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"Stille Nacht": Stationen zum Welterfolg

In den Orten, die mit der Entstehungsgeschichte des weltberühmten Liedes in Berührung kamen, sind Erinnerung und Geschichte heute noch lebendig.

Am Weihnachtsabend 1818 in Oberndorf bei Salzburg verbinden Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber zum ersten Mal Melodie und Text zu einem Lied, das die ganze Welt zum Klingen bringen wird: "Stille Nacht! Heilige Nacht!" durchlebte viele Stationen, bevor es seine Botschaft von Frieden und Zusammengehörigkeit bis in die entlegensten Winkel der Welt tragen konnte.
 

Stille-Nacht-Ort Oberndorf

Die Stille Nacht Kapelle in Oberndorf © TSG Tourismus Salzburg GmbHDie Stille Nacht Kapelle in Oberndorf © TSG Tourismus Salzburg GmbH

Das Lied erklingt zum 1. Mal. Nicht weit von der Stadt Salzburg liegt Oberndorf. Hier steht im sanften Hügelland die Stille Nacht Kapelle – der historische Ort, wo im Jahr 1818 in der St. Nikola Kirche das Weihnachtslied „Stille Nacht“ zum ersten Mal erklang. Seine Entstehungsgeschichte hat der Komponist Franz Xaver Gruber eigenhändig dokumentiert. Gut so, denn wer weiß, welche Mythen sich über Herkunft und Urheber gehalten hätten?

Wer heute in Oberndorf steht, spürt schnell die Bedeutsamkeit des Ortes: Im Stille-Nacht-Bezirk mit Museum und Kapelle dreht sich alles um das weltberühmte Weihnachtslied. Die Kirche war nach einem Neubau 1798 eingeweiht worden, musste aber wegen Hochwasserschäden bald gesperrt werden. Nach zwei katastrophalen Hochwassern 1897 und 1899 war das Gotteshaus nicht mehr zu retten und musste 1906 abgerissen werden. An seiner Stelle wurde von 1930 bis 1936 die heutige Stille-Nacht-Kapelle errichtet. Die originale Kirchenausstattung der ehemaligen Schifferkirche St. Nikola konnte aber gerettet und in die Kapelle integriert werden.  

 

Stille-Nacht-Ort Mariapfarr

  • Stille-Nacht-Ort Mariapfarr © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Paulk Stille-Nacht-Ort Mariapfarr © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Paulk

Wurzeln und Inspiration für Joseph Mohr. Die Geschichte um das weltberühmte Weihnachtslied beginnt im tiefen Winter des Jahres 1816 in Mariapfarr im Lungau, in einer Zeit des Leids und der Entbehrungen: Die Napoleonischen Kriege hatten über Jahrzehnte den europäischen Kontinent verwüstet, die Menschen wünschten sich Ruhe und Frieden. Vor diesem Hintergrund verfasste Joseph Mohr 1816 das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in deutscher Sprache.

Der junge Mohr war in der kleinen Salzburger Gemeinde in seinen Aufgaben mehr als gefordert. Doch seine leutselige Art – damals für Geistliche keinesfalls selbstverständlich – half ihm, Vertrauen aufzubauen. Er berührte die Menschen und kannte ihre Sehnsucht nach Hoffnung in einer trostlosen Zeit. Vielleicht war es gerade diese Sehnsucht, die ihn zu dem leisen, sanften Gedicht inspirierte: Die Verbindung zwischen der Weihnachtsgeschichte, wie sie sich in einer „Stillen Nacht“ zugetragen hatte, mit dem tiefen Gefühl von Trost und Zuversicht.

Wussten Sie, dass...

  • …jedes Jahr am 24. Dezember die Stille-Nacht-Gedächtnisfeier in Oberndorf live als Audio-Stream im Internet übertragen wird?

  • …es in Österreich 10 Stille-Nacht-Museen gibt?

  • …im Zillertal das Strasserhäusl als Museum erhalten ist? Von hier aus trug die Strasser-Familie das Lied in die Welt.

  • …„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt wurde?

