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Österreich im Porträt

3 internationale Kunstkenner, ein Land! Wie denken sie über ihre Heimat? Wo ist sie am schönsten? Was gibt es Neues?
Stefan Sagmeister © John Madere Stefan Sagmeister © John Madere

Stefan Sagmeister im Porträt

Grafikdesigner, Glücksforscher und Grammy-Award-Gewinner. Das ist Stefan Sagmeister. Er wird in Bregenz geboren. Für die Schule und das Studium geht er nach Wien, an die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt und an die Universität für angewandte Kunst. Die Wiener Werkstätten prägen seine Arbeit, die Inspiration bekommt er auf seinen Reisen. „Meine schönsten Erinnerungen sind die Zugfahrten von Bregenz nach Wien. Ich denke am besten im Zug und diese Strecke ist besonders schön.“

Mit 24 Jahren geht Sagmeister ins Ausland. Er studiert in New York, arbeitet in Hongkong. 1993 gründet er seine eigene Agentur, seit 2012 führt er sie gemeinsam mit der Designerin Jessica Walsh. Sagmeisters Arbeit ist vielfach prämiert. 2009 holt er den Lucky Strike Designer Award. In Österreich erhält er 2013 das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik und wird 2016 als Auslandsösterreicher des Jahres ausgezeichnet.

Wien, nur du allein

Knapp zwei Millionen Einwohner auf einer Fläche von rund 415 Quadratkilometern. Bundesland und Bundeshauptstadt in einem. „Österreich fehlt eine echte, dichte, zentrale Metropole“, sagt Stefan Sagmeister. „Wien ist wie 23 kleine Städte, die zufällig nebeneinander liegen.“ Die Stadt an der Donau ist dennoch der Lieblingsplatz des international bekannten Grafikdesigners. „Wien erreicht gerade ein reizendes Gleichgewicht zwischen zeitgenössisch und historisch“, ist Sagmeister überzeugt. Kunst, Mode, Design, Musik, Architektur. Kreative aus aller Welt gestalten heute die Stadt. Sie steht für ein gutes Leben. 2019 kürt die Beratungsagentur Mercer Wien zur lebenswerteste Stadt der Welt. Bereits zum 10. Mal in Folge.
  • Blick über Wien © Österreich Werbung / Karl Thomas Blick über Wien © Österreich Werbung / Karl Thomas
  • Skyline Wien © Österreich Werbung /  Popp-Hackner Skyline Wien © Österreich Werbung / Popp-Hackner
  • Motto am Fluss © Österreich Werbung / Peter Burgstaller Motto am Fluss © Österreich Werbung / Peter Burgstaller
  • Wien. Blick über die Stadt © Österreich Werbung / Julius Silver Wien. Blick über die Stadt © Österreich Werbung / Julius Silver
  • Blick auf die Donau © Wien Tourismus / Christian Stemper Blick auf die Donau © Wien Tourismus / Christian Stemper

Stefan Sagmeister und sein Blick auf Österreich

Wer heute Design denkt, denkt Stefan Sagmeister. Als Grafikdesigner eine globale Größe, als Mensch im innersten Österreicher. Stefan Sagmeister lebt und arbeitet seit fast drei Jahrzehnten in New York. In Österreich ist er bis zu fünfmal im Jahr. „Ich schätze diesen friedlichen und hohen Lebensstandard in Österreich“, sagt Sagmeister. „Die meisten Dinge funktionieren hier.“ Geht es um Kunst, liebt er Erwin Wurm, die Künstlergruppe Gelitin und Gottfried Bechtold. Geht es um Design, mag er Elisabeth Kopf, Cordula Alessandri und Peter Felder. Sagmeister selbst zeigt seine Werke auf der ganzen Welt.

“Obwohl ich seit über 30 Jahren in New York lebe und es liebe, bin ich nach wie vor ein österreichischer Bürger. Am wichtigsten ist dabei: Ich fühle mich sehr österreichisch.”

Stefan Sagmeister © John Madere Stefan Sagmeister © John Madere Stefan Sagmeister, Grafikdesigner

Interview mit Stefan Sagmeister

austria.info: Sie stellen immer wieder im Museum für angewandte Kunst in Wien aus. Welche Kulturinstitutionen in Österreich schätzen Sie?

