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Imperiale Geschichten erzählen Geschichte

„Wer hätte das gedacht...?“ Menschliche Begebenheiten hinter den Kulissen des imperialen Österreichs.

Die Ohrfeige der Kaiserin

Joseph Haydn konnte es nicht lassen. Zu sehr lockte den munteren Chorknaben von St. Stephan das Baugerüst. Schloss Schönbrunn bot im Vergleich zum Wiener Stephansdom vergnügliche Ablenkungen. Erzherzogin Maria Theresia erspähte den bewegungshungrigen Buben auf dem Gerüst und ordnete an, den späteren Komponisten der Kaiser-Hymne mit einer Ohrfeige zu bestrafen. In diesem Fall nützte ihm seine edle Knabenstimme wenig.

„Behaarliche“ Diplomatie

Und wieder verschwand eines. Heimlich unter der Schürze auf dem verdeckten Klebeband der Zofe. Kaiserin Sisi konnte sich in Wutanfällen ergehen, wenn eines ihrer kostbaren Haare am Boden für immer verloren schien. So griff ihre Friseurin Fanny Feifalik zu dieser dezenten List, um die herunter gefallenen Haare der Kaiserin zu verstecken. Bestbezahlt durfte sie als einzige von Sisis Hofdamen sogar heiraten und fungierte im Ausland aufgrund ihrer Maße als Doppelgängerin der Kaiserin.

  • Schloss Schönbrunn und Gloriette © Österreich Werbung / Julius Silver Schloss Schönbrunn und Gloriette © Österreich Werbung / Julius Silver
  • Schloss Schönbrunn, Wien, Große Galerie © Foto Agentur Zolles Schloss Schönbrunn, Wien, Große Galerie © Foto Agentur Zolles
  • Gemälde mit Elisabeth I. und Franz Joseph  I. in jungen Jahren © Österreich Werbung / Gerhard Trumler Gemälde mit Elisabeth I. und Franz Joseph I. in jungen Jahren © Österreich Werbung / Gerhard Trumler
  • Sisi Museum in der Wiener Hofburg © Österreich Werbung / Lois Lammerhuber Sisi Museum in der Wiener Hofburg © Österreich Werbung / Lois Lammerhuber
  • Schloß Schönbrunn, Grosses Parterre, Blick auf Gloriette © SKB / A. E. Koller (.) Schloß Schönbrunn, Grosses Parterre, Blick auf Gloriette © SKB / A. E. Koller (.)
  • Gloriette im Schloßpark Schönbrunn © Österreich Werbung / Peter Burgstaller Gloriette im Schloßpark Schönbrunn © Österreich Werbung / Peter Burgstaller

Gebrüllte Anerkennung

Ludwig XIV., der französische Sonnenkönig, hatte sich fatal getäuscht. Er hatte aufgrund der äußeren Erscheinung die Dienste des klein gewachsenen Prinzen Eugen von Savoyen missachtet. Was dem einen zu schmächtig, wurde unter drei Habsburger Kaisern zu einem strahlenden Idol auf dem Schlachtfeld: Der Verschmähte sicherte und vergrößerte als Feldherr die imperiale Macht. Prinz Eugen sah in Kaiser Leopold I. seinen Vater, in Kaiser Josef I. seinen Freund und in Kaiser Karl VI. seinen Gebieter. Zur späten Anerkennung schenkte selbst der französische Sonnenkönig dem Prinzen einen afrikanischen Löwen.

Prinz Eugen war schon zu Lebzeiten reich und berühmt: Schloss Hof und Schloss Belvedere gehörten zu seinen luxuriösen Wohnsitzen.