Stille-Nacht-Ort Arnsdorf

Stille Nacht Museum in der Volksschule Arnsdorf © Stille Nacht GesellschaftStille Nacht Museum in der Volksschule Arnsdorf © Stille Nacht Gesellschaft

Franz Xaver Grubers Melodie entsteht. In Arnsdorf lebte Franz Xaver Gruber, der 1807 aus Oberösterreich hierher gezogen war. Er war ein engagierter Lehrer, doch seine große Liebe galt der Musik. Auch waren es nur wenige Schüler, die er zu unterrichten hatte – viele Kinder blieben zur Arbeit auf den Bauernhöfen ihrer Eltern. Der Lehrer hatte also Zeit, zusätzlich als Organist im benachbarten Ort Oberndorf zu arbeiten. Hier kam es zur Begegnung und Freundschaft mit dem Priester Joseph Mohr. Dieser schätzte wohl das musikalische Können Grubers. Denn am 24. Dezember 1818 bat er ihn, eine passende Melodie zu seinem Gedicht zu komponieren. Gruber schrieb die Komposition noch am selben Tag.

Die alte Volksschule in Arnsdorf beherbergt das Stille-Nacht-Museum. Über knarzende Stufen geht es in den ersten Stock und dort in die ehemaligen Wohnräume von Franz Xaver Gruber, wo er mit seiner Familie lebte. Der kleine Ort in der Nähe von Oberndorf war über Jahrhunderte hinweg ein bekannter Ort: Die wirtschaftliche Lage und die Zukunftsperspektiven der Region waren schlecht – die Voraussetzungen für eine florierende Wallfahrt umso besser. Das Schulhaus in Arnsdorf ist noch immer in seinem ursprünglichen Zustand erhalten und bis heute als Schule intakt.    

Stille-Nacht-Ort Fügen im Zillertal

Museum Fügen © Heimat- und Museumsverein FügenMuseum Fügen © Heimat- und Museumsverein Fügen

Die musikalische Weltreise. Wie gut das Lied den Menschen bei der Uraufführung am Weihnachtsabend 1818 gefiel, ist weiter nicht bekannt. Vielleicht wäre es sogar bald in Vergessenheit geraten, käme da nicht die fehlende Orgel ins Spiel: Man holte zu ihrer Planung den Tiroler Orgelbaumeister Karl Mauracher. Dieser wurde während seiner Besuche in Oberndorf auf die besondere Qualität des Weihnachtsliedes aufmerksam. Er brachte die Noten mit in seinen Heimatort Fügen im Tiroler Zillertal, wo es in kürzester Zeit die Herzen der Menschen eroberte.

Erstaunlich, dass ausgerechnet zu einer Zeit, in der sich Neuigkeiten träge verbreiteten, „Stille Nacht!“ so rasch den Weg aus dem abgelegenen Zillertal in die Welt fand. Im gesamten Tiroler Land lebten jedoch damals zahlreiche Händlerfamilien, die auf ihren Reisen auch Konzerte gaben. Besonders die Familien Rainer aus Fügen und Strasser aus Laimach waren in den 1820er-Jahren als fahrende Singgemeinschaften bekannt. Ob sie gleich zu Anfang „Stille Nacht" in ihrer Sammlung hatten, wissen wir nicht. Belegt ist aber die Aufführung des Liedes durch die Familie Strasser in Leipzig. Bald danach erschien es erstmals gedruckt in einem Notenheft mit dem Titel „Vier ächte Tyroler Lieder“.

Stille-Nacht-Ort Hallein

Stille-Nacht-Bezirk Hallein © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Kathrin GollacknerStille-Nacht-Bezirk Hallein © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Kathrin Gollackner

Franz Xaver Grubers Ort der Berufung. Der innigste Wunsch des damals 47-jährigen Lehrers Franz Xaver Gruber, sich auf die Musik zu konzentrieren, erfüllte sich 1835: Er wurde zum Organisten der Pfarrkirche von Hallein ernannt und konnte seine rege kompositorische Tätigkeit entfalten: So entstand eine Reihe kirchenmusikalischer Werke.  

