Almabtriebe in Österreich 2026
Termine für das traditionelle Herbst-Brauchtum in den Alpen

Im Herbst beeindrucken die Almabtriebe mit den prachtvoll geschmückten Tieren. Gefeiert wird der Ausklang des Almsommers, in Dankbarkeit für die Rückkehr ins Tal.

Je nach Witterung dauert der Almsommer in Österreich von Juni bis Oktober. Die Rückkehr der Menschen und Tiere im Herbst vom Berg ins Tal wird vielerorts mit Almabtrieben und festlichem Brauchtum gefeiert.

Jahr für Jahr ziehen in Österreich die Bäuerinnen und Bauern, Hirt:innen und Senner:innen mit ihren Tieren im Frühling vom Tal auf die Alm. Oben am Berg finden die Kühe ebenso wie Schafe, Ziegen und Pferde saftige Almwiesen und Kräuter als Futter. Die Almwirtschaft gehört seit Jahrhunderten zum Leben in den Alpenregionen. Auf zahlreichen Almen werden die Weideflächen während des Sommers traditionell von Nutztieren genutzt, die seit Generationen bewirtschaftet werden.

Wenn die Tage kühler werden und der Almsommer vorüber ist, ziehen die Tiere zurück ins Tal. Viele Almabtriebe werden von Musik, regionalen Märkten und kulinarischen Spezialitäten begleitet. Besucher:innen erleben dabei österreichisches Brauchtum, gesellige Stimmung und traditionelle Herbstfeste.

Hinweis zu den Terminen

Unsere Auflistung bietet einen Überblick über Almabtriebe in den Bundesländern, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist ohne Gewähr. Wir bemühen uns, die Daten laufend zu aktualisieren. Weil es auch kurzfristig zu Terminänderungen kommen kann, seht euch bitte zusätzlich die Webseite der jeweiligen Region an oder kontaktiert den lokalen Tourismusverband.

Almabtriebe in Österreich: Termine und Regionen Die Almabtriebe sind ein fester Bestandteil der österreichischen Festkultur. Geschmückte Tiere, traditionelle Musik und regionale Spezialitäten machen die Tradition bis heute erlebbar.

Almabtriebe in Kärnten und Oberösterreich

Kärnten

Oberösterreich

Almabtriebe im SalzburgerLand

Almabtriebe in der Steiermark

Almabtriebe in Tirol 1/2

Kitzbüheler Alpen

Kufsteinerland

  • Ebbs Hengstalmabtrieb, 10.10.2026

  • Thiersee 19. und 26.09.2026

Almabtriebe in Tirol 2/2

Zillertal

Almabtriebe in Vorarlberg

Schon gewusst?

Tipps für den Besuch:

Wer die festlich geschmückten Tiere aus nächster Nähe sehen möchte, sollte früh vor Ort sein. Beliebte Plätze entlang der Strecke sind oft früh besetzt. Für eine Pause zwischendurch lohnt sich ein Abstecher zu den regionalen Spezialitätenständen. Und weil das Herbstwetter in den Bergen wechselhaft sein kann, gehören wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk ins Gepäck. Tracht passt wunderbar zum Anlass, jedoch kein Muss.

Wie viele Almen gibt es in Österreich?

Mit rund 8.400 landwirtschaftlich betriebenen Almen gibt es eine große Vielfalt an Almen: Kräuteralmen, Holleralmen, Käsealmen, Rinder-, Schaf- und Pferdealmen. Von Mai bis September werden sie bewirtschaftet. Mehr als die Hälfte wird mit Weidetieren bewirtschaftet.

Welche Tiere leben im Sommer auf der Alm?

Auf Almen mit Weidetieren verbringen den Sommer mehr als 300.000 Rinder, 110.000 Schafe, 12.500 Ziegen und mehr als 10.000 Pferde.

Was ist eine Alm?

Almen sind von Menschen geschaffene jahrhundertealte Kulturlandschaften im alpinen Raum. Auf den Bergweiden und -wiesen werden im Sommer Kühe, Schafe oder Ziegen von Senner:innen gehalten. Die Tiere ernähren sich in dieser Zeit hauptsächlich von den von Gräsern und Almkräutern auf den Almweiden. Auch die dazugehörigen Hütten oder Höfe werden Alm genannt – gleich in der Bedeutung wie Alp, Alpe oder Alb.

Was machen Senner:innen auf der Alm?