  • Schloss Hof © Österreich Werbung / Reinhard  Mandl Schloss Hof © Österreich Werbung / Reinhard Mandl
  • Schloss Hof, Neptunbrunnen und Reiter © SKB / Lois Lammerhuber Schloss Hof, Neptunbrunnen und Reiter © SKB / Lois Lammerhuber
  • Schloss Hof, Sala Terrena © SKB / Lois Lammerhuber Schloss Hof, Sala Terrena © SKB / Lois Lammerhuber
  • Schloss Hof, Orangeriegarten © SKB / Lois Lammerhuber Schloss Hof, Orangeriegarten © SKB / Lois Lammerhuber
  • Schloss Belvedere © Österreich Werbung / Julius Silver Schloss Belvedere © Österreich Werbung / Julius Silver
  • Schloss Belvedere, Wien, Staircase © Belvedere Wien / Fotomanufaktur Grünwald Schloss Belvedere, Wien, Staircase © Belvedere Wien / Fotomanufaktur Grünwald
  • Marble Hall, Upper Belvedere, Vienna © Belvedere Wien / Margherita Spiluttini Marble Hall, Upper Belvedere, Vienna © Belvedere Wien / Margherita Spiluttini

Wetterbericht

Auch Kaiser Franz Joseph I. war gelegentlich müde von Amtsgeschäften. Das Erledigen der unzähligen Akten aus seinem Reich der K.-u.-k.-Monarchie begann schon weit vor dem Frühstück. So war es im Sommer die Jagd in Bad Ischl, die dem Kaiser wieder frischen Mut und Erholung brachte. Täglich studierte er das Barometer in seinem Arbeitszimmer, um auf die Pirsch zu gehen. Dabei wird gemunkelt, dass der Rheumatismus des braven Försters Bruckenberger das Jagdwetter noch viel besser voraussagte.

Liebesbotschaften

Es ist die Liebesgeschichte der Habsburger. Erzherzog Johann heiratete die Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl. In der Rolle seiner Hausfrau holte der Erzherzog die „Nany“ in seine Nähe. Sie versteckte heimliche Liebesbotschaften in ihrem Kochbuch, durfte doch kein Mensch von ihrer nicht standesgemäßen Liebe erfahren. Schließlich hat der Kaiser der Ehe nach langen Jahren des Wartens doch zugestimmt.

  • Erzherzog Johann und Anna Plochl im Boot © Neue Galerie Graz / Foto: UMJ / N. Lackner Erzherzog Johann und Anna Plochl im Boot © Neue Galerie Graz / Foto: UMJ / N. Lackner

Hoflieferantin

Anna Sacher führte ihr Hotel Sacher mit viel Liebe und Geschick und so wurde es schon bald zum Zentrum der Wiener und internationalen Gesellschaft. Ein imperiales Wohnzimmer mit Diskretion. Eine Signatur fehlte auf der mit prominenten Namen unterschriebenen und von der Hotelchefin ausgestickten Promi-Tischdecke aber noch: die Unterschrift des Kaisers Franz Joseph I. höchstpersönlich. Da sprang die Schauspielerin Katharina Schratt ein. Sie war mit beiden gut bekannt. Bei der nächsten Gelegenheit zückte sie ganz privat ein Taschentuch, der Kaiser unterschrieb und lieferte das fehlende Juwel, seinen Namenszug.

Tod in der Badewanne

Sie wusste zu leben. Philippine Welser kam als Gattin von Ferdinand II., Tiroler Landesfürst, von Augsburg auf Schloss Ambras. Sie verstand sich auf heilende Arzneien und verfasste ein Kochbuch mit Tiroler Hausmannskost. Nie ganz geklärt wurde ihr Tod in ihrer einzigartigen Badewanne. Angeblich war es die Schwiegermutter, die dem Sohn die Heirat einer Bürgerlichen nie ganz verzeihen konnte.

  • Schloss Ambras © Innsbruck Tourismus / Christof Lackner Schloss Ambras © Innsbruck Tourismus / Christof Lackner

Wussten Sie dass, ...