Stefan Sagmeister: Das Kunsthaus Bregenz, das Ars Electronica Center in Linz und die Albertina in Wien. Ich schätze diese Institutionen sehr, weil sie alle eine sehr eigene Identität haben und etwas machen, was niemand sonst auf der Welt macht. Das Kunsthaus ist einmalig, weil es das gesamte Gebäude einem einzigen Künstler überlässt, das Ars Electronica Center, weil es die erste große Institution ist, die sich ausnahmslos der digitalen Kunst widmet, und die Albertina, weil sie eine massive historische Sammlung von Zeichnungen hat und es erfolgreich schafft, auch heute relevant zu bleiben.

austria.info: Wo genießen Sie Kunst in Österreich?

Stefan Sagmeister: Wenn ich im Sommer in Bregenz bin, sehe ich mir praktisch das gesamte Programm der Festspiele an. Auch auf der Probebühne. Die Qualität ist überraschend hoch. Im Bregenzerwald liebe ich den Werkraum Bregenzerwald und das Festival „FAQ Bregenzerwald“.

austria.info: Was ist für Sie typisch österreichisch?

Stefan Sagmeister: Der Almdudler, weil ich das Produkt einfach liebe. Und es ist auch sehr passend designt. Das „Landjäger Magazin“, weil es starke Ideen schön aufbereitet zeigt – das ist die Definition von gutem Design. Und die „Good Forks Photography“ von Marion Luttenberger, weil sie einfach reizend ist, wunderbar und professionell.

austria.info: Sie sind in Vorarlberg aufgewachsen, haben in Wien studiert. Was war Ihr Hotspot während der Studienzeit?

Stefan Sagmeister: Das U4 (Club, 1120 Wien), war mit Abstand der wichtigste Treffpunkt. Es hat alles andere überragt.

austria.info: Wohin zieht es Sie heute bei einem Wien-Besuch?

Stefan Sagmeister: Ich liebe das Naturhistorische Museum. Ich schaue mir gerne die Vogelsammlung an. Dort sieht man die einmaligsten Farben. Ich werde in meinem Leben nie eine andere Farbkombination kreieren, als die Natur bereits entworfen hat.

  • Ars Electronica Center, Linz © Österreich Werbung / Volker Preusser Ars Electronica Center, Linz © Österreich Werbung / Volker Preusser
  • Linz - Ars Electronica Center © Österreich Werbung / Volker Preusser Linz - Ars Electronica Center © Österreich Werbung / Volker Preusser
  • Kunsthaus Bregenz © Kunsthaus Bregenz Kunsthaus Bregenz © Kunsthaus Bregenz
  • Albertina in Wien © Wien, Albertina Albertina in Wien © Wien, Albertina
  • Werkraum Bregenzerwald © Werkraum Bregenzerwald / no  name Werkraum Bregenzerwald © Werkraum Bregenzerwald / no name
  • Die Vogelsammlung im Wiener Naturhistorischen Museum © NHM Wien / Kurt Kracher Die Vogelsammlung im Wiener Naturhistorischen Museum © NHM Wien / Kurt Kracher
Die Künstlerin Mercedes Helnwein © Mercedes Helnwein Studio Die Künstlerin Mercedes Helnwein © Mercedes Helnwein Studio

Die Malerin Mercedes Helnwein

Mercedes Helnwein verbringt ihre Kindheit in Wien. Sandspielen im Volksgarten, Opernbesuche im üppigen Rokoko-Kleid. In der Wohnung ihrer Eltern gehen Künstler ein und aus. Gottfried Helnwein ist ihr Vater. „Ich liebte es, in Wien zu leben“, sagt sie. Als sie fünf Jahre alt ist, zieht die Familie um. Sie wächst in Irland und den USA auf. „Ein Teil von mir hat Wien immer vermisst.“

Mercedes Helnwein ist heute Künstlerin und Schriftstellerin. Zeichnet, malt, kombiniert Medien, schreibt. Arbeitet mit unbekannten Künstlern oder mit ihrem Bruder, dem Komponisten Ali Helnwein. Damien Hirst sammelt ihre Werke. Sie lebt in Los Angeles und Irland. Mindestens einmal im Jahr ist sie in Österreich. Meistens in Wien. Und im Museum. „Die Tradition der Kunst macht Österreich einmalig. Ich kenne kaum ein Land, das die Kunst so unterstützt. Das schätze ich sehr.“

“Österreich war immer mein Land, unabhängig davon, wo ich auf der Welt gelebt habe.”

