Die schönsten Höhenwege in Österreich

Einleitung
Ein Höhenweg verläuft über weite Strecken auf gleichbleibender Höhenlage – meist entlang eines Bergkamms, oft als Wandern von Hütte zu Hütte. Der Schwierigkeitsgrad reicht von leichten Wanderungen bis zu anspruchsvollen alpinen Höhenwegen. Vor der Tour daher Wetter- und Wegverhältnisse sowie Hütten-Öffnungszeiten prüfen und die Route an Kondition und alpiner Erfahrung wählen.
Drei Höhenwanderungen zeigen die Bandbreite: Der Tauernhöhenweg in Kärnten führt über 60 Kilometer in 6 Etappen durch den Nationalpark Hohe Tauern, vom Glocknerhaus zur Kölnbreinsperre ins Malatatal, vorbei an Gipfeln über 3.000 Metern. Der Golmer Höhenweg in Vorarlberg ist mit Bergbahn erreichbar und verläuft 14 Kilometer am Fuß der Drei Türme im Rätikon. Der Saalachtaler Höhenweg im SalzburgerLand führt 17 Kilometer entlang des Hochmoors von Saalbach nach Saalfelden mit Blick in die Hohen Tauern und das Steinerne Meer.
Venediger Höhenweg in Tirol
Am anspruchsvollen Hochgebirgsweg umrundet man den Großvenediger von Hütte zu Hütte und kommt ihm dabei näher: von Prägraten am Großvenediger durch die Venedigergruppe bis ins Gschlösstal zum Matreier Tauernhaus. Am Türmljoch auf 2.772 Metern oder bei einer Rast am Eissee zwischen steil aufragenden Felswänden zeigt sich die Stille der Landschaft. Wer nicht den gesamten Venediger Höhenweg erwandern möchte, kann auch nur einige Etappenziele in Angriff nehmen. Die Aussicht auf den Großvenediger lässt sich jedenfalls auch ohne lange Anstiege genießen. Von der leicht erreichbaren Johannishütte auf 2.121 Metern, die 1857 erbaut wurde, eröffnet sich der Blick auf den Großvenediger und seine Gletscherlandschaft. Bei Bedarf kann für die Rückfahrt von der Johannishütte ein Hüttentaxi ins Tal organisiert werden – Verfügbarkeit vorab prüfen.
Der Weg auf einen Blick
Dauer: 6 Tage
Etappen: 6
Länge: 55,5 km
Höhenmeter: 3.975 m
Höhenlage: 1.450-3.070 m
Ausgangspunkt: Parkplatz Ströden in Prägraten am Großvenediger
Endpunkt: Matreier Tauernhaus
Schwierigkeit: schwer
Karwendel Höhenweg in Tirol
Der Karwendel Höhenweg ist ein anspruchsvoller, als schwarz eingestufter Bergweg, der in mehreren Etappen von Hütte zu Hütte führt. Er verläuft durch den südlichen Teil des Karwendelgebirges zwischen Reith bei Seefeld und Scharnitz und lässt sich in beide Richtungen begehen. Unterwegs wechseln sich schroffe Karwendel-Felslandschaften mit Blicken auf das geschäftige Inntal ab. Fünf Alpenvereinshütten bieten entlang der Route Übernachtungsmöglichkeiten. Auf den steilen Wiesenhängen des Bergkamms leben Gämsen und Steinböcke, bei guter Sicht lassen sich mit dem Fernglas auch Steinadler beobachten, die über die Gipfel gleiten. Hinweis: Die Nördlinger Hütte ist aufgrund von Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis Saisonstart 2028 geschlossen. Der Karwendel Höhenweg kann in dieser Zeit mit angepasster Routenführung weiterhin begangen werden.
