profane Barocksaal Wiens. An seiner Decke gibt das monumentale Fresko von Andrea Pozzo (1704–1708) den Blick in
den olympischen Götterhimmel frei; das Gesims begleiten die Taten des Herkules. Dieser Raum wird ausschließlich für hochkarätige Konzerte und Veranstaltungen genutzt.

Einen wichtigen Part im Gesamtkonzept des Liechtenstein Museums bildet der historische Garten. Er bietet den Besuchern einen erholsamen Freiraum und knüpft als Stadtoase mit Restaurants und Gastgärten, Konzerten und Matineen an die barocke Lebenslust an. Die Restaurants Ruben’s Brasserie und Ruben’s Palais verfügen gemeinsam über 140 Sitzplätze und können auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums besucht werden.

Internet: www.liechtensteinmuseum.at


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