In Hallein verfasste Franz Xaver Gruber am 30. Dezember 1854 die „Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes“: Darin stellte er die Urheberschaft und die Herkunft von Text und Melodie von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ klar. Damit räumte er alle falschen Vermutungen aus der Welt, das Lied würde aus dem Zillertal stammen oder wäre von Michael Haydn komponiert worden. Franz Xaver Gruber starb 1863 in Hallein.

Gegenüber der Halleiner Stadtpfarrkirche befindet sich das Stille-Nacht-Museum, das am 27. September 2018 neu eröffnet wird: Es wird die komplette Dokumentation des Weihnachtsliedes, Joseph Mohrs Gitarre und Einrichtungsgegenstände von Grubers Wohnung ebenso wie Autographen und die „Authentische Veranlassung“ zeigen. Franz Xaver Gruber hat selbst 28 Jahre in dem Mesnerhaus gelebt.

Stille-Nacht-Ort Salzburg

  • Salzburger Christkindlmarkt © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Achim Meurer Salzburger Christkindlmarkt © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Achim Meurer

Kindheit und Jugendjahre von Joseph Mohr. Joseph Mohr wurde am 11. Dezember 1792 als uneheliches Kind in der Bischofsstadt Salzburg geboren und verbrachte dort Kindheit und Schulzeit in ärmsten Verhältnissen. Im Domvikar Johann Nepomuk Hiernle fand er aber einen Förderer, der den mittellosen jungen Menschen unterstützte. In den Vorbereitungsklassen und später im Akademischen Gymnasium gehörte Mohr zu den besten Schülern. Sein musikalisches Können ermöglichte ihm 1807 einen Platz im Stiftschor St. Peter – eine exzellente Ausbildung für den 15-jährigen Mohr. Das anschließende theologische Studium im damals Königlich-Bayerischen Lyzeum in Salzburg schloss er mit der Priesterweihe im Dom 1815 ab.

Heute werden in Salzburg Stadtführungen zum Thema „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ angeboten, die unter anderem in die Steingasse, in den Dom zu Salzburg, zum Priesterhaus am Makartplatz, zum Benediktinerkloster St. Peter und zur heutigen Universität Salzburg mit der Großen Aula führen. Hier war zu Mohrs Zeiten das Akademische Gymnasium untergebracht. Das berühmte Salzburger Glockenspiel in der Innenstadt spielt jedes Jahr am 24. Dezember jeweils um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr die Melodie von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Und in den Kirchen wird zur Christmette traditionell die Originalversion gesungen.

Stille-Nacht-Ort Hochburg-Ach

Franz Xaver Gruber Gedächtnishaus © Österreich Werbung / Bernhard HartlFranz Xaver Gruber Gedächtnishaus © Österreich Werbung / Bernhard Hartl

Der Geburtsort von Franz Xaver Gruber. Franz Xaver Gruber wurde am 25. November 1787 in dem kleinen Ort in Oberösterreich während unsicherer Zeiten geboren. Die Napoleonische Besatzung machte auch in Hochburg der Bevölkerung das Leben schwer. Franz Xaver Gruber konnte allerdings seine Lehrerausbildung abschließen und eine Lehrerstelle in Arnsdorf antreten.

Grubers Eltern waren Leinenweber, die darauf bestanden, dass sich ihr Sohn beruflich ebenfalls für das Handwerk entschied. Grubers Lehrern entging jedoch keineswegs das musikalische Talent des Burschen, und sie sorgten für Orgelunterricht im nahe gelegenen Burghausen. Nach kurzer Zeit spielte Gruber die Geige und den Generalbass auf der Orgel und komponierte seine ersten Lieder. Nach der Prüfung 1806 kehrte der junge Gruber in seinen Geburtsort zurück und absolvierte das Praxisjahr als Schulgehilfe bei seinem Förderer und Lehrer Peterlechner in Hochburg.

Wichtige Stationen, die den Lebensweg Franz Xaver Grubers prägten, liegen in Reichweite der Ortschaft Hochburg: Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, in der alljährlich das Historienspiel „Die Suche nach der stillen Nacht“ aufgeführt wird und der Stiftsgasthof, in dem Gruber ein vierstimmiges Hochzeitslied komponierte. Außerdem erinnert die nach Gruber benannte Schule an den Musiker.

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