Der Weg auf einen Blick
Dauer: 6 Tage
Etappen: 6
Länge: 70 km
Höhenmeter: 9.000 m (4.400 m bergauf, 4.600 m bergab)
Höhenlage: 1.130 m–2.726 m
Ausgangspunkt: Bahnhof Reith bei Seefeld
Endpunkt: Scharnitz
Schwierigkeit: schwer
Stubaier Höhenweg in Tirol
Der Stubaier Höhenweg ist ein anspruchsvoller, als schwarz eingestufter Bergweg, der von Hütte zu Hütte durch die Stubaier Alpen führt – zwischen Innsbrucker Hütte und Starkenburger Hütte, begehbar in beide Richtungen. Unterwegs zeigt sich hochalpine Landschaft mit Gletschern, stillen Bergseen und Blick auf das Zuckerhütl, den höchsten Gipfel der Stubaier Alpen. Zu den Highlights zählt die Blaue Lacke, die durch Gletscherwasser blautürkis gefärbt ist. Acht Hütten säumen die Route und bieten Übernachtungsmöglichkeiten. Da von jeder Hütte Abstiegsmöglichkeiten ins Tal bestehen, lässt sich der Höhenweg auch abschnittsweise begehen. Nach dem Abstieg ins Tal könnt ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Neder oder Fulpmes zurückfahren
Der Weg auf einen Blick
Dauer: 8 Tage
Etappen: 7
Länge: 80 km
Höhenmeter: über 6.000 m
Höhenlage: 2.100-2.858 m
Ausgangspunkt: Innsbrucker Hütte (Neder)
Endpunkt: Starkenburger Hütte (Fulpmes) oder umgekehrt
Schwierigkeit: schwer
Karnischer Höhenweg in Kärnten
Der Karnische Höhenweg ist ein mehrtägiger alpiner Höhenweg, der von Hütte zu Hütte entlang des Karnischen Hauptkamms an der österreichisch-italienischen Grenze führt – von Sillian bis Thörl-Maglern. Der Verlauf entlang der Staatsgrenze gab ihm den Namen „Friedensweg" beziehungsweise „Via della pace". Auf dem Höhenweg sieht man Relikte aus dem Ersten Weltkrieg wie Schützengräben und Überreste von Bunkern. Der westliche Abschnitt bis zum Bergsteigerdorf Mauthen ist hochalpin und anspruchsvoller, der östliche Teil führt als leichterer Wanderweg über weitflächige Almböden. Dort verläuft die „Milchstraße": eine kulinarisch ausgerichtete Variante entlang der Gailtaler Käsealmen. Mauthen liegt etwa in der Mitte der Strecke und eignet sich als Basis für beide Teilabschnitte.
Der Weg auf einen Blick
Dauer: 8-11 Tage
Etappen: 8-11
Länge: ca. 150 km
Höhenmeter: 8.200-9.600 m
Höhenlage: 634-2.678 m
Ausgangspunkt: Dorfzentrum Sillian
Endpunkt: Thörl-Maglern
Schwierigkeit: schwer
Schladminger-Tauern-Höhenweg in der Steiermark
Der Schladminger-Tauern-Höhenweg ist ein anspruchsvoller, als schwarz eingestufter Höhenweg durch die Schladminger Tauern, der sich für geübte Bergwander:innen eignet und von Hütte zu Hütte führt – wahlweise in fünf oder sieben Etappen. Die 5-Tages-Variante verläuft von der Hochwurzen bis ins Seewigtal, die 7-Tages-Variante weiter bis St. Nikolai im Sölktal. Beide Richtungen sind begehbar. Übernachtet wird unter anderem in der Giglachseehütte, der Keinprechthütte und der Preintalerhütte. Prägend ist die wasserreiche Hochgebirgslandschaft mit zahlreichen Bergseen und Wasserfällen. Zu den Highlights zählt der Klafferkessel, ein Hochgebirgskar mit über 30 kleinen Seen, sowie der Greifenberg (2.618 m), der höchste Punkt der Hauptroute.
Der Weg auf einem Blick
Dauer: 5 oder 7 Tage
Etappen: 5 oder 7
Länge: 45 km oder 78,4 km
Höhenmeter: 4.115-4.810 m (5 Etappen), 6.300-7.000 m (7 Etappen)
Höhenlage: 1.852-2.618 m
Ausgangspunkt: Bergstation Gipfelbahn Hochwurzen
Endpunkt: Seewigtal, Parkplatz Steirischer Bodensee (5 Etappen) bzw. St. Nikolai im Sölktal (7 Etappen)
Schwierigkeit: schwer