
Kulinarische Schauplätze
Von den Alpen bis zu den Weinbergen #eatAUT
Einleitung
Ob in den Alpen, wo würziger Bergkäse und Kräuter die Küche prägen, oder in den sanften Weinbergen, wo edle Tropfen zu regionalen Spezialitäten passen – hier wird Kulinarik zum Ausdruck der Natur. Produzent:innen setzen auf Qualität, Saison und Vielfalt, während Köch:innen daraus überraschende Geschmackserlebnisse kreieren. Genießt das Zusammenspiel von Boden, Klima und Handwerk!
Die Nähe zu den Alpen, die Böden, die hohe Biodiversität und das illyrische Klima prägen unsere Weine mit ihrer klaren Struktur und Vielschichtigkeit. Sie ruhen in sich, sind aber zugleich voller Lebendigkeit – genauso wie die Steiermark selbst.
Verena Langmann, Winzerin
Weinbaugebiet Südsteiermark, Familienweingut Tement
Wein: Ried Zieregg XT Sauvignon Blanc 2015
Im Fokus steht der Sauvignon Blanc, der besonders in den ikonischen Lagen Zieregg und Grassnitzberg zu seiner vollen Entfaltung kommt. Seit 2020 gehört das Weingut dem Demeter-Verband an und ist Mitglied der respekt-BIODYN Gruppe. Heute führen Stefan, Armin und seine Frau Monika das Weingut in dritter Generation weiter. Ergänzend betreibt die Familie die Winzarei, wo Gäste inmitten der Weinberge übernachten können.
Weinbaugebiet Vulkanland Steiermark, Weingut Engel
Wein: Ried Klöchberg Riesling 2020
Simon Engel, Quereinsteiger mit musikalischem Hintergrund, verwandelte den elterlichen Hof in ein biologisches Weingut, das heute für seine einzigartigen Weine bekannt ist. Dort verleiht der vulkanische Boden rund um den Königsberg den Weinen eine unverwechselbare Mineralität. Gemeinsam mit seiner Frau Andrea, die auch das kulturelle Leben auf dem Hof mitgestaltet, lebt die Familie dort ihre Vision von Wein als Ausdruck von Freiheit und Experimentierfreude.
Weinbaugebiet Weststeiermark, Weingut Langmann Lex
Wein: Ried Hochgrail Sonnenhang Schilcher 2022
Schon seit 250 Jahren widmet sich die Familie Langmann mit Hingabe der autochthonen Sorte Blauer Wildbacher, aus der der herkunftsgeprägte Roséwein Schilcher gewonnen wird. Neben Schilcher hat sich die Familie Langmann aufgrund des kühlen Klimas und der idealen Bodenbedingungen der Weststeiermark auf Sauvignon Blanc und Schaumweine fokussiert.
Restaurant Steirereck am Pogusch
3-Sterne-Koch Heinz Reizbauer kreiert Gerichte, die die Aromen der Weine opitmal ergänzen:
Weingut Tement – Ried Zieregg XT Sauvignon Blanc 2015: Gemüse Vielfalt & Bittersalate aus winterlichen Gärten mit Vanille, Enzian & Fenchelpollen
Weingut Engel – Ried Klöchberg Riesling 2020: Alpenlachs geräuchert, gebeizt & mariniert mit Pogusch Yuzu & Lardo & knusprige saure Hund’
Weingut Langmann – Ried Hochgrail Sonnenhang Schilcher 2022: Über Holzkohle gegrillte Forono Rübe mit Wildfrüchten, Brunnenkresse & Kalbsniere im Fettkleid
Winzer:innen zu Gast im Steirereck am Pogusch
Die Vielfalt an Böden, Expositionen und Höhenlagen, essbaren Stauden und Gewächsen haben wir der geologischen Dynamik zu verdanken. Tirol hat (saure) kristalline Böden ebenso wie (basische) kalkhaltige Böden. Es gibt steile Lagen ebenso wie flaches Terroir.
Hannah Pomella, Geologin
Der Fels, der Kalk und der Fisch
Geologin Hannah Pomella
Sie erforscht am Institut für Geologie an der Universität Innsbruck die Entstehungsgeschichte der Alpen. Man darf sich Hannah Pomella keinesfalls im Labor und mit weißem Mantel vorstellen. Eher im Bergsteigeroutfit und stets mit einem Pickel in der Hand.
Bei dem Gericht kommt Hannah Pomella ins Schwärmen. Sie erzählt auch vom Steinsalz, das zwar steinhart wirkt, in Wahrheit aber eher weich ist. Und es ist für die Auffaltung und Gebirgsbildung unerlässlich. Streng genommen kann man sagen, dass Tirol sein alpines Erscheinungsbild dem Salz verdankt.
Koch Christoph Krabichler
Mehr noch. Er ist Autor eines Kochbuchs und gibt als Kochlehrer seine Leidenschaft an die nächste Generation weiter. Das Gericht, das er für den Tag am Berg vorbereitet hat, ist eine köstliche Hommage an die Geologie Tirols. Saibling. Genauer gesagt „in Steinsalz gebeizter Kwell-Saibling".
Der Fisch steht dabei für die maritimen Böden, die oft in Tirol zu finden sind. Der Saibling wird im Ganzen in einer Steinsalzlake gebeizt. Eine Anspielung auf die Salzbautradition im nahen Halltal. Um der Beize – und damit dem Saibling – eine klar alpine Note zu geben, wurden Kiefernnadeln verwendet.