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Die Stille-Nacht-Legenden

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ feiert sein 200-jähriges Jubiläum. Über die Jahre rankten sich allerlei Mythen rund um das berühmte Weihnachtslied.

Selten hat sich ein Kulturgut so nachhaltig in der ganzen Welt verbreitet wie die Komposition „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Reisende Musikgruppen und Missionare sorgten für Bekanntheit des Liedes – sogar bis in die entlegensten Winkel. Kein Wunder, dass rund um Menschen, Orte und die dazugehörigen Begebenheiten, die mit dem Lied zu tun hatten, im Lauf der Zeit allerhand Geschichten wuchsen – bei denen es mit der Wahrheit nicht allzu genau genommen wurde.

Die magische Seite an Märchen und Sagen ist, dass sich vielleicht doch ein Funke Wahrheit verbergen könnte, was Spekulationen nur noch aufregender macht. Einige Legenden – wie etwa die Erzählung der hungrigen Maus, die die Oberndorfer Orgel anknabberte – halten sich hartnäckig. Vielleicht weil sie einfach sympathisch sind? Andere wiederum basieren auf grober Unwissenheit. Nach wie vor wird zu Entstehung und Verbreitung intensiv geforscht, und immer wieder gibt es neue Erkenntnisse. Hier einige wahre und unwahre Geschichten rund um „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.

  • Stille Nacht Kapelle, Oberndorf © TSG Tourismus Salzburg GmbH / no  name Stille Nacht Kapelle, Oberndorf © TSG Tourismus Salzburg GmbH / no name

Waren Mäuse Schuld an der defekten Orgel?

Wahrheitsgehalt: 0%
„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ wurde 1816 von Joseph Mohr getextet und 1818 von Franz Xaver Gruber vertont. Warum aber wurde das Lied für zwei Solostimmen und Chor ausgerechnet in Gitarrenbegleitung arrangiert? Immerhin war die Gitarre zur damaligen Zeit eher ein rustikales Wirtshausinstrument und war in der Kirche nicht im Einsatz.

Die fantasievolle Erklärung ist die Geschichte mit der Maus: Das arme Tier soll so hungrig gewesen sein, dass es den alten Blasbalg der Oberndorfer Kirchenorgel annagte. So gab das Instrument am Heiligen Abend keinen Ton von sich und die Melodie musste mit der Gitarre vorgegeben werden. Unwahr. – Richtig ist, dass die Orgel zwar bespielbar, aber reparaturbedürftig war. Schon im Jahr darauf wurde der Orgelbauer Carl Mauracher aus dem Zillertal nach Oberndorf bestellt, um sich die Orgel anzusehen (warum das legendär war, ist eine andere Geschichte!).  Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber könnten sich aber auch von vornherein entschieden haben, das Lied für Gitarre zu vertonen, weil sie es erst im Anschluss an den Gottesdienst direkt vor der Krippe singen wollten.

Machte Joseph Mohr Geschäfte mit Wilderern?

Kirche in Hintersee © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Kathrin GollacknerKirche in Hintersee © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Kathrin Gollackner

Wahrheitsgehalt: 85% Joseph Mohrs erste Einsatzstelle als junger Geistlicher war Hintersee im Salzburger Land, wo er als selbstständiger Vikar tätig war. Der Hilfspriester war bekannt für seine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft und hatte immer ein offenes Ohr und Herz für die notleidende Bevölkerung.

Nicht wenige der 272 Einwohner von Hintersee verdienten sich durch die schon damals verbotene Wilderei ein Zubrot. Heute noch erzählt man sich die Geschichte, Mohr habe Wilderern Fleisch abgekauft, um es an arme, kinderreiche Familien zu verschenken. Woher der Vikar das Geld für das „verbotene“ Wild hatte, ist unklar – schließlich besaß er selbst kaum etwas. Vielleicht, so heißt es, hat er sich das Geld aus dem Klingelbeutel der Kirche „geborgt“. Wie dem auch sei, Mohr soll erwischt und angezeigt worden sein. Eine Gefängnisstrafe musste er allerdings nie absitzen.

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Wurde "Stille Nacht" von Michael Haydn komponiert?

Notenblatt von Joseph Mohr © TSG Tourismus Salzburg GmbHNotenblatt von Joseph Mohr © TSG Tourismus Salzburg GmbH

Wahrheitsgehalt: 0%  Heute unglaublich, aber wahr: Die Namen der Autoren von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – Joseph Mohr als Dichter und Franz Xaver Gruber als Komponist – waren viele Jahre in Vergessenheit geraten. Um die Autorenschaft zu klären, richtete 1854 die Königliche Hofmusikkapelle in Berlin eine Anfrage an die Erzabtei St. Peter in Salzburg. Man vermutete den eng mit St. Peter verbundenen Komponisten Michael Haydn als Autor. Über seinen Sohn Felix, der zu dieser Zeit Sängerknabe in St. Peter war, dürfte die Anfrage aus Berlin an Franz Xaver Gruber nach Hallein weitergeleitet worden sein.

