Wolfgang Amadeus Mozart, Brustbild (Ausschnitt), Öl auf Leinwand, Barbara Krafft, 1819

Wolfgang Amadeus Mozart
Von Salzburg nach Wien: Mozart als Wunderkind, Komponist und Ikone der Wiener Klassik

Wolfgang Amadeus Mozart zählt zu den berühmtesten Komponisten der Welt. Seine Musik führt euch nach Salzburg und Wien: zu seinen Wirkungsstätten und Klangmomenten.

Wolfgang Amadeus Mozart gilt als Wunderkind, das schon mit fünf Jahren komponierte und mit sechs durch Europa reiste – meist gemeinsam mit seiner Schwester Nannerl. Seine Musik öffnete ihm Türen in Adelspaläste, brachte ihn nach Paris und London und machte ihn zu einem der bekanntesten Europäer seiner Zeit. In nur 35 Lebensjahren schuf Wolfgang Amadeus Mozart 626 Werke: Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Kirchenmusik und Opern, darunter „Eine kleine Nachtmusik“ und die bis heute gefeierte „Zauberflöte“.

Seine Briefe zeigen einen lebenslustigen und impulsiven Menschen, der zwischen Disziplin und Chaos pendelte. Seine Familie nannte ihn „Wolferl“ – ein Kind, das mit kleinem Reiseklavier komponierte und im Gepäck Grammatikbücher, schöne Auftrittskleidung, Tee, Zucker und eine Reiseapotheke mit sich führte. Reisen bedeutete stundenlange Fahrten in der Pferdekutsche auf holprigen Wegen. Insgesamt unternahm Mozart 17 Reisen und war fast zehn Jahre seines Lebens unterwegs.

In diese bewegten Jahre fallen Opern, die die Musikgeschichte prägen: „Idomeneo“ wurde 1781 im Münchner Cuvilliés-Theater uraufgeführt und gilt als seine erste große Oper. In Wien brachte er seine berühmten Da-Ponte-Opern auf die Bühne des Wiener Hofburgtheaters: „Le nozze di Figaro“ feierte dort 1786 Premiere, „Così fan tutte“ folgte 1790. „Don Giovanni“ hatte 1787 im Gräflich Nostitzschen Nationaltheater in Prag Premiere. Kurz vor seinem Tod wurde 1791 in Wien „Die Zauberflöte“ im Theater auf der Wieden uraufgeführt.

In Salzburg, seinem Geburtshaus und ersten Wirkungsort, wurde Mozart musikalisch geprägt. In Wien erreichte Mozart eine schöpferische Reife, die ihn zu einem der prägendsten Komponisten der Wiener Klassik machte. In der Domgasse 5, dem heutigen Mozarthaus Vienna, hatte Mozart seine produktivste Zeit. Hier entstanden Sinfonien, Kirchenmusik, Streichquartette und sein unvollendetes Requiem. Als freischaffender Künstler erzielte Wolfgang Amadeus Mozart ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 5.000 Gulden – heute rund 150.000 Euro.

Gleichzeitig bleibt er Mensch: impulsiv, witzig, chaotisch, voller Lebensfreude. Seine Briefwechsel offenbaren Seiten, hinter dem Monument Mozart: den Spaßmacher, den Freund, den Bruder. Er trank Mandelmilch im Salzburger Café Tomaselli, kegelte mit seiner Schwester Nannerl, probierte dunkles Bier im Stieglbräu und genoss gesellige Abende.

Die Freundschaft zu Joseph Haydn brachte ihm höchste Anerkennung. Haydn nannte ihn den größten Komponisten, den er je gekannt habe. Beide verband die Mitgliedschaft in der Freimaurerloge – ein Kreis von Kunst, Aufklärung und Austausch.

Seine letzten zehn Jahre verbrachte Wolfgang Amadeus Mozart in Wien. Hier heiratete er im Wiener Stephansdom, hier wurden seine Kinder geboren und hier starb er 1791. Zahlreiche Spekulationen ranken sich um sein bewegtes Leben und vor allem den plötzlichen Tod. Kurz bevor er starb, meinte er, vergiftet worden zu sein, doch wissenschaftlich gilt eine Vergiftung als ausgeschlossen. Seine Musik begeistert und berührt die Menschen bis heute in aller Welt – bei Konzerten in Opernhäusern und an seinen Wirkungsstätten in Österreich.