Senner:innen sind Hirt:innen, die im Sommer auf einer Alm das Vieh von anderen Landwirt:innen oder einer Genossenschaft hüten. Außerdem verarbeiten sie die Milch zu Käse, Butter und weiteren Milchprodukten. Diese Lebensmittel werden auf bewirtschafteten Almhütten angeboten. Eine Alm wird auch Senne genannt, daher kommt die Bezeichnung.

Alm-Traditionen in den Regionen In vielen Regionen Österreichs gehören Alm-Traditionen zum Alltag und zu den Festen des Jahres. Von Almabtrieben bis zu Bergmessen spiegeln regionale Bräuche und Feste die Vielfalt Österreichs wider.
Die „Gru-Nacht“ in Tirol

Rinder-Almabtrieb in der Wildschönau

Die Rinder verbringen die Sommermonate auf 46 Almen in rund 2.000 Meter Seehöhe oberhalb von Wildschönau. Bevor der Almsommer zu Ende geht, pflegen die „Almerer“ einen besonderen Brauch: Bei deftigem Essen und gemütlichem Beisammensitzen feiern sie die Gru-Nacht, die letzte Nacht vor dem Almabtrieb.

Ein bisschen Ruhe sollten sich die Almerer jedoch gönnen. Am Tag des Almabtriebs gilt es, die aufwendig und bunt geschmückten Rinder sicher ins Tal zu begleiten. Dort werden sie freudig mit Musik erwartet. Für Unterhaltung sorgt außerdem der Handwerks- und Bauernmarkt, wo Spezialitäten wie Brodakrapfen, Schmalznudeln und „Krautinger“, der regionaltypische Rübenschnaps, angeboten werden.

Almabtrieb in der Fuschlsee-Region

Von der Gruberalm talabwärts im Salzkammergut

Die Gruberalm liegt auf rund 1.000 Höhenmeter in Hintersee. Jedes Jahr im September widmen sich die Senner:innen im SalzburgerLand einer zusätzlichen Aufgabe: Sie fertigen den kunstvollen Kopfschmuck an, den die Tiere beim Almabtrieb tragen. Mitte September ist es so weit: Vormittags wird gefeiert, zu Mittag werden die Kühe versammelt und geschmückt. Und am Nachmittag machen sich alle, die dabei sein wollen, auf den Weg ins Tal.

Dann kehrt wieder Stille auf der Gruberalm ein. Die Legende erzählt, dass nach dem Almsommer das „Kasamandl“, ein Almgeist, die Almhütten bezieht und so lange dort wohnt, bis der nächste Almsommer beginnt.

Die jungen Wilden aus Tirol

Haflinger-Hengst-Almabtrieb in Ebbs

In Ebbs hat die Haflingerzucht eine lange Tradition. Dazu gehört, dass die Junghengste fünf Monate auf der Alm verbringen. Am zweiten Samstag im Oktober kehren die „jungen Wilden“ auf den Hof zurück. Jedes der rund 50 Pferde wird dabei von einem Haflinger-Züchter oder einer -Züchterin geführt.

Wer den Zug auf dem letzten Kilometer begleiten möchte, findet sich beim Oberwirt in Ebbs ein. Danach ziehen alle in die Arena des Fohlenhofs ein. Nach der Vorstellung der Hengste klingt der Almsommer feierlich aus.

Pferde-Almabtrieb in der Steiermark

Heimkehr der Lipizzaner in Piber

In Piber bei Köflach in der Steiermark hat das österreichische Lipizzaner-Gestüt seinen Sitz. Damit die rund 40 ein- bis dreijährigen Junghengste ihre Trittsicherheit, die Sehnen und Gelenke frühzeitig trainieren, verbringen sie die Sommermonate auf der 1.500 Meter hoch gelegenen Stubalm. Im September kehren die dezent geschmückten, grau-schwarzen Pferde zurück ins Tal. Bevor sie das Gestüt in Piber erreichen, werden sie im Hof der Wallfahrtskirche Maria Lankowitz gesegnet. Mit Musik und regionalen Köstlichkeiten feiern die Orte Maria Lankowitz, Köflach und Piber den Almabtrieb.

Tarrenzer Schafschied in Tirol

Schauspiel der heimkehrenden Schafe

Den Sommer verbringen die Schafe und Lämmer traditionell auf der Hinterberg-Alm. Ihr Weg ins Tal dauert, mit Trinkpausen, über drei Stunden. Einige von ihnen sind „aufgebuscht“, also mit Fichtenbüscheln und Blumen aus Krepp-Papier geschmückt. Echte Blumen würden die Schafe nämlich auffressen.

