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Fruchtiges Mostviertel

Blühende Obstbäume, sanfte Hügel, und ein bernsteinfarbiger Saft, der der Region ihren Namen gab, sind die Ingredienzien des Mostviertels, einer der abwechslungsreichsten Kulturlandschaften Österreichs.
 

Ohne Hast schlängelt sich die 200 km lange Moststraße durch das hügelige Land, das durch seine Natur bezaubert und wie ein einziger, riesiger Garten wirkt. Der Weg führt von Mostbauern in typischen Vierkant-Bauernhöfen, die einem gern etwas über die Erzeugung ihres Getränks erzählen und ihre Produkte auch ab Hof anbieten, zu Heurigen und Wirtshäusern, wo sich Genuss und Gemütlichkeit erleben lassen. Apropos Gemütlichkeit: Beim ersten Schluck Most wünscht man seinem Gegenüber nach der Mostviertler Etikette "G’sundheit!", worauf dieser erwidert: "Sollst leben!" Und zwar sehr gut, versteht sich.

Der Most – anderswo wird er aus Äpfeln hergestellt, hier im Mostviertel sind es Birnen, die dem Most seine eigene Fruchtigkeit und Eleganz verleihen.

  • Mostviertel_Birnenernte © weinfranz.at / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie) Mostviertel_Birnenernte © weinfranz.at / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie)

Birne ist nicht gleich Birne

Was darf’s denn sein? Speckbirne oder Pichlbirne, Dorschbirne oder Stieglbirne, Knollbirne oder Rosenhofbirne? Um herauszufinden, welcher Birnenmost am besten schmeckt, gibt es nur eine Methode: probieren, probieren und noch einmal probieren. Die ausschließlich handverlesenen Birnen, die weder gespritzt noch gedüngt werden, werden nämlich von manchen Herstellern noch mit alten Geräten wie der „Birnreiben“ zerkleinert und händisch gepresst, bevor der Most in den hofeigenen Kellern sechs bis acht Wochen zur Gärung lagert.

Am besten ist der Most in der Regel dann, wenn er leicht, aber nicht zu säuerlich schmeckt. So lässt er sich sowohl pur als auch mit Mineralwasser verdünnt wunderbar genießen. Er ist natürlich, erfrischend und stellt aufgrund seines relativ geringen Alkoholgehalts von 4 bis 8 Prozent eine gute Alternative zum Wein dar. Und gesund ist er obendrein: reich an Vitamin C, Kalium, Calzium und Magnesium.

Reinsortiger Birnenmost

Dass die einzelnen Birnensorten bei der Herstellung des Mosts nicht vermischt werden, hat die Region rund um die 200 km lange Moststraße international bekannt gemacht. Doch nicht nur das namensgebende Getränk wird im Hause Distelberger in rund 20 Varianten produziert – sondern auch viele weitere Delikatessen, die man am besten im schattigen Innenhof des 900 Jahre alten Vierkanthofes verkostet: fruchtige Säfte und Marmeladen, intensive Birnen-Balsamicos, delikate Chutneys und neuerdings eine echte Innovation in Österreich, den Eismost. Hier wird der frisch gepresste Birnensaft mit Wasser vermengt und im Freien gelagert, da er für die Reifung die Frostperioden im Winter benötigt.

Mostviertel Most Mostbaron © weinfranz.at / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie) Mostviertel Most Mostbaron © weinfranz.at / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie)

Tipps und Empfehlungen

Von fruchtigen und steinernen Birnen

Auch der Heurige „Steinerne Birne“, der seinen Namen der riesigen Nachbildung besagter Frucht verdankt, durch die man den behaglichen Gastraum betritt, ist ein echter Familienbetrieb: Vier Generationen packen tagtäglich gemeinsam mit an. Sie produzieren bis zu 15 Birnenmostsorten – viele davon preisgekrönt –, backen knuspriges Brot und flaumige Mehlspeisen, züchten Hühner und selchen das Fleisch für die Jause. Die Hingabe der Familie Binder zu ihrer Arbeit zeigt sich auch in vielen liebevollen Details: Steinerne Birnen fungieren als Türschließer und der Handlauf der Treppe ist aus einem hölzernen „Birnbaumschüttler“ gemacht.

