Tradition abseits von Schlager & Schnulze

Wo bäuerliche Bräuche entstanden, entwickelte sich auch die traditionelle Volksmusik. Heute lebt dieser Teil ländlicher Kultur wieder auf, wird weiter gepflegt oder neu interpretiert.

Glatt&Verkehrt  © Florian Schulte
Ursprung und Entwicklung
Originäre und unkitschige Volksmusik stammt aus Zeiten, in denen es weder Radio noch Fernsehen gab und letzteres noch keine abendfüllende Freizeitbeschäftigung war. Damals lernten viele Bauern ein Musikinstrument, um in den dunklen Wintermonaten, wenn auf den Feldern nichts zu tun war, zu musizieren. So entstand ein Musikschatz, der bis heute nicht vollständig überschaubar ist und grenzübergreifend den bayerischen, österreichischen und schweizerischen Raum umfasst.

Waren vor 400 Jahren Drehleier und Dudelsack die vorherrschenden Instrumente, so kam Anfang des 18. Jahrhunderts die Geige dazu. Mit dem Aufkommen von Militärkapellen wurden die Geigen dann von Bläsern abgelöst. Harmonika und Hackbrett konnten sich erst im 20. Jahrhundert so richtig durchsetzen. Heute wird meist in Formationen musiziert, die sich daraus ergeben, welche Instrumente gerade zur Verfügung stehen, wobei auch gerne experimentiert wird.

Regionaltypische Volksmusik
Weil sich die unterschiedlichen Gattungen der Volksmusik so schwer kategorisieren lassen, bezeichnet man sie oft nach der jeweiligen Herkunftsregion. Man spricht dann von einem „Kärntner-“ oder einem „Tirolerlied“, vom „Steirischen“ oder vom „Innviertler Landler“ oder vom „Pongauer Jodler“.
Mehr zu regionaltypischer Volksmusik

Die „neue Volksmusik“
Ab Mitte der 1980er Jahre gingen von der Volksmusik nachhaltige Impulse auf die Popmusik aus. Lokale Volksmusiktraditionen vermischten sich dabei mit der Jugendmusikkultur. Seit 1990 machten „Attwenger“ mit einsilbig betitelten Alben („Most“, „Pflug“, „Luft“, „Song“) und lakonischer Selbstironie auf sich aufmerksam und waren Vorreiter eines neuen Zugangs zur Volksmusik. Seither hat die „neue Volksmusik“ ein Publikum gefunden, zu dem traditionelle Volksmusikliebhaber ebenso zählen wie zeitgenössisch orientierte Hörerschichten und Freunde klassischer Musik. 
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