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Winterwandern im Zauberwald

Eine Fackelwanderung im Montafon spricht alle Sinne an.

Autorin: Claudia Riedmann

Als Bergführer Manni die erste Fackel entzündet, erhellt ein sanftes Leuchten die Dunkelheit, und ein warmer Schein breitet sich in der winterlichen Kälte aus. Jeder der Wanderer hält eine Fackel in der Hand und verliert sich gedankenversunken in der Flamme. Gleich wird die kleine Gruppe Wanderer losziehen – eingepackt in Skihosen und dicke Daunenjacken. Und die Lichter werden allmählich am Berg entlang schweben und kleine, helle Tupfer in die dunkle Landschaft sprenkeln.
 

Das Montafon im Schnee

  • Winterwandern im Montafon © Österreich Werbung / Wiesenhofer Winterwandern im Montafon © Österreich Werbung / Wiesenhofer
  • Pferdeschlittenfahrt © Österreich Werbung / Ascher Pferdeschlittenfahrt © Österreich Werbung / Ascher
  • Vandans im Montafon © Österreich Werbung / Mallaun Vandans im Montafon © Österreich Werbung / Mallaun
  • Fackelwandern © Silvretta Montafon / Daniel Zangerl Fackelwandern © Silvretta Montafon / Daniel Zangerl
  • Im Montafon, Almhütten im Winter © Österreich Werbung Im Montafon, Almhütten im Winter © Österreich Werbung
  • Bartholomaeberg im Montafon © Österreich Werbung / Jezierzanski Bartholomaeberg im Montafon © Österreich Werbung / Jezierzanski

Wenn der Käse Fäden zieht

Die Fackelwanderung startet nach Pistenschluss in St. Gallenkirch, von wo die Valisera Bahn zur Mittelstation auf 1.680 Metern Höhe führt. Vor dem Abmarsch geht’s zur Stärkung noch in das urige Bergrestaurant „Gäßbarga“ – montafonerisch für „Ziegenstall“. Dort, wo früher tatsächlich die „Gäß“ hausten, erinnern heute nur noch die Ziegenfelle an der Wand des rustikalen Gastraums an die meckernden Bewohner. Der Wirt bringt eine regionale Spezialität an den Tisch: „Keesknöpfli“ werden zusammen mit Röstzwiebeln im Holzgefäß serviert. Auf dem Weg vom Teller zum Mund zieht der würzige Käse lange Fäden. Manche müssen lachen, denn oft scheint der Käsefaden gar kein Ende zu nehmen.
 
Bei einem Glühwein am knisternden Holzofen lernt man die anderen Winterwanderer noch besser kennen. Die meisten sind aus der nahen Ostschweiz oder aus Süddeutschland angereist. Was bringt sie nach einem langen Skitag abends noch einmal auf den Berg? Das Paar aus St. Gallen will den Hochzeitstag romantisch ausklingen lassen, der Geologe aus dem Allgäu freut sich auf das Lichterspiel. Die Münchner Konzernmanagerin nutzt die Zeit in der Natur, um Ruhe zu finden.
 

Winter in Motion

  • Startbild Video Winter in Motion © ÖW Startbild Video Winter in Motion © ÖW
Schattenspiele und Atemwolken
 
Mit vollem Bauch und dicken Handschuhen zieht die Gruppe aus der Hütte, wo sich die Dunkelheit über die Berge gelegt hat. Die Fackeln werden entzündet, dann beginnt der gemeinsame Marsch in die Nacht. Spätestens jetzt ist man froh, dass man feste Schuhe und Skikleidung angezogen hat, denn in der Nacht spürt man die Winterkälte noch intensiver. Die Route führt über tief verschneite Forstwege, Pisten und einen dichten Fichtenwald.
 