Wolfgang Amadeus Mozart
geboren:27. Januar 1756 in Salzburg
gestorben: 5. Dezember 1791 in Wien
Spitzname:Wolferl
Opus:626 Werke (im Köchelverzeichnis katalogisiert)
berühmtestes Werk:Die Zauberflöte
erstes Werk:Menuett in F-Dur (1761 – mit 5 Jahren)
letztes Werk:Requiem in d-Moll (1791)

Die Salzburger Mozartkugel gibt es in vielen Varianten – aber nur die Konditorei Fürst produziert das Original: Marzipankern, umhüllt von Nougat und Zartbitterschokolade.

Wolfgang Amadeus Mozart in allen Perspektiven

„… weil ich keine einzige Simphonie beÿ mir habe, so schreibe ich über hals und kopf an einer Neuen …“

Wolfgang Amadeus Mozartaus Linz am 31. Oktober 1783 an Leopold Mozart

Auf Mozarts Spuren in Österreich

Mozarts berühmteste Werke im Überblick

Opern

  • Idomeneo, KV 366 (1780): Ein verhängnisvolles Gelübde, das den König zwingt, den eigenen Sohn zu opfern. Ein Konflikt zwischen göttlichem Willen, Liebe und Menschlichkeit. Uraufgeführt am 29. Jänner 1781 im Münchner Cuvilliés-Theater.

  • Le nozze di Figaro (1786): Eine Da-Ponte-Oper voller Intrigen und Verwicklungen im Schloss des Grafen Almaviva. Uraufgeführt am 1. Mai 1786 im Wiener Hofburgtheater.

  • Don Giovanni (1787): Ein Drama über Verführung, Macht und moralische Abgründe. In einer übernatürlichen Nacht steuert er dem unausweichlichen Ende entgegen. Uraufgeführt am 29. Oktober 1787 in Prag.

Opern

  • Così fan tutte, KV 588 (1790): Die Da-Ponte-Oper ist ein pointiertes Spiel über Liebe, Treue und Versuchung, in dem zwei Paare durch Täuschung auf die Probe gestellt werden. Uraufgeführt am 26. Jänner 1790 im Wiener Hofburgtheater.

  • Die Zauberflöte (1791): Eine Oper mit Märchenmotiven und Symbolik, die die Reise von Tamino und Pamina erzählt, um Weisheit und Wahrheit zu finden. Uraufführung, kurz vor Mozarts Tod, am 30. September 1791 im Theater auf der Wieden in Wien.

Weitere Werke

  • Klavierkonzert Nr. 21 (1785): Bekannt für das sanfte Andante, verbindet brillante Solopassagen mit elegantem Orchesterklang.

  • Eine kleine Nachtmusik (1787): Heitere Serenade mit eingängigen Motiven, lebendigen Sätzen und einem ruhigen Andante.

  • Symphonie Nr. 41 „Jupiter“ (1788): Mozarts letzte Symphonie, berühmt für ihre harmonische Finesse und das brilliante kontrapunktische Finale.

  • Requiem in d-Moll (1791): Dramatisch und tief emotional; unvollendet geblieben und geprägt von dunklen Chorsätzen und kraftvollen Soli.

Mozart-Highlights: Events und Konzerte

Rund ums Jahr feiern Konzerte, Festivals und besondere Programme das musikalische Erbe Wolfgang Amadeus Mozarts. Hier erlebt ihr Events, die seine Werke und die Welt der Wiener Klassik lebendig halten.

Mozart und die Frauen

Nannerl und Constanze: Mozarts Rückenwind

Maria Anna „Nannerl“ Mozart war Wolfgangs erste große musikalische Sparringpartnerin. Geboren in der Getreidegasse in Salzburg, galt sie selbst als Wunderkind. Ihre Kindheit in der Getreidegasse war geprägt von Musik, Rätseln und Reisen – getragen von einer Mutter, die ihren Kindern Bildung und Neugier schenkte. Nannerl glänzte auf Bühnen in Paris, London und an Fürstenhöfen Europas – wurde von Maria Theresia bewundert –, doch gesellschaftliche Grenzen ließen ihr Talent bald im Verborgenen wirken. Später unterrichtete sie in Salzburg und St. Gilgen, komponierte eigene Werke und führte einen intensiven Briefwechsel mit ihrem Bruder. Die Ehe mit Johann Baptiste von Berchtold brachte ihr Sicherheit, jedoch in einem Umfeld, das Frauen kaum künstlerische Freiheit bot. Sie lebte viele Jahre in St. Gilgen, sorgte für eine große Patchworkfamilie und kehrte nach dem Tod ihres Mannes wieder nach Salzburg zurück.

