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Das Wald- und Mühlviertel

Die Böhmische Masse nördlich der Donau gilt als Österreichs ältestes Gebirge – schließlich ist sie ein Rest des ehemaligen Ur-Kontinents Gondwana. Der österreichische Anteil an dieser Mittelgebirgslandschaft umfasst die weitläufigen Wälder und Weiten des Waldviertels sowie die hügelige alte Kulturlandschaft des Mühlviertels.

Wackelsteine in Gmünd / Waldviertel
Foto: Waldviertel
Waldviertel und Mühlviertel
Im "Viertel ober dem Manhartsberg" mit seinem eher trockenen und rauen Klima dominieren Land- und Forstwirtschaft sowie Fischzucht. Allgegenwärtig ist hier das Urgestein Granit, das im Naturpark Blockheide bei Gmünd mit kolossalen "Wackelsteinen" (frei stehenden, aufeinanderliegenden Granitblöckn) spektakuläre Formen aufweist. Hochmoore sind ein weiteres Waldviertler Charakteristikum. Im Naturpark Heidenreichsteiner Moor kann man die offene Moorfläche auf einem 2,5 km langen Steg erkunden.

Vielfalt im Bandlkramerland
Die landschaftliche Vielfalt zwischen dem Nebelstein (1017 m) im Norden und dem Peilstein (1061 m) im Süden lädt zum Wandern, Radfahren sowie im Winter zum Skilanglauf ein. Entlang der Flüsse Krems, Ysper und Kamp - mit den drei imposanten Kraftwerksstauseen - führen Wanderwege und das Thayatal lässt sich am besten bei einer Erlebnisführung durch den Naturpark Thayatal-Dobersberg erkunden. Freunde des Angelsports kommen aufgrund der vielen Teiche ebenso auf ihre Rechnung wie Gesundheitsbewusste, die in den Wellnesseinrichtungen des Moorbades Harbach, der Therme Laa, in Bad Großpertholz und in Gars am Kamp neue Energien tanken können.

Die Museen an der "Textilstraße" in Groß-Siegharts, Waidhofen/Thaya und Weitra erinnern an die Tradition des Waldviertels als Textilregion. Von den einst umherziehenden Textilkrämern stammt auch der Beiname "Bandlkramerland". Kulturell bedeutend in der Region sind die Klöster und Stifte Zwettl, Altenburg und Geras, die Burg Heidenreichstein sowie die Schlösser Weitra, Rosenau, Ottenstein und Rosenburg.

Zwischen Donau und Böhmerwald

Stattliche Bauernhöfe, wehrhafte Burgen und prunkvolle Schlösser prägen das nach seinem Hauptfluss benannte Mühlviertel, das sich zwischen dem Strudengau an der Donau im Süden und dem Plöckenstein (1379 m) im Norden erstreckt. Charakteristisch sind hier einerseits die Flusstäler mit tiefen Mündungsschluchten zur Donau hin, andererseits die landwirtschaftlich genutzten Flächen, deren Höhenlage (bei Rohrbach oder Freistadt), diese Regionen sogar zum Bergbauerngebiet machen.

Früher prägte der Handel zwischen Oberösterreich und Böhmen - vor allem mit Salz und Eisen - das Wirtschaftsgeschehen der Region. Entlang der alten Salzstraße wurde 1832 mit der Pferdeeisenbahn Linz-Budweis die erste Bahnstrecke Europas eingerichtet. Heute sind Burgen und Ruinen wie Clam (Aufführungen, Konzerte), Piberstein (Kulturzentrum) und Haichenbach (Aussichtsplattform) beredte Zeugen der Vergangenheit.

Romantische Mühlviertel-Reise

Aussichtsreiche Wanderwege, Dutzende Museen, Naturparks und Schaubetriebe mit altem Handwerk von Weberei über Blaudruck bis hin zur Wachszieherei laden zur Mühlviertel-Reise ein. Sehenswert sind das 1218 gegründete Prämonstratenser-Stift Schlägl und das 1146 gegründete Zisterzienserstift Wilhering. Hinterglasmalerei kann man in Sandl ebenso bewundern wie im Mühlviertler Heimathaus in Freistadt mit Österreichs größter Hinterglasbildersammlung. Und der über 500 Jahre alte Flügelaltar eines unbekannten Meisters in der Pfarrkirche von Kefermarkt ist Ziel religiöser wie kunstsinniger Pilger.
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