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Architektur - schlicht und postmodern

Architektur wird nicht mehr als singuläre Kunstform wahrgenommen, sondern als Alltagskultur in einem landschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Die architektonischen Themenfelder sind dabei je nach Bundesland verschieden. Als Gemeinsamkeit haben sie den Bezug zur umgebenden Landschaft.

Innsbruck, Hungerburgbahn © Österreich Werbung/Andreas Hofer
Innsbruck, Hungerburgbahn © Österreich Werbung/Andreas Hofer
Haus für Musik und Musiktheater, Graz © MUMUTH
Haus für Musik und Musiktheater, Graz © MUMUTH
Hangar 7 , Salzburg © Helge Kirchberger
Hangar 7 , Salzburg © Helge Kirchberger
Loisium - Besucherzentrum / Langenlois, NÖ © Loisium / Robert Herbst
Loisium - Besucherzentrum / Langenlois, NÖ © Loisium / Robert Herbst
Wolkenturm, Grafenegg/NÖ  © Philipp Horak
Wolkenturm, Grafenegg/NÖ © Philipp Horak
Weingut Esterházy/Trausdorf, Burgenland © Esterházy Betriebe Gmbh
Weingut Esterházy/Trausdorf, Burgenland © Esterházy Betriebe Gmbh
Domenig Steinhaus in Steindorf, Kärnten © Tvb Bodensdorf
Domenig Steinhaus in Steindorf, Kärnten © Tvb Bodensdorf
Lentos Kunstmuseum, Linz
Lentos Kunstmuseum, Linz
Brucknerhaus, Linz © Linz Tourismus
Brucknerhaus, Linz © Linz Tourismus
Ars Electronica Center Linz © Linz Tourismus
Ars Electronica Center Linz © Linz Tourismus
MuseumsQuartier mit MUMOK und Leopold Museum © MQ/Robert Steiner
MuseumsQuartier mit MUMOK und Leopold Museum © MQ/Robert Steiner
Museum der Moderne Salzburg © Simone Rosenberg
Museum der Moderne Salzburg © Simone Rosenberg
Kunsthaus in Graz in der Steiermark © Steiermark Tourismus, Schiffer
Kunsthaus in Graz in der Steiermark © Steiermark Tourismus, Schiffer

Im Burgenland reifen die kräftigsten Rotweine und die süßesten Weißweine des Landes und die Winzer sind zu progressiven Bauherrn geworden. Viele von ihnen, wie das Weingut Esterhazy, haben kühne Bauten in die Landschaft gesetzt oder ihren Bestand höchst sensibel revitalisiert und erweitert. 

Kärnten blickt mit seinem südlichen Klima auf eine Tradition in mediterranem Bauen zurück. Villen und Badehäuser vermitteln das Flair der klassischen Sommerfrische. Heute wagt man auch Großes, wie das „Steinhaus“ von Günter Domenig am Ossiacher See, ein inzwischen weltweit bekanntes Beispiel für postmodernes, dekonstruktivistisches Bauen. Das formal anspruchsvolle, teils überirdisch, teils unterirdisch angelegte Museum Liaunig fügt sich perfekt in die umliegende Landschaft und bietet einen kongenialen Rahmen für die beeindruckende Kunstsammlung des gleichnamigen Industriellen.
 
Niederösterreich hält eine breite Palette an architektonischen Erlebnismöglichkeiten bereit. Ein Spaziergang durch die Altstadt von Krems ist ein Zeitfenster ins Mittelalter, die Kunsthalle Krems katapultiert einen zurück in die Gegenwart. Der Architekturführer Krems präsentiert die herausragenden zeitgenössischen Bauten der Stadt und lädt zur individuellen Gestaltung thematisch gegliederter Touren durch Krems ein. Das spektakulärste Architekturjuwel Niederösterreichs ist das Loisium, ein riesiges multimediales Wein-Museum mit angeschlossenem Design-Hotel. Spannung erzeugt der Wolkenturm in Grafenegg. Im Kontrast mit einem Schloss im Stil des romantischen Historismus schiebt sich ein expressiv gefalteter Pavillon in den Parkhimmel und fungiert als Skulptur, Open-Air-Bühne und Verweilort zugleich.