Beim Tarrenzer Schafschied laufen tausend Schafe durch die enge Trujegasse. Danach versammeln sich die Tiere im „Bangert“, der großen Wiese hinter dem Gasthof Sonne, und werden an ihre Eigentümer verteilt. Daher stammt auch der Name der Veranstaltung: Beim „Schafschied“ werden die Schafe voneinander geschieden. Die Zuschauer:innen dürfen währenddessen feiern. Die örtlichen Gasthäuser tischen regionale Köstlichkeiten und Spezialitäten vom Schaf auf, an mehreren Plätzen spielt Musik.

Almwirtschaft in Österreich

Erhaltung der Kulturlandschaft

Viele Almen werden seit Generationen bewirtschaftet und prägen das Landschaftsbild zahlreicher Alpenregionen. Bewirtschaftete Almen können auch vor Lawinen und Muren schützen.

Förderung der Biodiversität

Die Bewirtschaftungen der Almen kann die Verbuschung verhindern und damit die Biodiversität fördern. Auf vielen Almen wachsen unterschiedliche Gräser, Kräuter und Pflanzenarten. Sie können zudem Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.

Hochwertige Lebensmittel

Almbäuer:innen und Senner:innen produzieren Milchprodukte von Kühen, Schafen und Ziegen, wie Käse, Butter und weitere Milchprodukte.

Erholungsraum

Almen gehören für viele Menschen zu beliebten Ausflugs- und Wanderzielen in den Alpen aufgrund der Berglandschaft, Ursprünglichkeit und Einfachheit.

Traditionen und Brauchtum in Österreich

Viele Bräuche und Brauchtumsfeste werden in Österreich seit Generationen gepflegt und weitergegeben. Dazu zählen Almabtriebe oder das Maibaumaufstellen ebenso wie regionales Handwerk oder religiöse Feste wie Osterfeste oder Weihnachtsbräuche. Sie sind Teil des kulturellen Lebens vieler Regionen und spiegeln lokale Geschichte, Handwerkstechniken und Gemeinschaften wider.

Das UNESCO-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes umfasst zahlreiche Bräuche, Rituale und Handwerkstechniken, die in Österreich gepflegt und weitergegeben werden. Gäste erhalten dadurch Einblick in regionale Traditionen und kulturelle Besonderheiten.

FAQs

Jedes Jahr im Herbst ist es so weit: Die meisten Almabtrieb-Termine liegen zwischen Anfang September und Mitte Oktober. Dabei kehren die Tiere, die den Sommer auf der Alm verbracht haben, in Begleitung der Bauern und Bäuerinnen und vielen Helfer:innen in die heimischen Täler zurück.

Im Herbst kehren die Haflinger-Junghengste nach einem Sommer auf der Alm zum Fohlenhof Ebbs in Tirol zurück.

Der Almabtrieb wird in Österreich als traditionelles Fest gefeiert, bei dem das Vieh nach dem Sommer auf der Alm ins Tal zurückkehrt. War die Saison unfallfrei, werden die Tiere vielerorts festlich geschmückt. Besonders bei Rindern gehören kunstvolle Kronen, Blumen und Glocken zum traditionellen Erscheinungsbild. Bauern, Bäuerinnen sowie Hirten und Hirtinnen begleiten die Tiere ins Dorf, wo Feierlichkeiten mit Musik und regionalen Spezialitäten stattfindet. Der Almabtrieb zählt zu Österreichs Brauchtum und symbolisiert Dankbarkeit und den Wechsel der Jahreszeiten – ein lebendiges Stück alpiner Kultur.

Viele Almabtriebe in Österreich sind kostenlos zugänglich. Für einzelne Festveranstaltungen oder Programmpunkte kann jedoch ein Eintritt verlangt werden. Aktuelle Informationen findet ihr auf der Website des jeweiligen Ortes.

Der festliche Schmuck steht vielerorts als Zeichen der Dankbarkeit für die unfallfreie Rückkehr der Tiere von der Alm. Blumen, Zweige, Spiegel und Glocken gehören je nach Region zur traditionellen Verzierung.

Grundsätzlich werden Almabtriebe auch bei Regen oder kühleren Temperaturen durchgeführt. Bei starkem Unwetter oder aus Sicherheitsgründen können Termine jedoch verschoben werden. Ein kurzer Blick auf die Website der jeweiligen Region liefert die aktuellsten Informationen.

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