  • ... Maria Theresia nie zur Kaiserin gekrönt wurde?
    Sie führte an der Stelle ihres Mannes, des Kaisers Franz I. Stephan von Lothringen, die Regierungsgeschäfte.
  • ... Joseph Haydn erst mit 16 seinen Stimmbruch hatte?
    Er verließ daraufhin den Knabenchor, nachdem auch Maria Theresia zu ihm meinte, er singe nicht, er krähe.
  • ... Kaiserin Sisi nie mehr als 50 Kilogramm wog?
    Sie schwor auf einen Saft aus ausgepresstem Rinds- und Kalbsfleisch.
  • ... Prinz Eugen von Savoyen ursprünglich Geistlicher werden sollte?
    Als Mädchen verkleidet floh er 1683 in einer Kutsche von Paris Richtung Wien.
  • ... der Arbeitstag Kaiser Franz Josephs sehr früh begann?
    Sein Kammerdiener weckte ihn um 03:30 Uhr.
  • ... Erzherzog Johann und Anna Plochl einen Sohn hatten, nämlich Franz von Meran?
    Der berühmte Dirigent Nikolaus Harnoncourt war ein direkter Nachkomme.
Glorifikation des Prinzen Eugen von Salomon Kleiner © Bibliothek des Belvedere, Wien Glorifikation des Prinzen Eugen von Salomon Kleiner © Bibliothek des Belvedere, Wien

Der edle Ritter

Wer war Prinz Eugen?

Prinz Eugen von Savoyen, der „edle Ritter“, war ein bedeutender österreichischer Feldherr, Staatsmann, Diplomat und Mäzen für Kunst und Wissenschaft. Er kämpfte für die Habsburger erfolgreich im Großen Türkenkrieg (1683–1699), im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) und im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg (1714–1718). Als Neffe eines Kardinals 1663 in Paris geboren, starb er 1736 in Wien.
Das Schloss Belvedere, das Winterpalais in der Wiener Himmelpfortgasse und einige weitere Schlösser wurden von ihm gebaut, erworben oder umgebaut. Seine Büchersammlung „Eugeniana“ füllt heute noch den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Kaiserin Elisabeth ganz privat

Wer war Sisi?

Elisabeth (1837–1898), auch Sisi genannt, ging als ewig junge und schöne Kaiserin in die Geschichte ein.

Die Monarchin pflegte einen ausgeprägten Schönheitskult. Sie trainierte täglich bis an ihre körperlichen Grenzen und unterwarf sich den strengsten Diäten. In der Hofburg, der kaiserlichen Residenz, gab es sogar ein eigenes Turnzimmer. Mit 172 cm war sie für eine Frau ihrer Zeit ungewöhnlich groß. Ihre extrem schlanke, hochgewachsene Figur unterstrich ihr elegantes Auftreten. Sie wog die meiste Zeit nur 46 Kilogramm und hatte einen Taillenumfang von 50 cm. Ihr Teint war makellos und ihre Haarpflege soll täglich bis zu drei Stunden in Anspruch genommen haben.

Wie speiste man im Kaiserhaus?

In den Kaiserappartements der Hofburg reist der Besucher zurück in eine Zeit, als Österreich noch von den Habsburgern regiert wurde. Spätestens im Speisesaal ist man mittendrin im höfischen Leben der Gekrönten, die an der Kaisertafel speisten. Je nach Größe und Ausstattung unterschied man zwischen Galadiner, Familiendiner, Militärdiner und Marschalltafeln. Die Einladungen gingen in erster Linie an Männer aus dem Adel, dem Militär und der Wirtschaft. Die Diners dienten keineswegs zur Unterhaltung, sondern waren Zusammenkünfte für staatspolitische Gespräche. Sie begannen immer um sechs Uhr abends. Nachdem sich alle Gäste eingefunden hatten, erschien der Kaiser und man begab sich zu Tisch. Franz Joseph nahm in der Mitte der Tafel Platz. Jedes Menü bei Hof startete mit einer klaren Suppe, danach kamen Austern, Salat, Fisch und Fleischspeise. Als Abschluss wurden Dessert und Käse serviert. In der Regel wurden an der Hoftafel sieben bis dreizehn Gänge serviert, wobei bei offiziellen Essen die französische Küche bevorzugt wurde.