Daraufhin verfasste er eine „Authentische Veranlassung zur Komposition des Weihnachtsliedes Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Darin beschreibt Gruber die Entstehungsgeschichte des Liedes: Priester Joseph Mohr verfasste 1816 den Text als Gedicht. 2 Jahre später lernte er in Oberndorf Joseph Gruber kennen, der dort als Organist und Musiker arbeitete. Gruber komponierte am Nachmittag des Heiligen Abends 1818 die Melodie und die beiden gaben nach der Weihnachtsmesse die Weltpremiere von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Der Rest ist Geschichte.

Darf „Stille Nacht“ nur am 24.12. gesungen werden?

  • Weihnachtsabend © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Eva-Maria Repolusk / eva trifft Weihnachtsabend © SalzburgerLand Tourismus GmbH / Eva-Maria Repolusk / eva trifft

Wahrheitsgehalt: Zwischen 0% und 100 %  Wie das mit Ritualen so ist, haben die meisten traditionellen Gewohnheiten ihre fixen Regeln. Den „richtigen“ Zeitpunkt, wann „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ gesungen werden darf, gibt es in unterschiedlichen Empfehlungen. Und das scheidet sogar da und dort die Brauchtumsgeister.

In den meisten Ländern und Kulturen ertönt „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ während der gesamten Vorweihnachtszeit aus dem Radio oder Menschen summen und singen die Melodie. Im alpenländischen Raum hingegen hält man sich da und dort an die ungeschriebene Regel, „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ ausschließlich am 24. Dezember zu singen.

Wurde Joseph Mohrs Schädel exhumiert?

Franz Xaver Gruber and Joseph Mohr memorial © Österreich WerbungFranz Xaver Gruber and Joseph Mohr memorial © Österreich Werbung

Wahrheitsgehalt: 100% Die sterblichen Überreste von Joseph Mohr sind am Friedhof in Wagrain begraben – nicht aber der Schädel. Wie es dazu kam? Mohr verweigerte sein Leben lang, dass er porträtiert wird. So gibt es kein einziges Bildnis von ihm. 1912 wollte der Bildhauer und Pfarrer Joseph Mühlbacher ein Denkmal von Mohr und Gruber anfertigen, wofür er tatsächlich die Exhumierung von Mohrs Schädel veranlasste.

Das Grab in Wagrain wurde lokalisiert, der Schädel entnommen. Nach der Vollendung des Denkmals wurde der Schädel jedoch nicht mehr auf den Wagrainer Friedhof zurückgebracht. Bis zum Bau der Stille-Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf wurde der Schädel verwahrt und schließlich in die Kapelle eingemauert. Am Fuße des Hügels, auf der die Stille-Nacht-Kapelle steht, ist ein Abguss des Reliefs zu finden. Tatsache ist, dass auch dieses Abbild von Mohr wohl wenig mit der Realität zu tun hat: 1912 waren die Techniken schließlich keineswegs so ausgereift, dass eine realistische Rekonstruktion des Schädels möglich gewesen wäre.

Die Top-Events 2018 rund um "Stille Nacht!”

  • Eröffnung Stille-Nacht-Museum Hallein:
    Das weltberühmte Stille-Nacht-Museum wird neu eröffnet (Achtung! Bis dahin geschlossen!).
    Hallein Stille-Nacht-Museum
    27. September 2018, 14.00 Uhr

  • Sonderausstellung im Salzburg Museum: STILLE NACHT 200 – Geschichte. Botschaft. Gegenwart. Salzburg Museum
    29. September 2018 bis 3. Februar 2019
    www.salzburgmuseum.at

  • Bühnenstück „Silent Night Story“, Felsenreitschule Salzburg:
    Felsenreitschule Salzburg
    Premiere: 24. November 2018

  • Einweihung der Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche Hallein: Messe und Rahmenprogramm mit Orgelkonzert.
    Stadtpfarrkirche Hallein
    25. November 2018, 19.30 Uhr

  • Salzburger Adventsingen 2018 „Stille Nacht“ im Großen Festspielhaus zu Salzburg:
    Vorstellungen zwischen 30.11.2018 (Premiere)
    und 16.12.2018.
    Ticketservice Salzburger Adventsingen

  • Sonderausstellung im Schlossmuseum Linz: Weihnachtliches Singen
    200 Jahre „Stille Nacht! Heilige Nacht!“
    135 Jahre „Es wird scho glei dumper“
    Linz Schlossmuseum 1. Dez. 2018 bis 2. Feb. 2019

  • Musikalischer Abend
    „Stille Nacht! Heilige Nacht!“
    Die SteudlTENN ist ein 700 Jahre alter Stadl in Uderns, in dem jährlich Theater und Veranstaltungen stattfinden. SteudlTENN Fügen Advent 2018

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