In der Finsternis sind alle Sinne hellwach. Die Stille und die Dunkelheit des Waldes erzeugen ein schönes bis bangendes und aufregendes Gefühl. Die Bäume sind bis zu 200 Jahre alt und stehen majestätisch am Wegesrand. Man fühlt sich in eine Traum-Märchenwelt aus der Kindheit versetzt. Selbst die Gerüche des Waldes erscheinen umso intensiver, je weniger man sieht. Man hat den holzigen Geruch der Fichten in der Nase und den Duft von Neuschnee. „In der Nacht wird alles ruhig“, sagt Bergführer Manni, nur manchmal ist da das Knacksen eines Astes, dem die Schneelast zu schwer geworden ist. Ansonsten hört man nur das Knirschen des Schnees unter den Schuhen und das Atmen der Wanderer, die Richtung Garfrescha marschieren. Die kalte Winterluft prickelt auf der Haut. In den Muskeln spüren sie ein leichtes, warmes Brennen. Mit jedem Atemzug bildet der Atem in der klaren Winterluft Wolken, die in der Dunkelheit aber gleich wieder verblassen.
 
 

Abschalten leicht gemacht

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Winterwandern im Montafon © Silvretta Montafon / Daniel ZangerlWinterwandern im Montafon © Silvretta Montafon / Daniel Zangerl

„Bei einer Fackelwanderung lernt man eine ganz andere Seite des Skigebiets kennen“, meint Manni, der eigentlich Manfred Sprung heißt und die Besucher seit Jahren nachts durch die Montafoner Winterlandschaft führt. Die meisten müssen sich nach dem Rummel des Alltags erst an die Dunkelheit und Stille gewöhnen. Das sei für viele eine ziemliche Herausforderung, erzählt Manni, vor allem für jene, die sich beruflich so gut wie keine Pause gönnten. Deswegen brauche es auch bei manchen Wanderern ein wenig Zeit, bis das Gedankenkarussell zum Halten kommt. „Aber dann wirkt eine Nacht in den Bergen Wunder!“
 
In der Nacht scheint das Skigebiet wie verzaubert. Tagsüber sind hier ja hunderte, manchmal tausende Skifahrer unterwegs – in der Stille der Dunkelheit wirkt die Gegend da wie aus einer anderen Welt. Die Wandergruppe hat aufgehört, miteinander zu reden. Jeder genießt das Schweigen. Die Ruhe. Das Hier und Jetzt.
 

Almdorf wie aus dem Bilderbuch
Das Ziel der Wanderung ist nach einer Dreiviertelstunde Fußmarsch erreicht: Das idyllische Bergdorf Garfrescha liegt auf rund 1.500 Metern Seehöhe und besteht aus etwas mehr als 20 Häusern.
 
Oben macht sich die kleine Anstrengung der Wanderung sofort bezahlt: Die Gruppe steht zufrieden auf dem Berg und schaut hinunter ins glitzernde Tal, wo die Lichter der Häuser die Nacht hell tupfen. Auch oben am Firmament strahlen die Sterne wie ein unendliches Lichtermeer. In der Stadt sehen die Wanderer sonst nie so viele Sterne. Manche von ihnen halten Ausschau nach bekannten Sternbildern wie dem Großen Wagen oder Kassiopeia – dem „Himmels-W“.
 
Will man sich nach der Fackelwanderung in Garfrescha ein wenig aufwärmen, kehrt man beim Brunellawirt oder im Alpenhotel ein. Wer sich schon auf den Heimweg macht, hat nun die Wahl: an der Bergstation eine Rodel ausborgen und auf der mehr als fünf Kilometer langen, beleuchteten Nachtrodelbahn hinunter ins Tal fahren – oder mit dem Zweier-Sessellift ruhig bergabgondeln und den Eindrücken der romantischen Wanderung nachspüren. Vermutlich macht es sich das Paar aus St. Gallen auf dem Sessellift gemütlich. Auch die ruhesuchende Managerin aus München wird sich später für die sanfte Abfahrt entscheiden. Nur der heitere Geologe aus dem Allgäu freut sich aufs Rodeln.
 