Die Künstlerin Mercedes Helnwein © Mercedes Helnwein Studio Die Künstlerin Mercedes Helnwein © Mercedes Helnwein Studio Mercedes Helnwein, Künstlerin und Schriftstellerin

Eine Landschaft wie ein Gemälde

Mercedes Helnweins Lieblingsplatz in Österreich ist die Wachau. Das Tal zwischen Melk und Krems an der Donau und die Landschaft rundum sind beliebte Ausflugsorte in Niederösterreich. Seit 2000 ist die Kulturlandschaft Wachau eine Welterbestätte der UNESCO. Die 30.000 Jahre alte Figurine „Venus von Willendorf“ zeugt von der frühen Besiedelung der Region. Hügel, Weinberge und Obstbaumhaine prägen die Wachau, die vielfach gerne mit dem Schiff entdeckt wird. Vor allem der Ort Dürnstein hat es Mercedes Helnwein angetan. Hoch über der Donau thront eine Burgruine, am Flussufer steht das Stift Dürnstein, das Wahrzeichen der Wachau. Mercedes Helnwein ist begeistert: „Die Landschaft der Wachau ist wunderschön und romantisch. Es ist, als ob man durch ein Gemälde spazieren würde.“
  • Spitz an der Donau in der Wachau © Österreich Werbung / Rainer Mirau Spitz an der Donau in der Wachau © Österreich Werbung / Rainer Mirau
  • Donau in der Wachau mit Schloss Schönbühel, Niederösterreich © Österreich Werbung /  Homberger Donau in der Wachau mit Schloss Schönbühel, Niederösterreich © Österreich Werbung / Homberger
  • Blick auf Weißenkirchen in der Wachau © Österreich Werbung / Martin  Steinthaler (TineFoto) Blick auf Weißenkirchen in der Wachau © Österreich Werbung / Martin Steinthaler (TineFoto)
  • Stift Melk © Österreich Werbung /  Homberger Stift Melk © Österreich Werbung / Homberger
  • Frühling in Dürnstein © www.extremfotos.com Frühling in Dürnstein © www.extremfotos.com
  • Donauradweg, Krems, Weissenkirchen in Niederösterreich © Österreich Werbung Donauradweg, Krems, Weissenkirchen in Niederösterreich © Österreich Werbung
Marianne Goebl © Artek / Susanne Günther Marianne Goebl © Artek / Susanne Günther

Marianne Goebl im Porträt

„In Österreich ist mein kultureller Kompass für die Welt entstanden“, sagt Marianne Goebl. In Wien verbringt sie ihre Kindheit und Jugend. 2000 verlässt sie nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften ihr Heimatland – auf der Suche nach beruflicher Herausforderung. Sie wird Spezialistin für Designprojekte zwischen Wirtschaft und Kultur. Eine Dekade lang ist sie beim Schweizer Möbelunternehmen Vitra beschäftigt.

Zuletzt verantwortet sie dessen internationale Öffentlichkeitsarbeit. Sie arbeitet mit Ronan und Ewan Bouroullec, Zaha Hadid und Herzog & de Meuron zusammen. Von 2011 bis 2014 ist sie Direktorin der Messe „Design Miami/“. Seit 2014 führt Goebl als Geschäftsführerin die Geschicke des finnischen Designmöbelherstellers Artek. Heute lebt sie in Basel, Berlin und Helsinki. Ihre Geburtsstadt Wien ist für sie in all den Jahren ihre Heimat geblieben.

“Österreich hat alles, was man zum Leben braucht. Großartige Landschaft, Kultur im Überfluss, gewachsene Städte, Musik im Alltag.”

Marianne Goebl © Artek / Susanne Günther Marianne Goebl © Artek / Susanne Günther Marianne Goebl, Designexpertin

Sehnsuchtsort in den Bergen: Lech am Arlberg

Lech am Arlberg ist die Wiege des alpinen Skisports. Hier schnallt die niederländische Königsfamilie die Ski an, hier verbringt Artek-Geschäftsführerin Marianne Goebl einmal im Jahr ihren Skiurlaub. „Vorarlberg ist mein Sehnsuchtsort. Lech mein Lieblingsskiort“, sagt sie. Lech liegt in 1.444 Meter Höhe inmitten des Bergmassivs des Arlbergs. 1.600 Einwohner zählt der elegante Wintersportort. Sommers verwandelt er sich für Mountainbiker und Wanderer in eine idyllische Kulisse aus Bergen und Tälern, aus Wiesen und Seen. „Das Nebeneinander von Wildheit und bewusst gestalteter Umgebung ist einmalig“, sagt Marianne Goebl über Lech. Versierte Gastgeber, ausgezeichnete Unterkünfte und haubengekrönte Gourmetrestaurants geben dem Ort seinen Feinschliff.


 
  • Der Grüne Ring © Österreich Werbung / Lisa Eiersebner Der Grüne Ring © Österreich Werbung / Lisa Eiersebner

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