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Anglerfreuden: Fischen in Österreich

Tosende Gebirgsbäche und schattige Gumpen, in denen Bachforellen, Saiblinge & Äschen zuhause sind, Huchengewässer, Rekordhechte aus glasklaren Seen – Fischen in Österreich wird von Anglern auf der ganzen Welt als „Geheimtipp“ gehandelt. Kein Wunder, finden sie doch hier Bäche, Flüsse & Seen mit hervorragender Wasserqualität.

Angeln am Mondsee im Salzkammergut © Österreich Werbung/ Weinhäupl
Angeln am Mondsee im Salzkammergut © Österreich Werbung/ Weinhäupl

Fliegenfischen
Im kristallklaren und eiskalten Wasser steht ein Herr in Kautschuk-Watstiefeln, leichtem Leinenhemd und sommerlicher Krawatte. Geschmeidig, spielerisch schwingt er seine gespliesste Fliegenrute aus ausgereiftem Tonkinrohr. Die durch die Luft schwebende Schnur formt die anmutigsten Gebilde. Mit einem lautlosen Hauch senkt sich die künstliche Fliege auf das Wasser, treibt einige Meter... plötzlich zerspringt die Wasseroberfläche... das ist etwas Grösseres! Sofort reagiert der Fischer, setzt einen trockenen Anschlag, drillt den Fisch gegen dessen erbitterten Widerstand und gegen die Strömung souverän zu sich heran. Liebevoll betrachtet er die rotgetupfte Bachforelle, löst den widerhakenlosen Haken aus dem Maul des somit nicht verletzten Fisches und setzt diesen behutsam in sein Element zurück.

So oder so ähnlich könnte die Idealvorstellung des Fliegenfischers aussehen. Immer geht es freilich nicht so idyllisch zu: In Sekundenschnelle erkennt die Forelle zwar nicht, dass die "Fliege" in mühsamer Handarbeit äusserst kunstvoll aus bunten Vogelfedern gebunden wurde, dafür aber, dass sie nicht besonders gut schmeckt. Also spuckt sie den verzierten Haken wieder aus, worauf dieser dem Fischer gelegentlich heftig um die Ohren fliegt.

Jene Unerschrockenen, die die schwierige Technik erlernen wollen, den federleichten Kunstköder durch fliessende Bewegungen möglichst weit, gezielt und lautlos zu werfen, stellen immer noch eine Minderheit dar. Doch seit Robert Redfords Film über ein fliegenfischendes Brüderpaar wissen die meisten, dass es sich bei „Fliegenfischen“ nicht um eine merkwürdige Art des Insektenfangs handelt, sondern um die edelste Art des Fischens: „In unserer Familie gab es keine klare Trennung zwischen Fliegenfischen und Religion“, sagt Norman Maclean im Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“.

Normalwurf, Seitenwurf, Rollwurf, Schlangenwurf, Lassowurf, Speywurf, Lückenwurf – das sind nur einige der Techniken, die der geübte Fliegenfischer beherrschen sollte. Die künstlichen Fliegen tragen exotische Namen wie „Wickhams fancy“, „Tups Indispensable“ oder „Pallareta“. Sie werden in mühevoller Handarbeit aus Zwirn und Federn gebunden. In den USA gibt es sogar eigene Universitätskurse, in denen diese Kunst gelehrt wird. In Österreich wird das Fliegenbinden zwar nicht als akademische Disziplin betrieben, doch Meister ihres Fachs geben ihre Geheimnisse auch hier weiter, sogar im Internet.

Zurück zu dem vorher erwähnten, edel gekleideten Herrn in seinen Watstiefeln: In England gibt es Clubs, in denen tatsächlich ohne Krawatte nicht gefischt werden darf. So streng geht es in Österreich nicht zu, und auch die Beschränkung auf die „Herren“ ist hierzulande kein Thema. Immer mehr Fischerinnen gehen ihrer Leidenschaft nach. Vielleicht ist es das, was weibliche Angelgäste an Österreich schätzen: Sie sind hier keine bestaunte Ausnahme, sondern eine Selbstverständlichkeit.


Nachhaltige Fischerei
Aber nicht nur für das exotische Fliegenfischen, sondern auch für die "herkömmlichen" Arten des Angelns von Raub- oder Friedfischen gilt: Die österreichischen Gewässer sind durchwegs sehr gepflegt. Besatz und Entnahme stehen in einem vernünftigen Gleichgewicht, geregelte Lizenzvergabe und Fangbeschränkungen garantieren, dass jeder hier seine Chance erhält - auch der Fisch. Für den guten Bestand sorgen an den grossen Seen die Berufsfischer, die in Österreich eine besondere Form der nachhaltigen Fischerei betreiben. Beim sogenannten "Laichfischen" werden Edelfische in ihrer Fortpflanzungszeit gefangen, etwa Saiblinge, Reinanken oder Hechte. Der Rogen des weiblichen und die Milch des männlichen Fischs werden vermischt, das Ganze zum Ausbrüten in Fischzuchtanstalten gebracht. Hier können die Jungfische ohne Feinde aufwachsen. Nach etwa einem Jahr werden die Edelfische wieder in die Seen zurückgesetzt.

Dank dieser schonenden Bewirtschaftung sind die österreichischen Gewässer nicht nur von betörender Schönheit, sondern auch ökologisch intakt. Von Vorarlberg bis ins Burgenland, von der tschechischen Grenze bis zu den Kärntner Seen bietet sich der Luxus, in Gewässern mit Trinkwasserqualität zu fischen - eine Seltenheit in Europa.


Wiener City-Fischer
Doch nicht nur in Gebirgsidyllen oder in den meerhaften Weiten von Boden- und Neusiedler See lässt sich angeln, nein, auch im Herzen der Wiener Innenstadt. Es gibt sie tatsächlich, die Wiener "Kanalforelle". Und es gibt Leute, die sie jagen. Sie sitzen unter der Urania am Donaukanal, trinken gern Klaren und fischen im Trüben: die City-Fischer. Die leicht bräunliche, von Sedimenten stammende Farbe des Wassers erlaubt freilich keine Rückschlüsse über dessen durchwegs gute Qualität. Hier, im Herzen der Stadt zwischen Stephansdom und Riesenrad, werden Welse, Hechte, Karpfen und sogar Forellen gefangen - ein schönes Beispiel für die Symbiose von Natur und Kultur, die den Österreichern so am Herzen liegt.

Nähere Infos zu "Fischen in Österreich"

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