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Kraus, Karl (1874-1936)

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Wienbibliothek im Rathaus
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Bertold Brecht hat Karl Kraus als "ersten Schriftsteller unserer Zeit" bezeichnet – ein Ehrentitel, der dem am 28. April 1874 in Gitschin (heute Jièín, Tschechien) geborenen, scharfzüngigen Freidenker bis heute kaum streitig gemacht wurde. Kraus stammt aus einer jüdischen Fabrikantenfamilie, die 1877 nach Wien übersiedelt, wo Kraus später Recht, Philosophie und Germanistik studiert – ohne jedoch einen Abschluss zu erwerben.
Schon während des Studiums veröffentlicht er literaturkritische Beiträge und versucht sich als Schauspieler und Vortragskünstler. Ab 1916 trägt er schließlich in seinem "Theater der Dichtung" in über 700 Vorlesungen Werke von Shakespeare, Goethe, Raimund, Nestroy, Gogol, Offenbach, Hauptmann und Wedekind vor. Kraus steht mit der avantgardistischen Künstlergruppe "Jungwien" in Kontakt, zu der namhafte Dichter wie Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal gehören. Auch dem Literaten Peter Altenberg und dem Architekten Adolf Loos steht er geistig wie persönlich nahe.
1899 gründet Karl Kraus die epochale kultur- und gesellschaftskritische Zeitschrift "Die Fackel", die er ab 1911 bis zur letzten Ausgabe 1936 ausschließlich mit eigenen Texten füllt. Die Fackel ist Basis seines imposanten sprachschöpferischen Gesamtwerks von 22.500 Seiten Umfang, mit dem er als Kultur-, Ideologie- und Sprachkritiker seine Zeitgenossen wachzurütteln versucht.
Kraus wendet sich insbesondere gegen den sensationsheischenden Journalismus, die bürgerliche Doppelmoral und die skrupellose Kriegstreiberei seiner Zeit, die er auch in seinem berühmten Antikriegsdrama "Die letzten Tage der Menschheit" (1918/19) thematisiert.
Bedeutendes Stilmittel seiner Kritik ist der pointierte, geschliffene Aphorismus. Berühmt sind etwa die Bonmots "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten", oder: " Eine der verbreitetsten Krankheiten ist die Diagnose". Mit dem Sager "Zu Hitler fällt mir nichts ein" beendet er kurz vor seinem Tod die Herausgabe der Fackel. Karl Kraus stirbt am 12 Juni 1936 in Wien.
Karl Kraus: Wiener Stätten
Schon während des Studiums veröffentlicht er literaturkritische Beiträge und versucht sich als Schauspieler und Vortragskünstler. Ab 1916 trägt er schließlich in seinem "Theater der Dichtung" in über 700 Vorlesungen Werke von Shakespeare, Goethe, Raimund, Nestroy, Gogol, Offenbach, Hauptmann und Wedekind vor. Kraus steht mit der avantgardistischen Künstlergruppe "Jungwien" in Kontakt, zu der namhafte Dichter wie Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal gehören. Auch dem Literaten Peter Altenberg und dem Architekten Adolf Loos steht er geistig wie persönlich nahe.
1899 gründet Karl Kraus die epochale kultur- und gesellschaftskritische Zeitschrift "Die Fackel", die er ab 1911 bis zur letzten Ausgabe 1936 ausschließlich mit eigenen Texten füllt. Die Fackel ist Basis seines imposanten sprachschöpferischen Gesamtwerks von 22.500 Seiten Umfang, mit dem er als Kultur-, Ideologie- und Sprachkritiker seine Zeitgenossen wachzurütteln versucht.
Kraus wendet sich insbesondere gegen den sensationsheischenden Journalismus, die bürgerliche Doppelmoral und die skrupellose Kriegstreiberei seiner Zeit, die er auch in seinem berühmten Antikriegsdrama "Die letzten Tage der Menschheit" (1918/19) thematisiert.
Bedeutendes Stilmittel seiner Kritik ist der pointierte, geschliffene Aphorismus. Berühmt sind etwa die Bonmots "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten", oder: " Eine der verbreitetsten Krankheiten ist die Diagnose". Mit dem Sager "Zu Hitler fällt mir nichts ein" beendet er kurz vor seinem Tod die Herausgabe der Fackel. Karl Kraus stirbt am 12 Juni 1936 in Wien.
Karl Kraus: Wiener Stätten
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