Lockerer ging es bei den privaten Tafeln im Kreise der Familie zu. Das höfische Zeremoniell musste hier nicht so strikt eingehalten werden und die Gespräche durften auch mal persönlich werden, was bei den offiziellen Diners von der Kaiserfamilie tunlichst vermieden wurde. Weder Privates noch eine eigene Meinung sollte ein geladener Gast aus den höchsten Reihen der Monarchie mitbekommen.

Einen geschmacklichen Unterschied gab es ebenso: Es wurden Gerichte aus der beliebten Wiener Küche gegessen.

  • Mailänder Tafelaufsatz, Hofburg Wien © SKB / A. E. Koller Mailänder Tafelaufsatz, Hofburg Wien © SKB / A. E. Koller
Tafelspitz © Österreich Werbung / Wolfgang Schardt Tafelspitz © Österreich Werbung / Wolfgang Schardt

Ein klassisches Gericht der Wiener Küche

Was ist ein Tafelspitz?

Der Tafelspitz ist ein berühmtes österreichisches Rindfleischgericht. Das Schwanzstück vom Rind wird in Fleischbrühe gekocht und mit Schnittlauchsauce, Apfelkren und Erdäpfeln (Kartoffeln) serviert. Der Name „Tafelspitz“ kommt vermutlich davon, dass es zu Hofe nur erlaubt war zu essen, wenn das auch der Kaiser tat. Insofern waren die Gäste an der Spitze der Tafel benachteiligt. Noch dazu aß der Kaiser sehr schnell und hastig. So mussten viele das Festdiner meist ohne einen Bissen und hungrig verlassen. Sie zogen weiter ins nahe Hotel Sacher, wo das Rindfleisch bis zum Eintreffen der hungrigen Erzherzöge vor sich hin köchelte. So kamen auch die Gäste vom Tafelspitz zu ihrem Tafelspitz.

Rezept Tafelspitz

Zeit für Spielereien und Liebeleien!

Die Wunderkammern und Kunstkammern des Adels sind reich davon: mechanischen Spielereien, die zur willkommenen Auflockerung der Diners dienten.

So auch das wohl berühmteste Salzfass der Welt: die Saliera im Kunsthistorischen Museum Wien (1540 bis 1543). Sie zeigt eine sinnbildliche Darstellung des Planeten Erde: Neptun als Gott des Meeres und Tellus als Gottheit der Erde. Bemerkenswert ist die technische Ausführung: Der Künstler Benvenuto Cellini hat die Saliera nach eigenen Angaben freihändig aus Goldblech getrieben. In den Sockel sind an der Unterseite Einlassungen für neun Elfenbeinkugeln eingearbeitet, fünf Kugeln sind bis heute erhalten. Damit ist das Salzfass beweglich und kann auf dem Tisch in jede beliebige Richtung gedreht und geschoben werden.

  • Saliera im Kunsthistorischen Museum Wien © KHM-Museumsverband Saliera im Kunsthistorischen Museum Wien © KHM-Museumsverband
Die Fächersprache der Damen war an der höfischen Tafel ein wichtiges Verständigungsmittel und entfachte so manche Liebelei. Als Dame signalisierte man dem auserwählten Herrn am Tisch die unterschiedlichsten Liebesbotschaften. Gesten und Aussagen wurden mühelos verstanden, hatte sich doch tatsächlich eine eigene Sprache entwickelt. Auf diese Weise waren die Fächer in erster Linie ein Requisit der Liebe!

Die Fächersprache der adeligen Damen

  • Fächer mit der linken Hand vor das Gesicht halten:

    Ich sehne mich nach Gesellschaft.
  • Fächer mit der rechten Hand vor das Gesicht halten:

    Folgen Sie mir!
  • Langsam fächeln:

    Ich bin verheiratet.
  • Fächer über die Stirn ziehen:

    Wir werden beobachtet!
  • Eine bestimmte Anzahl der Stäbe zeigen:

    Angabe der Uhrzeit für die Verabredung
  • Mit der rechten Hand den Fächer flattern lassen:

    Ich liebe einen anderen!
  • Fächer in der linken Hand drehen:

    Ich möchte Sie los sein!

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