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Arnulf Rainer

Geb.: 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien

„Wenn ich zeichne, bin ich aufgeregt, spreche ich mit mir selbst, verziehe mein Gesicht, beschimpfe Leute, bewege und verwandle mich permanent als Leib, Charakter und Person.“

Arnulf Rainers Kunst unterliegt bis heute einem ständigen Wandel. Im Laufe seines langen Künstlerlebens fertigt er detailbesessene surrealistische Gemälde, zeichnet mit geschlossenen Augen oder unter Alkohol- und Drogeneinfluss (wobei er sich sogar filmen lässt), er überschreitet Grenzen zwischen Malerei und Plastik, Schauspielerei und bildender Kunst. Er malt Bilder von Schimpansen nach, arbeitet aktionistisch, wenn er etwa nackte Körper oder sich selbst bemalt. Er schießt mit Schrot auf Pappe, bezieht Video und Film in seine Kunst ein und vieles mehr.

Besonders viel Aufsehen erregen seine Übermalungen von Werken anderer Künstler, denn er bedient sich nicht nur gekaufter Gemälde oder extra angefertigter Fotos: in Wolfsburg wird er 1961 festgenommen und verurteilt, nachdem er öffentlich und ungefragt ein Bild einer Ausstellung übermalt.

Für seine ständig wechselnden Ausdrucksformen findet er immer neue Namen, spricht von Zentralisationen, Grundmalerei, Atomisationen, Hyperzeichnungen. Übermalte Kreuze aus Hartfaserplatten nennt er „Kruzifikationen“, leere aufgehängte Bilderrahmen sind „Nadamalerei“, übermalte Fotos von Grimassen werden als „Face Farces“ berühmt.

Rainers Biografie erscheint ähnlich aufwühlend und irritierend wie seine Kunst: Als Kind besucht er die „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ in Traiskirchen, verlässt die Nazi-Eliteschule aber, nachdem ein Zeichenlehrer ihn zu Naturstudien zwingt. 1945 flüchtet er mit dem Fahrrad vor den Russen – aus Baden bei Wien fährt er zu Verwandten bis nach Kärnten. Nach der Matura wird er auf der Akademie für angewandte Kunst in Wien aufgenommen, verlässt sie aber schon am ersten Tag nach einem Streit mit einem Assistenten. Auch in die Akademie der bildenden Künste schafft er es, bleibt jedoch nur drei Tage, weil man seine Kunst als „entartet“ bezeichnet.

Rainer geht dennoch seinen Weg, lernt bedeutende Kollegen kennen, wird trotz Verspottung und Anfeindungen zunehmend erfolgreich. Er gründet Künstlergruppen und verlässt sie wieder, wenn sie nicht gar durch die Vereinspolizei aufgelöst werden wie das „Pintatorium“ mit Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser.

Längst gilt Arnulf Rainer als einer der bedeutendsten europäischen Künstler: Er war Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wurde mit namhaften Auszeichnungen geehrt, erhielt ein eigenes Museum in seinem Geburtsort und ist bis heute künstlerisch aktiv.

Arnulf Rainer Museum

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