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    • Salzkammergut Wolfgangsee / Wolfgangsee
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    Musik im Salzkammergut: Mondsee-Serenade

    Die Landschaften des Salzkammerguts haben schon früh Komponisten angelockt: Richard Strauss, Franz Schubert, Gustav Mahler und Johannes Brahms – sie alle ließen sich von spektakulären Bergpanoramen und stillen Seen inspirieren. Bis heute ist die Region hochmusikalisch geblieben.

    Passt’s einmal auf, sagt Daniel Laganda, hört einmal genau hin: Es klinge wunderbar, wenn eine Melodie über das Wasser schwebe. Der Musiker sitzt auf einer Mauer am Ufer des Mondsees, die Steirische umgeschnallt, den Blick hinauf in einen beinahe unwirklich blauen Himmel gerichtet. Und dann beginnt Daniel Laganda zu spielen, und die Passanten bleiben stehen und die Kinder hören zu streiten auf, sogar die vertäuten Boote scheinen auf einmal leiser zu knarzen. „Es steigen scho die Lercherl auf“, spielt er, ein altes Volkslied aus dem Salzkammergut, eines, das besonders gut passt zu so einem frühen Sommermorgen. Und tatsächlich ist es, als schwebten die Töne aus der Harmonika noch eine Weile über dem Wasser, bevor sie über dem Mondsee verhallen.

    Salzkammergut Mondsee - Daniel Laganda mit Harmonika / Mondsee

    Daniel Laganda

    Volksmusiker, Musiklehrer, Harmonika-Virtuose 

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    • Salzkammergut Mondsee - Daniel Laganda mit Harmonika / Mondsee
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      Seit siebzehn Jahren spielt er das Instrument, das wie kein anderes für jene Musik steht, die aus dem Alpenraum heraus die Welt erobert hat. Als Kind durfte Daniel seinen Vater begleiten, einen Hobbymusiker, der mit anderen in den Wirtshäusern der Region auftrat. „Da war auch immer jemand mit einer Steirischen dabei. Irgendwann habe ich gewusst, dass das mein Instrument ist. Dass ich das auch können möchte.“ Mittlerweile kann er. Daniel Laganda lebt vom Musikmachen. Er spielt auf Hochzeiten und Betriebsfesten, hat das ganze Jahr über Auftritte. Hauptberuflich ist er Lehrer an der Landesmusikschule Mondsee.

    Es waren Seen wie dieser, an die es im 19. Jahrhundert auch die großen Komponisten zog. Richard Strauss und Johannes Brahms spazierten am Ufer des Altausseer Sees, Melodien im Kopf und vielleicht auch leise vor sich hinsingend. Franz Schubert komponierte in Gmunden am Traunsee. Gustav Mahler richtete sich am Attersee ein „Komponierhäuschen“ direkt am Ufer ein, in dem er seine komplette 3. Sinfonie zu Papier brachte.

    „Es ist, wie wenn ein Schwimmer eine Riesenstrecke bis ans andere Ufer zurückzulegen hätte. Im Anfang ist gar kein Absehen auf das Ende, immer Wasser, Wasser, das gar nicht weniger zu werden scheint. Und in der Mitte, wie weit und unerreichbar dünkt uns noch das Ziel. Aber endlich rückt es näher und näher, zum Schluß mindern sich rapid die Fluten und mit ein paar Schlägen ist´s getan"

    Gustav Mahler
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    Gustav Mahler, Komponist
    Salzkammergut Schafberg - Schutzhütte Himmelspforte mit Blick auf den Mondsee / Schutzhütte Himmelspforte
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    Natürlich haben die stillen Seen des Salzkammergutes und die Berge um sie herum die Menschen schon zur Musik gebracht, lange bevor die berühmten Komponisten zur Sommerfrische eintrafen. Das Liedgut im Salzkammergut ist oft Jahrhunderte alt; einige Elemente der Volksmusik haben noch viel ältere Wurzeln. Der Almschroa (Almschrei) zum Beispiel stammt aus einer Zeit, in der sich die Sennerinnen über weite Entfernungen Grüße von Alm zu Alm zusangen.

    Die wurden dann von der anderen Seite erwidert und anschließend von einer dritten und vierten Sennerin kommentiert. Auch das Jodeln ist möglicherweise aus der lautstarken Verständigung zwischen Bergbewohnern entstanden.

    Salzkammergut Mondsee - Daniel Laganda mit Harmonika / Mondsee
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    Musik sei schon immer wichtig gewesen im Salzkammergut, meint Daniel Laganda. In vielen Familien werde noch immer musiziert, generationenübergreifend und regelmäßig, auch in seiner. „Natürlich macht man das heute nicht mehr so oft wie früher, dafür haben die Leute mittlerweile ja viel zu viele Verpflichtungen. Aber wir spielen zusammen, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Und in der Weihnachtszeit kommen dann auch noch die Geschwister dazu. Und die Cousinen und Cousins.“

    Muss er noch üben? Aber ja! Die Steirische sei kein einfaches Instrument, die Finger beider Hände machten komplett unterschiedliche Dinge, da müsse man schon dranbleiben. Und natürlich übe er viel lieber draußen als drinnen im Wohnzimmer, auf einer Bank im Garten vielleicht, mit Blick auf die Berge. Man könne so eine Harmonika ja leicht überallhin mitnehmen, und viele Musiker machten das auch. Wenn man wisse, wo man hingehen muss, könne man die erleben draußen in der Natur. „Passt‘s einmal auf“, sagt er, „hört einmal genau hin!“

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