Oberösterreichs Architektur ist vielfältig: Historische Ortskerne – etwa in Wels, Steyr, Schärding und Gmunden – finden sich ebenso wie spannende Architektur der Gegenwart, wie das Lentos Kunstmuseum am Linzer Donauufer oder das markante, futuristische Ars Electronica Center, das mittels Leuchtdioden alle Farben spielt. Bis vor einigen Jahren war das Brucknerhaus, ein Konzerthaus aus den 1970er-Jahren, mit seinen schwebenden Konzertsälen, das erste international beachtete Gebäude der Neuzeit in Linz.
 
Salzburg wird oft als Synonym für „Barock“ verwendet, gemeint sind damit die Kirchen, Paläste und Plätze aus der Mozart-Zeit. Dass Salzburg auch andere Seiten hat, machen hervorragende Beispiele zeitgenössischer Architektur deutlich, wie das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg oder der Hangar 7 am Salzburg Airport, die einzigartige Kombination aus Flugzeug-Hangar, Kunstgalerie, Gastronomie und Erlebnisbereich. 

In der Steiermark war und ist eine der lebendigsten Architekturszenen Österreichs am Werk, heute bekannt als „Grazer Schule“. Weil auch Stadtplaner vom Geist der Grazer Schule geprägt sind, präsentiert sich  das  Kunsthaus, auch "Friendly Alien“ genannt, der britischen Architekten Cook und Fournier als Wirklichkeit gewordene Vision. Das Kunsthaus oder Vito Acconcis Insel in der Mur sind klare Statements für die Machbarkeit einer bislang nur geträumten Architektur. Das Haus für Musik und Musiktheater in Graz besticht neben seiner Architektur auch durch die Möglichkeit der variablen Raumakustik mittels elektronischer Steuerung: Damit kann der  Klang im Saal für jede Musikrichtung "maßgeschneidert" werden. 

Das bergige Vorarlberg hat sich zu einem wahren Magnet für Architektur-Interessierte entwickelt. In den letzten vierzig Jahren entstand hier eine unübersehbare Dichte an archtitektonisch interessanten Alltagsbauten. Seit den 1990-er Jahren wird dem „Ländle“ in der europäischen Fachwelt viel Aufmerksamkeit zuteil. Die frühe Konzentration auf nachhaltiges Bauen brachte Vorarlberg in der Baukultur zudem einen Entwicklungsvorsprung ein. Der sparsame Umgang mit den Ressourcen, einfache, konstruktiv gedachte Grundrisse und Materialien zeichnen die zeitgenössischen Bauten aus, bilden aber auch das Bindeglied zur Tradition.
Moderne Architektur in Vorarlberg 

Die meisten architektonisch interessanten Gebäude Tirols widmen sich den Besuchern des Landes am Inn. So zum Beispiel die Bergisel-Sprungschanze von Zaha Hadid, die mittlerweile als „Leuchtturm von Innsbruck“ gilt. Besucher können auf den Turmkopf fahren und eine einzigartige Aussicht über das Inntal genießen. Dass Tirol großen Wert auf anspruchsvolle Architektur legt, führen auch die Hungerburgbahn in Innsbruck oder und das Kaufhaus Tyrol überzeugend vor Augen. 

Wien hat ein so intaktes historisches Stadtbild wie kaum sonst eine Stadt – für neue Architektur eine umso größere Herausforderung, weil sie in Dialog mit der historischen Substanz tritt. Die Skyline Donaucity oder das MuseumsQuartier führen aber eindrucksvoll vor Augen, dass der Sprung ins 21. Jahrhundert geglückt ist. Spezifisch ist in Wien auch die Kultur des Um- und Ausbauens alter Bausubstanz – so entstanden innenarchitektonische Glanzpunkte, die inzwischen weltweit als trendbestimmend gelten.