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    • Zeitgenössische Holzbauarchitektur im Bregenzerwald
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    Mit Holz lassen sich Träume bauen

    Im Bregenzerwald sind sich alle einig: Mit Holz lassen sich Träume bauen. Traditionelles Handwerk durfte sich so weiterentwickeln, dass Platz für innovatives Wohnen frei wurde. Architekten, Handwerker und Bauherren holen sich Inspiration und Baumaterialien aus der Natur. Schöner geht’s kaum.

    Heimeliges Holz im Bregenzerwald. Wer in Österreich über die Grenze fährt, merkt sofort: Im Bregenzerwald wird anders gebaut. Jahrhundertealte Häuser in traditioneller Holzbaukunst stehen neben modernen Holzbauten mit riesigen Fenstern. Privathäuser, Museen, Kindergärten haben eines gemeinsam: Sie sind aus Holz. Oft aus Tanne oder Fichte, Ulme oder Buche, und immer mit einer präzisen Liebe zum Detail konstruiert. Das macht Lust, durch die Dörfer zu wandern und zu entdecken. 

    Uraltes Holzhandwerk bis heute. Warum hat sich diese spezielle Kunst mit Holz zu bauen gerade im Bregenzerwald so entwickelt? „Ursprünglich waren das hier ärmliche Bauern, die sich mit Handwerk etwas dazu verdient haben“, erklärt Architekt Georg Bechter aus Hittisau, der selbst im Bregenzerwald groß geworden ist. In dem kleinen Örtchen Au entstand nach dem 30-jährigen Krieg eine erfolgreiche Barockbaumeisterschule. Hunderte von hier ausgebildeten Fachleuten zogen aus, um im Elsaß, der Schweiz und Süddeutschland prachtvolle Barockbauten zu errichten. Als die Nachfrage nach diesen Barockhandwerkern zurückging, blieb das Knowhow hier.

    Kleine Betriebe mit viel Handwerksehre. Das Wesen der Baukultur in der Region liegt am Menschenschlag der Bregenzerwälder selbst. Sie sehen ihr Handwerk als Ehre, das im besten Fall von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es sei wichtiger, dass der Handwerker seine Arbeit sauber macht, und die Region, in der sie arbeiten und wohnen, dadurch gepflegt wird. Die Betriebe sind daher klein strukturiert mit fünf bis zwanzig Mitarbeiter. Die Handwerker blieben seit jeher auch finanziell eher konservativ. „Sie sind sehr überlegt gewachsen, und nicht mit übermäßigen Krediten oder Investoren“, erklärt Bechter.

    Der beste Ruf der Holzhandwerker. Als Beispiel für die funktionierenden Strukturen im Bregenzerwald erzählt Bechter von einem Erlebnis als junger Architekt: „Ich ging mit dem Zimmermann zum Bauherrn, und es ging um eine Auftragsvergabe von 70.000 Euro. Der Bauherr fragte: Wo muss ich den Vertrag unterschreiben? Der Zimmermann sagte: Was willst du denn unterschreiben? Da ist meine Hand. Ich mach‘ eine anständige Arbeit, und das andere passt“. Für Bechter ist das eine automatische Selbstkontrolle, denn wenn der Zimmermann nicht ordentlich liefert, dann spricht sich das herum in der Region. Das kann sich kein Handwerker leisten.

    Eine „holzige“ Mundpropaganda. Die Nachfrage ist ähnlich strukturiert: In den letzten 20 Jahren sei Holz für viele nicht nur eine Alternative, sondern ein Grundsatz, weiß Bechter aus eigener Erfahrung. „Wenn’s der Nachbar macht, und das Ergebnis am Wirtshaustisch diskutiert wird, dann muss der nächste gar nicht darüber nachdenken, ob er sich traut, ein Holzhaus zu bauen.“

    Design muss zur Kulturlandschaft passen. Aber gleichzeitig schieße auch keiner über das Ziel hinaus: „Das wichtigste ist nicht, dass du die beste Aussicht hast, sondern dass es zur Kulturlandschaft passt. Dafür ist Holz als Material perfekt. Dann können Fenster mal größer werden, und kann modernes Wohnen absolut neben schönen Bauernhöfen Platz finden“, erklärt Bechter. Architekten und Handwerker würden außerdem auf derselben Augenhöhe miteinander diskutieren, das bringe einen Fortschritt, der schneller, besser und nachhaltiger sei als in anderen Regionen.

    Wo wohnt nun Georg Bechter. Er selbst wohnt in der Scheune seiner Großtanten, die er innen Loft-artig mit viel Holz umgebaut hat: „Ich arbeite am liebsten mit dem Holz, das ich als Baum umarmen kann.“ Als kleine Exzentrik hat er sich ein Deckengemälde geleistet: mit blauen Kühen.

    „Im Bregenzerwald sind es die vielen kleinen Perlen, die das Ganze ausmachen. Es lohnt sich, einfach mal durch ein Dorf zu spazieren. Es muss nichts herausstechen, es ist eben ein anständiges Dorf, mit anständiger Architektur, anständigem Essen, und anständigem Käse. Und alles zusammen ist auf einem so hohen Niveau anständig, dass man es als Gesamtes einfach ausgezeichnet nennen kann“.

    Dipl.-Ing. Georg Bechter
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    Georg Bechter, Architekt from Hittisau

    Architektonischen Highlights empfohlen von Georg Bechter

    Bergkapelle auf der Alpe Vordere Niedere in Andelsbuch:

    Die hölzerne Kapelle auf 1.000 Metern Höhe erreicht man mit der Seilbahn Bezau oder mit der Bergbahn Andelsbuch und zehn Minuten zu Fuß von den Bergstationen. Architekturbüro Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur.
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    Frauenmuseum Hittisau:

    Der Massivholzbau aus naturbelassener Weißtanne mit riesigen Fenstern, die sich zum Dorf hin öffnen, ist kombiniert mit dem örtlichen Feuerwehrhaus und Blasmusikkapellenproberaum. Architekturbüro Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur.
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    Kapelle auf der Alpe Vordere Niedere im Bregenzerwald
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    Kapelle Salgenreute in Krumbach

    Die Kapelle ist ein Solitär, aus Holz und Stein gebaut, das Sonnenlicht dunkelt das Holz nach. Architekt: Bernardo Bader (The International Architecture Award 2017)
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    Dorfkern von Schwarzenberg

    Ein liebliches Dorf mit Brunnen und Kirche im Herzen, das ist Schwarzenberg. Hier leben die Menschen in jahrhundertealten Schindelhäusern, die Vorzeigebeispiele dieser alten Holztradition sind.
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    Dipl.-Ing. Georg Bechter, Architekt in Langenegg, bringt den Umgang Bregenzerwald näher
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    „Ich arbeite am liebsten mit dem Holz, das ich als Baum umarmen kann. Also, was hier wächst.“

    Dipl.-Ing. Georg Bechter
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    Georg Bechter, Architekt from Hittisau

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