In der Region Murau und im benachbarten Krakautal in der Weststeiermark ziehen am Rosenmontag (15. Februar) die "Faschingrenner" bereits vor dem Morgengrauen von Haus zu Haus.
Diese spassige Gesellschaft führt der „
Wegauskehrer“ an, der seiner Gruppe den Weg freihalten muss. Dem Auskehrer folgen zwei „
Glockfaschinge“ mit Wachsblumen auf dem Steirerhut und ca. 15 „
Schellfaschinge“, die bunte spitze Mützen, weisse Hemden mit roten Schärpen, kurze Lederhosen und darunter lange Unterhosen tragen. Zum Getöse ihrer Schellen treiben sie mit Unterstützung der
Musikantengruppe den Winter aus.
Im Zug geht auch ein „Schimmel“ mit, dargestellt von zwei Burschen unter einer Decke, den ein „Rossknecht“ in jedem Haus zum Verkauf anbietet. Nach dem Abschluss des Handels fällt der Schimmel tot um, der „Tierarzt“ kann nicht mehr helfen, so dass der Käufer noch den „Schinder“ kommen lassen und bezahlen muss. Auch der „Rossschmied“ wartet auf Entlohnung, weil er die Hufeisen entfernen muss.
Eine wichtige Rolle spielt bei den Faschingrennern der „Heangreifer“ (Hühnergreifer), auch „Eiervettel“ genannt. Gehüllt in ein Federngewand, auf dem Kopf einen ebensolchen Hut, stiehlt er mit seinem langen, krallenartigen Finger Eier oder Hühner von den Bauern, um sie dann den rechtmässigen Besitzern wieder zum Kauf anzubieten, die ihr Hab und Gut gerne wieder auslösen. Denn das närrische Geschäft verspricht fruchtbare Hühner und Eiersegen im neuen Bauernjahr.
Der Zug der Faschingrenner, der vor dem Gebetsläuten um 19 Uhr beendet sein muss – andernfalls der Teufel das Ross holt, findet abwechselnd im zwei- bis dreijährigen Rhythmus in den einzelnen Gemeinden der Region statt. Heuer lässt sich dieser Brauch in den Orten St. Georgen ob Murau, St. Ruprecht und Krakauschatten miterleben.
Weitere Fasching-Events in der Steiermark finden Sie auf www.steiermark.com.