Navigation Inhalt Wählen Sie Ihr Thema:

Wien: Lebensgefühl Kaffeehaus

Raschelnde Zeitungen, hitzige Debatten und der Duft von frisch gebrühtem Kaffee: Willkommen im Wiener Kaffeehaus, wo Plüschbänke um Marmortischchen stehen, Thonet-Stühle auf dem Parkett scharren und Spiegel mild gedämpftes Licht reflektieren.

Café Sperl © Julius Silver, Café Sperl

Bis heute zeugen die aufwändigen Arabesken, Gloriolen, und Ornamente vom Prunk vergangener Zeiten. Ihre Patina verschafft dem Kaffeehaus, was es am meisten braucht, Atmosphäre. Die Wiener haben das Kaffeetrinken zur Kultur gemacht und zum umfassenden Lebensgefühl erhoben – ein Gefühl, das Besucher in vielen der Traditionshäuser noch heute nachempfinden können.

Im Jahr 1685 entstand das erste Wiener Kaffeehaus, und mehr als 300 Jahre später ist das Kaffeehaus eine Institution, die mit keiner auf der Welt zu vergleichen ist. Als Wiens ältestes bestehendes Kaffeehaus – eröffnet 1824 – lädt das Café Frauenhuber zur gemütlichen Auszeit. Einst erprobte dort Wolfgang Amadeus Mozart die Wirkung seiner Kompositionen und Ludwig van Beethoven lud zur Tafelmusik. Lohnenswert ist auch ein Besuch im Café Sperl: Mit einem Interieur wie im 19. Jahrhundert, Billardtischen und einem großen Zeitungsangebot entführt es seine Gäste in die Zeit des Fin-de-siècle.

Auch zahlreiche Schriftsteller wie Peter Altenberg, Egon Erwin Kisch, Alfred Polgar oder Arthur Schnitzler nutzten das Kaffeehaus als zweites Wohnzimmer: Das Kaffeehaus bot die Möglichkeit zu arbeiten, ohne sich einsam zu fühlen, Man konnte sich dort außerdem anrufen lassen und war stets mitten im Geschehen. Als bedeutende Künstler-Cafés gelten nach wie vor etwa das Café Hawelka – feine Nasen erkennen es ab 22.00 Uhr bereits am Duft nach frischen Buchteln –, oder das Café Central im prachtvollen Palais Ferstel, in dem die „Kaffeehausliteraten“ und Künstler einst ein und aus gingen. Das Café Landtmann fungiert seit jeher als zentraler Treffpunkt für die Prominenz aus Wirtschaft und Politik.

Im Sommer laden die Schanigärten zu Kaffee und Torte. Unter einer der ältesten Sonnenjalousien Wiens vor dem Café Prückel genießen die Gäste die Aussicht auf das Treiben in den Straßen. Zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia erhielt der Italiener Gianni Tarroni erstmals die Genehmigung, Tische und Sessel im Freien vor seinem Café am Graben aufzustellen – "Giannis Garten" wurde schnell zum "Schanigarten".

Kaffeehäuser in Wien
Das Wiener Kaffeehaus - Kultur und Geschichte
Wiener Kaffeehaus-Tradition
kaffeefabrik - Kaffeebar und Kaffeerösterei