Constanze Mozart wurde in Wien zu Wolfgangs engster Verbündeten und klugen Managerin an Wolfgangs Seite. Sie inspirierte ihn künstlerisch, unterstützte ihn organisatorisch und sang anspruchsvolle Partien, wie das Sopransolo in der Großen Messe in c-Moll. Nach seinem Tod 1791 übernahm sie Verantwortung: Sie organisierte Konzerte, reiste mit seinen Kompositionen, verhandelte mit Verlegern und half an der ersten Mozart-Biografie mit. Constanze sorgte außerdem dafür, dass das Requiem vollendet wurde, und prägte damit entscheidend die Überlieferung und Wahrnehmung von Mozarts Musik.

Mozart Fun Facts: Einblicke ins Leben des Wunderkinds

Wolfgang Amadeus Mozart war mehr als ein Genie der Wiener Klassik: Sein Alltag, seine Reisen und seine Eigenheiten erzählen faszinierende Geschichten – weit über seine Musik hinaus. Wusstet ihr, dass...

Reisen und Bildung

  • … Reisen zu Mozarts Zeiten beschwerlich und langsam war?

Eine Reise mit der Pferdekutsche von Salzburg nach Wien konnte bis zu einer Woche dauern.

  • … ein „Reiseclavier“ Mozart auf seinen Tourneen begleitete?

Dieses kleine Stagepiano war 90 cm breit und 31 cm tief – ideal, um auch unterwegs zu komponieren.

  • … Vater Leopold Mozart immer Empfehlungsschreiben dabei hatte?

Diese halfen, bei Adligen empfangen zu werden und die Reise angenehmer zu gestalten.

  • … Mozart als geselliger Freigeist kleine Hausbälle den höfischen Festen vorzog?

In Briefen machte er sich mit spitzem Humor über die Noblesse lustig.

Liebe, Freundschaft und Erfolg

  • … Mozart seine produktivste Zeit in Wien verbrachte?

Im heutigen Mozarthaus Vienna, schuf er viele seiner berühmtesten Werke.

  • … Mozart sich für eine Heirat aus Liebe entschied, anstatt sich eine „Freifrau“ zu suchen?

Trotz Ritterschlags blieb der Titel im Hintergrund, und er heiratete Constanze Weber.

  • … Mozart seine letzten 10 Lebensjahre in Wien verbrachte?

Hier heiratete er, seine Kinder wurden geboren, und starb schließlich in Wien.

  • … Mozart und Joseph Haydn ab 1781 eine enge Freundschaft aufbauten?

Trotz des Altersunterschieds von 24 Jahren verband die beiden ein starkes musikalisches Band.

Leben und Tod

  • … Mozart ein spielfreudiger Kartenprofi war, der Zahlenrätsel liebte und über 14 Kartenspiele beherrschte?

Tarock gehörte zu seinen Favoriten – oft wurde dabei um Geld gespielt.

  • … Mozart modebewusst war und eine besondere Schwäche für Stoffe, Knöpfe und Stickereien hatte?

Für ihn war Kleidung ein Teil des Auftritts.

  • … Mozart ein Fan herzhafter Gerichte war – von gegrillter Karbonade bis zu Leberknödeln mit Sauerkraut?

Dazu trank er am liebsten ein dunkles Bier.

  • … Mozart in Wien begraben wurde?

Sein Grab befindet sich auf dem St. Marxer Friedhof, doch die genaue Stelle ist unbekannt.

Verfilmungen

  • ... es Filme gibt, die Leben und Mythos von Wolfgang Amadeus Mozart erzählen?

    • Amadeus (1984, Regie: Miloš Forman) – Der weltweit erfolgreichste Mozart-Film mit Tom Hulce als Mozart und F. Murray Abraham als Salieri

    • Wen die Götter lieben (1942, Regie: Karl Hartl) – Österreichischer Klassiker mit Hans Holt als Mozart

    • Mozart – Reich mir die Hand, mein Leben (1955, Regie: Karl Hartl) – Fortsetzung mit Oskar Werner in der Hauptrolle. 

