
Wiener Naschmarkt
Kulinarische Vielfalt trifft auf Jugendstil
Einleitung
Schon im 18 Jahrhundert existierte am Ufer des Wienflusses ein Bauernmarkt, auf dem vorwiegend Milchprodukte gehandelt wurden. Von dieser ursprünglichen Nutzung des Areals als Milchmarkt leitet sich wohl auch der Name Naschmarkt ab. Denn das aus Eschenholz gefertigte Gefäß, in dem Milch transportiert wurde, wurde traditionell „Asch“ genannt.
Mit der Regulierung des Wienflusses zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt der Markt seine charakteristischen Jugendstilstände, die bis heute unter Denkmalschutz stehen. Schon damals fanden sich neben Grundnahrungsmitteln exotische Gewürze und Delikatessen, ein Versprechen von Weltoffenheit mitten in Wien. Heute ist der Naschmarkt weniger Versorgungsort als Bühne für Kulinarik und Vielfalt. Zwischen historischen Marktständen, Lokalen, Flohmarkt-Schätzen und dem neu gestalteten Naschpark entsteht Raum für Begegnung und Genuss. Schlendert, kostet, staunt und entdeckt Wien von seiner offenen, überraschenden Seite.
Der Naschmarkt aus allen Perspektiven
Marktstände am Wiener Naschmarkt
Der Marktraum am Wiener Naschmarkt
Die moderne Markthalle bildet das westliche Entrée des Naschmarkts. In ihrem Inneren präsentieren 13 sorgfältig ausgewählte Stände eine kuratierte Vielfalt: von feinen Käsesorten über delikate Pilze wie den Igelstachelbart, saisonales Gemüse, Bio-Fleisch und Wildfangfisch bis zu frisch geröstetem Kaffee, Honig, Schokolade und Naturwein. Viele Produzent:innen kommen direkt aus Wien und bringen ihre Spezialitäten persönlich auf den Markt – mit klarem Fokus auf Herkunft, Qualität und handwerkliche Herstellung.
Besonders angenehm ist die begrünte, barrierefrei zugängliche Dachterrasse. Über dem Marktgeschehen entsteht hier ein ruhiger Ort mit Pflanzen, viel Licht und Blick über das Wiental. Auf Augenhöhe zeigen sich die Jugendstilfassaden der Linken Wienzeile. Ein Platz zum Kosten, Plaudern und Verweilen – und ein Beispiel dafür, wie sich Wiener Markttradition und zeitgemäße Esskultur begegnen.
Marktstände im Marktraum am Wiener Naschmarkt
Cafés und Gasthäuser
5 Tipps für den Besuch am Naschmarkt
Früh kommen lohnt sich
Am Vormittag ist der Naschmarkt noch angenehm ruhig. Dann bleibt Zeit, die Stände in Ruhe zu entdecken, mit Händler:innen zu plaudern und sich durch Spezialitäten zu kosten.
Bargeld dabeihaben
Viele Stände akzeptieren mittlerweile Karten, aber nicht überall ist Kartenzahlung möglich. Ein wenig Bargeld erleichtert den spontanen Einkauf.
Samstag einplanen
Am Samstag findet neben dem Naschmarkt auch der beliebte Flohmarkt statt. Zwischen Antiquitäten, Büchern und Vintage-Funden lässt sich wunderbar stöbern.
Erst schauen, dann kosten
Die Auswahl ist groß. Am besten einmal über den Markt schlendern, bevor ihr euch entscheidet – viele Händler:innen bieten gerne kleine Kostproben an.
Zeit zum Verweilen nehmen
Ob Kaffee, ein Wiener Schnitzel oder ein Glas Wein: Rund um den Markt laden zahlreiche Lokale dazu ein, das bunte Treiben in aller Ruhe zu beobachten.
Naschpark & Flohmarkt
Wo früher Autos parkten, breitet sich heute auf rund 7.000 m² der Naschpark aus – eine grüne Antwort auf die dichte Stadt. 70 Bäume und mehr als 50.000 Pflanzen bringen Schatten und spürbare Abkühlung. Dazwischen: Liegewiesen, Picknicktische, Hängematten. Kinder balancieren, jemand spannt die Slackline, andere lehnen sich einfach zurück. Drei Brunnen und vier Wasserspiele glitzern in der Sonne, zwei Pergolen schaffen ruhige Rückzugsorte. Vom Aussichtspunkt öffnet sich der Blick ins Wiental.
Und gleich nebenan lockt am Samstag von 6:30 bis 15:00 Uhr der Flohmarkt – ein Streifzug zwischen Vintage-Funden, Anitiquitäten und Kuriositäten.