Die Moststraße von oben

  • Blick von der Moststraße auf den Ötscher im alpinen Mostviertel © Mostviertel Tourismus / weinfranz.at Blick von der Moststraße auf den Ötscher im alpinen Mostviertel © Mostviertel Tourismus / weinfranz.at
Luftaufnahme Stift Seitenstetten © Seitenstetten.gv.at Luftaufnahme Stift Seitenstetten © Seitenstetten.gv.at

Themenwandern entlang der Moststraße

Wer noch mehr für die Gesundheit tun will, erkundet die Themenwanderwege und Lehrpfade an der Moststraße zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Vor allem die verträumten Panoramastrecken zwischen Behamberg und Kürnberg (Kaiserin-Elisabeth-Warte), zwischen Ertl und Seitenstetten (Voralpenblick) sowie zwischen Neuhofen und Euratsfeld geben einmalige Ausblicke auf die einzigartige Hügellandschaft mit ihren verstreuten Weilern und den typischen Vierkanthöfen frei. Am schönsten ist es hier im Frühling, wenn die blühenden Obstbäume ihre ganze Pracht entfalten.

Entlang der Moststraße kommen aber auch die kulturellen Vorlieben nicht zu kurz. Im Herzen des Mostviertels liegt das bereits seit dem Jahr 1112 bestehende Stift Seitenstetten, das mit seiner gotischen Stiftskirche, der romanischen Ritterkapelle und den barocken Stiftsgebäuden ein einzigartiges architektonisches Ensemble darstellt. Weit sichtbar ragt das Benediktinerstift aus der wellig-sanften Hügellandschaft heraus – nicht umsonst wird es im Volksmund der „Vierkanter Gottes“ genannt.

  • Mostviertel_Dirndlbluete © Mostviertel Tourismus / schwarz-koenig.at Mostviertel_Dirndlbluete © Mostviertel Tourismus / schwarz-koenig.at
  • Mostviertel Dirndlfruechte © weinfranz.at / weinfranz.at Mostviertel Dirndlfruechte © weinfranz.at / weinfranz.at
  • Mostviertel Dirndlfruechte © Mostviertel Tourismus / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie) Mostviertel Dirndlfruechte © Mostviertel Tourismus / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie)
  • Mostviertel Dirndlprodukte © weinfranz.at / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie) Mostviertel Dirndlprodukte © weinfranz.at / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie)

Feuerrote Dirndln und viel Herzblut

Was für das Mostviertel die Birne ist, ist für das nahe Pielachtal das Dirndl – so der heimische Name für die Kornelkirsche. Die leuchtend roten Dirndln sind ein Symbol für den natürlichen Reichtum des Tals. Sie wachsen auf Sträuchern, die im März leuchtend gelb blühen. Die Sträucher gedeihen an den Südhängen des Pielachtales wild und werden von den Bauern und Bäuerinnen auch kultiviert.

Familie Fuxsteiner hat sich auf ihrem Bergbauernhof ganz auf die roten Wildfrüchte spezialisiert: Rund 20.000 Kilo davon werden jährlich zu hochwertigen Edelbränden, Säften, Marmeladen und anderen Kostbarkeiten verarbeitet. Stolz zeigt Melanie Fuxsteiner auf einen der Sträucher gleich neben dem Haus, der schon mehrere Hundert Jahre auf dem Buckel hat. Für die Familie ist es Ehrensache, dass bei der Arbeit weder Spritzmittel noch Düngung eingesetzt wird und sämtliche Dirndln handverlesen werden. Noch wichtiger sei aber das Gesamterlebnis für die Gäste, meint Melanie. Auf dem Dirndllehrpfad erfahren sie alles über das robuste Wildobst. Dass dieses auch noch gesundheitsfördernd sein soll, belegt sie mit einem liebenswerten Detail aus der Familienchronik: Ihr Opa wurde stolze 104 Jahre – und ihre Oma feiert demnächst den Hunderter.

Der Pielachtaler Dirndlkirtag

Mostviertel Dirndlfruechte © Mostviertel Tourismus / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie) Mostviertel Dirndlfruechte © Mostviertel Tourismus / Franz Weingartner (Weinfranz Fotografie)

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Mit einem genussvollen und bunten Programm feiert das Pielachtal im September seinen Dirndlkirtag. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stehen die Dirndln in zweierlei Hinsicht. die roten Wildfrüchte namens Dirndln und die weiblichen "Dirndln", aus denen die "Dirndlkönigin" gekürt wird. Aus den süß-sauren Früchten stellen die Pielachtaler allerlei Spezialitäten her: Säfte, Marmeladen, Dirndl-Eis, Edelbrände, Liköre, Schokolade, Torten oder würzig eingelegte "Pielachtaler Oliven". Zahlreiche Stände - der schönste wird jedes Jahr am Dirndlkirtag gekürt -  bieten die Köstlichkeiten zum Verkosten und zum Kauf an.

Gut zu wissen, dass...

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