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Die musikalische Vielfalt des Burgenlandes ist von unterschiedlichen Kulturen beeinflusst und geht weit über die Grenzen des Landes hinaus.
Seit mehr als 500 Jahren leben Kroaten und Roma auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes und sie haben das musikalische Schaffen des Landes nachhaltig geprägt. Mit ihrer Musik verbindet man vor allem ein Instrument: die Tamburica. Das ist eine lange Laute mit Bünden – wobei die Saiten nicht, wie bei einer Gitarre, mit den Fingern gezupft, sondern durch eine rasche Zitterbewegung mittels eines Zupfblatts, genannt Trzalica, zum Klingen gebracht werden. Die Tamburica kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts von Kroatien ins Burgenland, sie ist daher eine relativ junge, aber sehr lebendige Tradition – mit nicht weniger als 30 Tamburicagruppen und ca. 750 Mitgliedern. Und mit Romano Zölss gibt es seit einigen Jahren auch einen im Burgenland heimischen Instrumentenbauer, der die alte Kunst der Tamburica-Herstellung beherrscht.

Die Musik der Roma ist fest mit der Geschichte des Burgenlandes verbunden und war vor allem bei besonderen Anlässen wie Festen, Hochzeiten und Kirtagen zu hören, bei denen Roma-Kapellen, sogenannte „Bandas“, aufspielten. Eine typische Banda besteht aus Geige, Bratsche, Klarinette, Zymbal und Kontrabass. Mit der Zeit gerieten die Lieder beinahe in Vergessenheit, erst in den letzten Jahren wurden sie wiederentdeckt, etwa von der Hans Samer Band oder der Gruppe „Romano Rath“ („Roma-Blut“).

Bekannt ist das Burgenland auch für sein reiches vokales Schaffen, denn fast jedes Dorf verfügt über seinen eigenen Chor. Die burgenländischen Volkslieder sind durch enge Zweistimmigkeit geprägt, fast alle Liedgattungen werden mit dieser angestimmt. Die deutschsprachige Bevölkerung singt auch noch oft auf „Hianzisch“, in dem Dialekt also, der in weiten Teilen des Burgenlandes gesprochen wird und sich durch besonders viele ui-Laute auszeichnet.

Der bekannteste Musiker des Burgenlands ist der Geiger Toni Stricker. In seiner lyrischen Musik spiegelt sich das Lebensgefühl Pannoniens wider, eines Lebensraums, der sich von Pressburg bis Kroatien, vom Plattensee in Ungarn bis ins Burgenland erstreckt. Indem er die vielfältigen musikalischen Einflüsse dieser Region in seiner Musik verarbeitet, steht er in der Tradition eines anderen großen Sohnes des Burgenlands – des Komponisten Joseph Haydn. Der ließ sich etwa von einem kroatischen Volkslied zu seiner „Kaiserhymne“ inspirieren – und die ist heute die deutsche Nationalhymne.

LINKTIPPS:

Tamburica spielen
Toni Stricker
Österreichische Gipsymusik
Franz Liszt Zentrum in Raiding

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