Fackelwanderung und Nachtrodeln

Fackelwanderung und Nachtrodeln in Garfrescha

Fackelwanderung und Nachtrodeln in Garfrescha

Manfred Sprung im Interview

Der Reiz des Winterwanderns

Im Büro trifft man ihn so gut wie nie an: Ski- und Bergführer Manfred „Manni“ Sprung verbringt seine Zeit am liebsten auf dem Berg. Seit er vor über 20 Jahren aus den Salzburger Alpen nach Vorarlberg zog, sind die Montafoner Gipfel zu seiner zweiten Heimat geworden. Der 46-Jährige begleitet Wintersportler und Outdoorfans von morgens bis nach Einbruch der Dunkelheit durch den Schnee.

Austria Info: Sonst sind Sie ja eher flott und im steilen Gelände unterwegs – was reizt Sie am ruhigen Winterwandern?

Manfred Sprung: An den Fackelwanderungen schätze ich besonders, dass man dabei die unterschiedlichsten Leute kennen lernt! Vor der Fackelwanderung sitzen wir ja in der Gäßbarga zusammen, trinken ein Gläschen und erzählen uns gegenseitig aus unseren Leben. Man glaubt ja gar nicht, was man da alles an spannenden, interessanten und lustigen Geschichten hört! Es ist die Menschlichkeit, die so einen Abend so besonders macht. Und das schon, bevor wir überhaupt los gewandert sind.
 

Man hat Zeit für sich, fernab vom Alltag.”

Manfred „Manni“ Sprung, Ski- und Bergführer

Austria Info: Nicht jeder ist Wandern gewöhnt - wie bringt man einen müden Urlauber zum Weitergehen?

Manfred Sprung: Ich gehe einfach weiter. Dann stehen sie schnell alleine im Dunkeln und kommen ganz schnell nach (lacht)! Spaß beiseite: Wenn einer gar nicht mehr will, versuche ich ihn zu motivieren und sage: „Da müssen wir jetzt gemeinsam durch.“ Zu den Erfahrungen am Berg gehört manchmal auch das Durchbeißen. Und zum Schluss macht es sich ja wirklich bezahlt, wenn man oben ankommt und auf das Lichtermeer im Tal hinunterblickt.

Silvretta Montafon im Winter

Silvretta Montafon © Österreich Werbung / MallaunSilvretta Montafon © Österreich Werbung / Mallaun

WasVorarlbergs sportlichstes Skigebiet

Größe140 präparierte Pistenkilometer, 37 Bahnen und Lifte

GastronomieNeun Bergrestaurants und Bars

FunparksFreeride Area, Snowpark Montafon

HighlightsLängste beleuchtete Nachtrodelbahn Vorarlbergs

Kontaktwww.montafon.at

Austria Info: Welches Bergerlebnis sollte ein Winterurlauber im Skigebiet Silvretta Montafon unbedingt haben?

Manfred Sprung: Die „Gipfelsturm Zamangspitze“ oder der „Freeride Abenteuertag“ sind toll für alle, die gerne im Gelände Ski fahren. Die Leute strahlen nur noch, wenn wir vom Berg zurückkommen. Das mag ich an meinem Job, wenn es den Leuten genauso viel Spaß macht, wie mir. Für alle Nichtwintersportler ist die Fackelwanderung ein super Tipp: ein Hüttenabend mit Keesknöpfli, eine romantische Wanderung durch den verschneiten Fichtenwald und eventuell eine Rodelpartie – und all das an einem Abend. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis.

Austria Info: Sie kennen so gut wie jeden Gipfel hier. Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in den Montafoner Bergen?

Manfred Sprung: Auf der Terrasse zu Hause (lacht). Nein – meine zwei Lieblingsberge in der Umgebung sind die „Heimspitze“ und die "Madrisella". Von ihren Gipfeln hat man einen absolut atemberaubenden Ausblick.

Austria Info: Und was ist Ihr montafonerisches Lieblingswort?

Manfred Sprung: „Madöpfl“. Das kennt nicht einmal der Großteil der Montafoner - nur noch die ganz Alteingesessenen wissen: Das ist das Innere einer Silberdistel und schmeckt herrlich!

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