    • Vergesst Mozart (1985, Regie: Slavo Luther) – Deutscher Film mit Armin Mueller-Stahl

    • Der Wadenmesser (2005, Regie: Kurt Palm) – Moderner österreichischer Mozart-Film

Musikepoche der harmonischen Klarheit

Die Wiener Klassik

Die Wiener Klassik (1770–1830) ist eine Stilrichtung der europäischen Kunstmusik. Ihr gehören vor allem die Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven an.

Entscheidend für die Entwicklung der Wiener Klassik waren die Jahre nach Mozarts Übersiedelung nach Wien. Hier tauschten sich Joseph Haydn und Mozart künstlerisch aus und inspirierten einander zu neuartigen Kompositionen von Streichquartetten und Sinfonien als publikumswirksame Gattung der Zeit.

Übrigens: In Wien genießen jeden Abend 10.000 Musikfans live klassische Musik – das ist einzigartig in der Welt.

Mozarts Lieblingsspeisen

Die kulinarische Seite des Wunderkinds

Wolfgang Amadeus Mozart liebte nicht nur Musik, sondern auch kleine Genussmomente im Alltag. Im traditionsreichen Café Tomaselli in Salzburg, nur wenige Schritte von seinem Geburtshaus entfernt, trank er gerne Mandelmilch – ein Ritual, das ihm Ruhe im lebhaften Alltag schenkte. Auch kräftige Speisen gehörten zu seinen Favoriten: Zu Sauerkraut mit Leberknödel griff er am liebsten zu einem dunklen Bier. Im Tagebuch seiner Schwester Nannerl ist festgehalten, wie die beiden im Stieglbräu gesellige Stunden beim Kegeln verbrachten.

In einem Brief, aus Frankfurt am Main im Oktober 1791, an seine Frau Constanze schreibt Mozart: „um halb 6 uhr gieng ich beim Stubenthor hinaus – und machte meinen favorit Spaziergang über die Glacis ins theater – was sehe ich? – was rieche ich? – – Don Primus ist es mit den Carbonadeln note! – che gusto!” Diese Momente erzählen von einem Menschen, der Genuss, Geselligkeit und Alltag miteinander verband.

FAQs

Wolfgang Amadeus Mozart lebte von 27. Januar 1756 bis 05. Dezember 1791. Er wurde in Salzburg geboren und starb in Wien im Alter von nur 35 Jahren.

Mozart wurde auf dem St. Marxer Friedhof in Wien begraben. Da er in einem Armengrab beigesetzt wurde, ist seine genaue Grabstelle nicht bekannt. Heute erinnert ein Denkmal an seine letzte Ruhestätte. Auf dem Wiener Zentralfriedhof wurde ein Ehrengrab zum Gedenken an den großen Komponisten angelegt.

  • Mozarthaus Vienna: Mozarts einzige original erhaltene Wohnung in Wien, in der er von 1784 bis 1787 lebte und u.a. „Die Hochzeit des Figaro“ komponierte.

  • Stephansdom: Hier heiratete Mozart Constanze Weber und hier fand seine Totenmesse statt.

  • Theater an der Wien: Ort der Uraufführung von „Die Zauberflöte“ und anderer Werke.

  • Schönbrunn: Mozart spielte als Kind im Schloss Schönbrunn für Kaiserin Maria Theresia.

  • St. Marxer Friedhof: Mozarts Grabstätte, an die ein Denkmal erinnert.

  • Mozarts Geburtshaus: Mozart wurde in der Getreidegasse 9 in Salzburg geboren. Das Haus ist heute ein Museum mit Originalinstrumenten und persönlichen Gegenständen.

  • Mozart-Wohnhaus: Hier lebte Mozart von 1773 bis 1780. Es beherbergt heute ein Museum über sein Leben und Schaffen.

  • Salzburger Dom: Hier wurde Mozart getauft, dort spielte er als Domorganist häufig in der Kathedrale.

  • Mozarteum: Universität und Konzerthalle, die Mozarts Werk pflegt und Konzerte organisiert.

  • Mozartplatz: Hier steht das bekannte Mozart-Denkmal.

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